Fossiliensammlung - Paläozoikum
Steinkohlewald

Pflanzen aus dem Zeitalter des Karbons - aus Meyers Konversationslexikon (1885-1890)
Das Paläozoikum umfasst in der Erdgeschichte einen Zeitraum von etwa 541 bis 252 Millionen Jahren vor unserer Zeit. Es begann mit dem Erscheinen der sogenannten „small shelly fauna” am Beginn des Kambriums, als sich die heute noch existierenden Stämme des Tierreichs entwickelten. Zu Beginn des Erdaltertums war das Leben auf dem Land noch auf die Ozeane beschränkt. Aus dem Devon sind die ersten Amphibien überliefert, die teilweise bereits an Land lebten. Im Karbon und Perm waren die Kontinente von zahlreichen Tieren und Pflanzen bevölkert. Vor allem in den Steinkohlenwäldern mit ihrem feuchtwarmen Klima entwickelte sich das Leben üppig und erreichte teilweise gigantische Ausmaße. Am Ende des Erdaltertums, im Oberperm, kam es zum größten Massenaussterben der Erdgeschichte: 75 bis 90 Prozent der damals lebenden Arten verschwanden. Auch die Trilobiten, die vom Kambrium bis ins Devon weit verbreitet waren, starben vollständig aus. Die Vorfahren der Ammoniten überlebten das Massensterben hingegen nur knapp.

chronologisch absteigend nach Periode geordnet




JÜNGER



Perm

298,9 bis 252,2 Millionen Jahre

Cardiocephalus sternbergi

Stamm: Chordata
Klasse: Amphibia
Unterklasse: Lepospondyli
Überordnung: Microsaurier
Unterordnung: Tuditanomorpha
Familie: Gymnarthridae

Größe: 1,3 cm
Fundort: Fissure Fills, Richards Spur, Oklahoma (USA)
Alter: Unterperm, Cisuralium (Kungurium), ca. 275 Millionen Jahre

CardiocephalusHier präsentiere ich zwei Gliedmaßenknochen von Cardiocephalus aus dem Unterperm. Es handelt sich um mein erstes Amphibienfossil und zugleich um mein erstes käuflich erworbenes Fossil aus dem Zeitalter des Perms vor 299 bis 252 Millionen Jahren. Ich habe es im Oktober 2014 von einem britischen Fossilienhändler erhalten. Zur Zeit des Cisuraliums wurden in Mitteleuropa die unteren Teile des Rotliegenden abgelagert. Die Microsauria sind eine ausgestorbene Gruppe amphibienartiger Landwirbeltiere, die vorwiegend in Nordamerika und wahrscheinlich auch in Teilen Europas vom Mississippium bis zum Unterperm existierten. Sie werden heute in die Gruppe der amphibienartigen Hüllenwirbler (Lepospondyli) eingeordnet. Im Unterschied zu den großen Amphibien war Cardiocephalus sehr klein und erreichte eine Länge von weniger als 10 cm. Sie ähnelten Salamandern, wobei die aquatisch lebenden Arten ihre Kiemen bis ins Erwachsenenalter behielten.

Beschreibung: Das Skelett ist schwach verknöchert mit spindelförmigen Wirbeln und langen gebogenen Rippen. Der Schädel ist gedrungen mit sich berührenden Schädelknochen. Cardiocephalus besitzt kurze Beine und einen langen Rumpf.

Apateon pedestris (Branchiosaurus)

Stamm: Chrodata
Klasse: Amphibia
Ordnung: Temnospondyli
Familie: Branchiosauridae

Größe: 4,5 cm
Fundort: Niederhausen, Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Alter: Unteres Perm, Unter Rotliegendes (Cisuralium, Artinskium), ca. 280 Millionen Jahre

ApateonIch kaufte diesen fossilen Abdruck eines Apateon (MEYER, 1844) mit Hautschatten aus dem Rotliegenden von Deutschland Ende April 2016 zu einem guten Preis auf eBay. Leider ist die dünne Sandsteinplatte beim Transport gebrochen, sodass ich sie etwas verkleinern, kleben und mit Gewebe auf der Rückseite verstärken musste. Gleichzeitig ist es das erste Fossil eines an Land und nicht im Ozean lebenden Wirbeltiers in meiner Sammlung. Apateon werden besonders häufig in den unterpermischen Fundstellen gefunden. Kein Wunder, schließlich stellten sie die artenreichste Gattung dar, die besonders häufig im Oberkarbon bis ins Unterperm von Mitteleuropa auftrat. Entsprechend zahlreich werden sie auch im Internet angeboten. Die Branchiosauriden (Kiemenechsen) atmeten im Jugendstadium noch mit Kiemen und später mit Lungen, sodass sie sowohl auf dem Land als auch im Wasser leben konnten. Von ihrer Größe und ihrem Aussehen her ähnelten sie stark den heute lebenden Molchen. Die größten Branchiosaurier wurden bis zu 20 cm groß.

Beschreibung: Apateon war ein 5 bis 12 cm langer Molch artiger Temnospondyle und ähnelte den heutigen Salamandern. Sein Schädel ist gegenüber heutigen Salamandern allerdings geschlossen. Die Augenöffnungen sind sehr groß, die ihnen umrandenden Knochen stark reduziert. Das Skelett ist nur schwach verknöchert, der Schwanz relativ breit. Die Zähne waren klein und stielförmig.

Lebensweise: Apateon lebte zeitlebens in warmen und flachen Süßwasserseen Mitteleuropas und filtrierten durch ihre Kiemendentikeln Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Im Gegensatz zu den meisten Amphibien, machten sie keine Metamorphose durch, sondern verblieben im Larvenstadium.

Pecopteris sp.

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Marattiopsida
Ordnung: Marattiales
Familie: Pecopteridaceae

Größe: 7 cm
Fundort: Manebach-Formation, Manebach, Thüringer Wald (Deutschland)
Alter: Unterperm, Unterrotliegend (Cisuralium, Sakmarium), ca. 295 Millionen Jahre

Pecopteris3Fossilien aus dem Zeitalter des Perm sind in meiner Sammlung eher selten. Dieses Belegstück von Pecopteris stammt allerdings aus dem Unterrotliegenden von Thüringen. Ich kaufte das Fossil Ende Februar 2015 zu einem guten Preis auf eBay. Es ist ein Altfund aus dem Jahr 1984 und stammt vom international bedeutenden historischen Fundort Manebach bei Ilmenau am Kammerberg in Thüringen. Diese Stelle ist die Typuslokalität der Manebacher Schichten (Unterrotliegend). Von hier stammen auch viele Holotypen permokarboner Pflanzenfossilien. Die Beschreibung und Abbildung der an dieser Stelle vorkommenden Pflanzenfossilien erfolgte im Zusammenhang mit dem Steinkohlebergbau in dieser Gegend beispielsweise schon im Jahr 1804 durch Ernst Friedrich von Schlotheim in „Beschreibung merkwürdiger Kräuterabdrücke und Pflanzenversteinerungen”. Er beschrieb die Pflanzenfossilien erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage mit Art- und Gattungsnamen. Heute ist der Fundort ein streng geschütztes Geotop. Sammeln ist absolut verboten!

Das Perm ist auf der geologischen Zeitskala das letzte System des Paläozoikums (Erdaltertum). Der Name leitet sich von der russischen Stadt Perm am Fuße des Uralgebirges ab. In Deutschland wird das Perm durch das Rotliegende und den Zechstein repräsentiert. Diese Einteilung konnte sich international jedoch nicht durchsetzen. Während des Perms herrschte auf vielen Gebieten der Erde ein trockenes und zu Beginn kühles Klima, in dessen Verlauf auch die reichsten Salzlagerstätten der Erde entstanden. Aufgrund des Klimas fand in dieser Zeit der Wechsel von den bisher dominierenden Farnpflanzen (Paläophytikum) zu trockenresistenten Nacktsamern (Mesophytikum) statt. Gegen Ende des Perms kam es zu einem rapiden Klimawandel, der auf hohen Vulkanismus zurückzuführen ist und das größte Massensterben der Erdgeschichte zur Folge hatte. Pecopteris kam vom Oberkarbon bis ins Oberperm weltweit vor und wuchs an erhöhten Stellen der artenreichen, feucht-warmen Kohlesümpfe.

Karbon

358,9 bis 298,9 Millionen Jahre

Asterophyllites equisetiformis | Callipteridium pteridium

Stamm: Tracheophyta | Tracheophyta
Klasse: Equisetopsida | Gymnospermopsida
Ordnung: Equisetales | Pteridospermales
Familie: Calamitaceae | Medullosaceae

Größe: 8,5 cm
Fundort: Wettin Subformation, Plötz, nördliche Saalesenke (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Stefan C, ca. 302 Millionen Jahre

Auf diesem Handstück sind gleich zwei Pflanzenarten aus dem Oberen Karbon zu sehen. Auf der Vorderseite ist ein Zweig der Art Asterophyllites equisetiformis (SCHLOTH) zu sehen. Auf der Rückseite befindet sich außerdem ein Fragment eines Farnwedels der Art Callipteridium pteridium. Beide Arten stammen aus den Wettiner Schichten von Plötz. Als Asterophyllites wird die Beblätterung der früher bis zu 30 Meter hohen Calamiten bezeichnet, die heute nur noch als kleinwüchsige Schachtelhalmgewächse der Gattung Equisetum vorkommen. Asterophyllites-Arten kamen vom Oberkarbon bis ins Unterperm in ganz Europa, Nordamerika und Asien vor. Sie wuchsen in den Sumpfgebieten der tropischen Steinkohlewälder. Sie waren an ein Leben in Überschwemmungsgebieten angepasst.

AsterophyllitesCallipteridium

Beschreibung: Die einadrigen Blätter sind schmal, einnervig, ungegabelt und mehr oder weniger schräg aufwärts gerichtet. Die Quirle besteht aus 10 - 30 schmalen an der Basis nicht miteinander verwachsenen Blätter. Die längsten Blätter sitzen an der Unterseite, die kürzeren hingegen an der Oberseite des Zweigs. Diese Zweige sind um die Knoten von Stamm und Ästen angeordnet.

Callipteridium pteridium | Annularia sphenophylloides

Sphenophyllum angustifolium

Stamm: Tracheophyta | Tracheophyta | Tracheophyta
Klasse: Gymnospermopsida | Equisetopsida | Equisetopsida
Ordnung: Pteridospermales | Equisetales | Sphenophyllales
Familie: Medullosaceae | Annularia | Sphenophyllacea

Größe: 15,6 cm
Fundort: Wettin Subformation, Plötz, nördliche Saalesenke (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Stefan C, ca. 302 Millionen Jahre

Callipteridium4 Auf dieser kleinen Platte sind verschiedene Pflanzenfossilien abgebildet: Zu sehen sind auf der rechten Seite ein Fiederrest des häufig vorkommenden Farnsamens Callipteridium pteridium (SCHLOTHEIM), links ein zusammen-hängender Zweigrest der Calamitenbeblätterung Annularia sphenophylloides (GUTBIER) sowie in der Mitte eine Ranke des Keilblattgewächses Sphenophyllum angustifolium (GERMAR). Auch auf der Rückseite der Platte sind Abdrücke verschiedener Pflanzen erkennbar. Die Stufe wurde im Frühjahr 2015 bei einem bekannten Fossilienhändler im Internet erworben. Alle Pflanzenreste kamen in den oberkarbonischen Sumpfwäldern sehr häufig vor und wurden vor allem in Schichten des Oberkarbons bis in das Unterperm (Rotliegende) gefunden. Die Pflanzenreste von Callipteridium pteridium werden weiter unten auf der Seite beschrieben.

Beschreibung: Annularia sphenophylloides besitzt kleine Blattsterne, die 1 bis 2 cm im Durchmesser erreichen können. Eine Mittelader ist meist deutlich ausgebildet. Das Ende der Blätter ist leicht rundlich. Die dazugehörigen Calamitenstämme sind noch nicht bekannt. Sphenophyllum angustifolium besitzt verzweigte Achsen mit schmalen Blättchen, die bis zu 16 mm lang und 2,5 mm breit werden können. Von der Basis geht eine Ader ab. Die Blättchen sind am Ende meist eingekerbt mit spitzen Zähnen. Meist sind nur 2 oder bis zu 6 Blättchen zu einen Wirtel verbunden.

Pecopteris lepidorhachis | Callipteridium pteridium

Stamm: Tracheophyta | Tracheophyta
Klasse: Marattiopsida | Gymnospermopsida
Ordnung: Marattiales | Pteridospermales
Familie: Pecopteridaceae | Medullosaceae

Größe: 9,5 cm [Bild I] / 5,0 cm [Bild II]
Fundort: Wettin Subformation, Plötz, nördliche Saalesenke (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Stefan C, ca. 302 Millionen Jahre

Auf dem ersten Handstück, das gleichzeitig mein zweites erworbenes Pflanzenfossil ist, sind drei Überreste von Pflanzen aus den Wettiner Schichten des Oberkarbons abgebildet. Vor allem Überreste der Gattung Pecopteris werden sehr häufig in Gesteinen aus dem Oberkarbon gefunden. Von Pecopteris sind mehr als 300 Arten bekannt, die meist die Höhe von Bäumen erreichten. Auf dem interessanten Schaustück haben sich außerdem ein kurzes Fiederchen der Art Pseudomariopteris busqueti sowie eine Lepidophyten-Nadel der Gattung Cyperites erhalten. Pseudomariopteris war eine lianenartige Pflanze mit schlanken Stielen und kleinen, zweigeteilten Wedeln. Die Stufe mit den drei Pflanzenresten habe ich im August 2013 im Internet gekauft.

PecopterisCallipteridium

Auf dem zweiten Belegstück aus dem Oberkarbon sind eine kurze Fieder von Pecopteris lepidorhachis (BRONGNIART) sowie Fiedern der Art Callipteridium pteridium (SCHLOTHEIM) als Positiv- und Negativabdruck zu sehen. Ich kaufte das Pflanzenfossil im Februar 2015 vom selben Händler. Fossilien der Wettiner Schichten sind häufig in den Standardwerken der paläobotanischen Literatur abgebildet. Da der Steinkohlenbergbau in diesem Gebiet jedoch schon vor über 45 Jahren endgültig eingestellt wurde, beschränkt sich das gefundene Material auf Stücke, die vor 1967 gefördert wurden.

Sphenophyllum verticillatum

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Sphenophyllales
Familie: Sphenophyllacea

Größe: 6 cm
Fundort: Wettin Subformation, Plötz, nördliche Saalesenke, Deutschland
Alter: Oberkarbon, Silesium, Stefan C, ca. 302 Millionen Jahre

Sphenophyllum Diese kleine Stufe eines hübschen Keilblattgewächses der Art Sphenophyllum verticillatum (SCHLOTH) aus dem Oberkarbon habe ich im Frühjahr 2014 sehr günstig von einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Die ausgestorbene Gattung Sphenophyllum lebte vom oberen Devon bis zum Beginn der Triaszeit, also vor 360 bis 251 Millionen Jahren, in Europa. Die im Wuchs recht niedrigen Pflanzen, die zu den Schachtelhalmgewächsen zählen, bildeten zu Lebzeiten ein krautiges Gewächs und ähnelten vom Wuchs her einer Liane.

Beschreibung: Die dreicksförmigen Blätter sind keilförmig, mit gezahntem Vorderrand und bilden mit 6 bis 12 Blättern einen Wirtel. Die Wirtel sind gleich groß und besitzen einen Länge von ca. 12 mm. Ähnlich wie bei der Gattung Calamites, sind die einzelnen Sprossen in Nodien und Nebennodien gegeliedert. Die Blätter sind radial ausgebreitet und an den Vorderseiten abgerundet. Sphenophyllum bildeten gegliederte, verzweigte und längs geriefte Sprossen. An den Sprossen wuchsen dünne und gegliederte Ähren.

Lebensweise: Sphenophyllum wuchs in den Flussauen an den Ränder der Kohlesümpfe und waren Schlingpflanzen. Einige Arten lebten auch im Wasser.

Callipteridium pteridium

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Gymnospermopsida
Ordnung: Pteridospermales
Familie: Medullosaceae

Größe: 9,5 cm [Bild I] / 20 cm [Bild II]
Fundort: Grube Maybach, Friedrichsthal, Saarland (Deutschland) [Bild I]
Schacht Barrois, Lauterbach, Saarland (Deutschland) [Bild II]
Alter: Oberkarbon, Silesium, Stefanium, ca. 305 Millionen Jahre
Westfal C-D, ca. 307 Millionen Jahre

Diese hübschen Abdrücke eines Farns aus dem Saar-Karbon wurden im Juni 2013 und im Juli 2014 von einem Online-Händler erworben. Das erste Bild zeigt mein erstes Pflanzenfossil überhaupt in meiner Sammlung. Callipteridium ist ein typisches Leitfossil im Stefan B-C des oberen Karbon und gehört botanisch zu den Farnsamern. Diese waren im Karbon sehr verbreitet und bildeten Wedel von einigen Metern Länge aus. Sie starben schließlich im Zeitalter des Perms aus.

Callipteridium1Callipteridium2

Beschreibung: Die Fiederchen sind unregelmäßig dreieckig geformt. Es besitzt kräftige und eingesenkte Mitteladern. Die Nebenandern entspringen aus der Fiederachse. Die Seitennerven sind gegeabelt mit Zwischenfiedern an der Achse.

Pecopteris plumosa

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Marattiopsida
Ordnung: Marattiales
Familie: Pecopteridaceae

Größe: 18 cm
Fundort: Grube Maybach, Friedrichsthal, Saarland (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Stefanium, ca. 305 Millionen Jahre

Pecopteris Diese schöne Pecopteris-Stufe aus dem Saarland habe ich Anfang Mai 2014 bei eBay gekauft. Sie zeigt mehrere Wedel und Fragmente dieser häufig vorkommenden Pflanzenart. Die einzelnen Fiederchen sind auf dieser Stufe weniger deutlich zu erkennen und auch kleiner als bei der weiter oben abgebildeten Stufe. Die lianenartigen Kletterfarne besitzen Blätter, die wie Zähne auf einem Kamm angeordnet sind. Der Name Pecopteris leitet sich übrigens von den griechischen Wörtern pekin (kämmen) und pteris (Farn) ab.

Beschreibung: Die Wedel von Pecopteris sind doppelt gefiedert, die Blätter zwei- bis dreimal unterteilt. Die Achse ist fein und längs gestreift. Die Fiederchen sind zungenförmig, klein, breit und können völlig miteinander verbunden sein oder auch einzeln isoliert stehen. Die Enden der Fiederchen sind gerundet.

Annularia sp. | Pecopteris sp. (Rückseite)

Stamm: Tracheophyta | Tracheophyta
Klasse: Equisetopsida | Marattiopsida
Ordnung: Equisetales | Marattiales
Familie: Calamitaceae | Pecopteridaceae

Größe: 12,0 cm
Fundort: Schacht Barrois, Lauterbach, Saarland (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Westfal C-D, ca. 307 Millionen Jahre

Auf der Vorderseite dieser Stufe aus dem saarländischen Oberkarbon sind winzige Blätter des ausgestorbenen Schachtelhalmgewächses Calamitacaea abgebildet. Das schöne Stück war Bestandteil eines 5-teiligen Fossilienlots, das ich im Juli 2014 im Internet sehr günstig erworben habe. Auf der Rückseite sind einige Wedelfragmente des im Oberkarbon sehr häufig vorkommenden Kletterfarns der Gattung Pecopteris erkennbar.

Annularia1Annularia2

Die baumhohen Schachtelhalme konnten eine Höhe von bis zu zehn Metern erreichen. Ihre Wirtel werden als Annularia bezeichnet und sind um die Knoten von Stämmen und Ästen angeordnet. Die einzelnen, vierstrahligen Wirtel sind an ihrer Basis ringförmig verwachsen. Die Blättchen sind ungeteilt und besitzen eine Mittelachse. Wirtel aus einadrigen, nicht verwachsenen Blättern werden übrigens Astereophyllites genannt. Sie kamen vor allem in Westeuropa und Nordamerika vom Oberkarbon bis ins Unterperm vor. Schachtelhalmgewächse wuchsen vor allem an nassen bis sehr feuchten Orten entlang von Flüssen und an Seenufern.

Archaeocalamites sp. (Asterocalamites)

Stamm: Embryophyta
Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Equisetales
Familie: Archaeocalamitaceae

Größe: 15,5 cm
Fundort: Schacht Barrois, Lauterbach, Saarland (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Westfal C-D, ca. 307 Millionen Jahre

ArchaeocalamitesDieses interessante Stammstück eines frühen Schachtelhalmgewächses war Teil eines 5-teiligen Fossilienlots aus dem Saarkarbon. Ich habe es im Juli 2014 auf eBay sehr günstig erworben. Der Hohlraum des Stammes füllte sich mit Sediment, sodass er als Innensteinkern erhalten blieb. Die linke Seite des Stücks wurde bei der Fossilisation leicht gequetscht. Die Archaeocalamiten waren die älteren Typen der Calamiten und verbreiteten sich vor allem im Unterkarbon. Archaeocalamites erreichte eine Höhe von bis zu 20 Metern. Diese Pflanzen waren biegsam, innen hohl und entwickelten bis zu 16,5 cm breite Stiele. Diese waren mit auffälligen Längsrillen und Stegen versehen und besaßen Seitenzweige an den Knoten. Im Gegensatz zu den Archaeocalamiten sind diese Rillen bei den Calamiten versetzt angeordnet. Die Seitentriebe (Asterophyllites) besitzen ebenfalls eine Gliederung in Knoten und Internodien. An den Knoten saß jeweils ein Wirtel aus sehr schmalen, an der Basis verwachsenen Blättern. Ähnlich wie bei den Schuppen- und Siegelbäumen des Karbons war an den Enden ein sogenannter Strobilus mit Sporen vorhanden. Das Wurzelsystem bestand aus großen, waagerecht liegenden Wurzelstöcken.

Die Überreste dieser ausgestorbenen Pflanzen finden sich vor allem in den Sandsteinschichten Europas und Nordamerikas aus dem Mississippium (Unterkarbon). Die ersten Vertreter dieser Gattung gab es jedoch bereits im Oberdevon vor 385 Millionen Jahren. Vor 275 Millionen Jahren, im Zeitalter des Perm, starben diese Pflanzen schließlich aus. Heute gibt es nur noch kleinwüchsige Schachtelhalmgewächse. Sie wuchsen vor allem an nassen bis sehr feuchten Orten in Uferzonen sowie in Überschwemmungsgebieten von Flüssen.

Lepidodendron aculeatum

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Lycopodiopsida
Ordnung: Lepidodendrales
Familie: Lepidodendraceae

Größe: 15,0 cm
Fundort: Mariendorf, Aachen, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Westfal C-D, ca. 307 Millionen Jahre

LepidodendronDieses hübsche Stammstück eines Lepidodendrons (STERNBERG, 1820) habe ich im August 2016 von einem Händler auf eBay gekauft. Es zeigt den Abdruck eines Stammabschnitts eines Schuppenbaums aus dem Aachener Revier vor 307 Millionen Jahren. Diese ausgestorbene Gattung primitiver, baumähnlicher Pflanzen erreichte in den sumpfigen Steinkohlewäldern des Karbons Höhen von bis zu 40 Metern. Die Stämme dieser Bärlappgewächse besaßen vor allem an der Basis oftmals einen Durchmesser von über zwei Metern. Nach oben hin verjüngte sich der Stamm. Gehalten wurden diese Bäume durch ein mächtiges, weit verzweigtes Wurzelwerk, das mit der Bezeichnung „Stigmaria” sogar einen eigenen Gattungsnamen besitzt. Die nadelförmigen Blätter dieser Bäume ähnelten den Blättern einer Tanne und befanden sich auf dünnen, jungen Zweigen. An den Enden der Zweige befanden sich ovale Zapfen, die ähnlich aussahen wie die Zapfen moderner Fichten oder Tannen. Die Rinde der Bäume zeigte asymmetrische und rhombische Blattnarben. Die Sprossachse bestand zum überwiegenden Teil aus Rinde.

Lepidodendron-Bäume vermehrten sich in Form von Sporen und wuchsen unter subtropischen bis tropischen Bedingungen. Ihre Überreste findet man heute vor allem in Europa und Nordamerika in den Sandsteinschichten des späten Karbons. Sie gehören zu den häufigsten Pflanzenfossilien dieses Zeitalters. Am Ende des Karbons starben die Lepidodendrales in Europa und Amerika aus. In China überdauerten sie hingegen bis ins mittlere Perm. In der späten Trias starb die Gattung schließlich aus und wurde von Nadelbäumen ersetzt. Der nächste heute noch existierende Verwandte dieser Pflanzen sind die Klumpmoose. Die Bärlappgewächse bildeten den Großteil der subtropischen Karbon-Wälder und machten im Oberkarbon 70 % der Biomasse der Steinkohlewälder aus.

Stigmaria ficoides

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Lycopodiopsida
Ordnung: Lepidodendrales
Familie: Lepidodendraceae

Größe: 19 cm
Fundort: Schacht Barrois, Lauterbach, Saarland (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Westfal C-D, ca. 307 Millionen Jahre

StigmariaHierbei handelt es sich um ein Wurzelorgan von Schuppenbäumen, zum Beispiel von Lepidodendron oder Sigillaria. Das Stück war Bestandteil eines 5-teiligen Fossilienlots aus dem Saarkarbon, das ich im Sommer 2014 sehr günstig auf eBay erworben habe. Diese Bärlappflanzen kamen vom oberen Devon bis in das mittlere Perm hinein vor, erreichten Höhen von über 30 bis 40 Metern und hatten einen Stammdurchmesser von bis zu zwei Metern. Sie starben am Ende des Karbons in Europa und Nordamerika aus. Der Hinweis, dass es sich hierbei um Stigmaria ficoides (Brongniart) handelt, kam von Michael, der ebenfalls ein Lidl-Scope besitzt und durch Zufall auf meine Webseite gestoßen ist. Er schreibt:

"Es handelt sich in Wirklichkeit um das Wurzelorgan von Lepidophyten. Wenn Du diesen Begriff bei Google eingibst, und die Bilder anschaust, erkennst Du sofort die Richtigkeit. Der Mark-Zylinder ist bei Stigmaria ganz typisch, obwohl er meistens verborgen bleibt außer, das Fossil ist irgendwie genau an der Stelle offen gelegt."

Während des Karbons lag ein großer Teil Europas und Nordamerikas am Äquator. Es herrschte ein warmes, feuchtes Klima, das ideal für das Wachstum der Sumpfwälder war. In dieser Zeit überdeckte das Paralische Becken große Teile von Irland, England, Nordfrankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Polen. Es war regelmäßigen Schwankungen des Meeresspiegels ausgesetzt. Dadurch lagerten sich innerhalb von nur einer Million Jahren Tausende Meter Sediment mit den Überresten der Steinkohlewälder ab. Die häufigste Vegetation bestand aus Vertretern der Gattungen Sigillaria und Lepidodendron. Der Stamm dieser Bärlappgewächse war mit mehreren Y-förmigen Wurzeln (Stigmaria) flach im Boden verankert.

Sigillaria elegans

Stamm: Tracheophyta
Klasse: Lycopodiophytina
Ordnung: Lepidodendrales
Familie: Sigillariaceae

Größe: 14,5 cm
Fundort: Schacht Barrois, Lauterbach, Saarland (Deutschland)
Alter: Oberkarbon, Silesium, Westfal C-D, ca. 307 Millionen Jahre

Dieses hübsche Stück Rinde eines Siegelbaums war Teil eines 5-teiligen Fossilienlots aus dem Saarkarbon, das ich im Juli 2014 sehr günstig auf eBay erworben habe. Die Überreste dieser fossilen Pflanzen findet man sehr häufig auf den Abraumhalden des Steinkohlebergbaus. Die bis zu 20 bis 30 Meter hoch werdenden, ausgestorbenen, baumartigen Bärlappgewächse mit mäßig dicken Stämmen trugen kleine, schlanke Kronen aus länglichen, grasartigen Blättern und Zapfen, die sogenannten Sporangien. Die Blätter wuchsen dabei direkt aus dem Stamm heraus. Ihren Namen erhielten sie aufgrund der für die Gattung typischen, siegelartigen Blattnarben, die auf der Oberfläche von Rindenstücken zu finden sind. Die Narben dienten auch dem Feuchtigkeits- und Luftaustausch. Um sich besser im schlammigen Boden zu verankern, bildeten diese Pflanzen ein flaches Wurzelsystem, die sogenannten Stigmaria, aus. Siegelbäume gab es in den Steinkohlewäldern des Karbon sehr zahlreich und sie waren vom Unterkarbon bis in das Unterperm in ganz Europa und Nordamerika weit verbreitet.

SigillariaSigillaria

Beschreibung: Sigillaria besitzt am Stamm auffällige Blattnarben, die eine hexagonale Form besitzen. Diese können aber auch rundlich sein. Sie sind in längsform angeordnet. Die Furchen zwischen den Rippen zeigen ein wabenartiges zickzack-artiges Muster.

Lebensweise: Die Sigillarien hatten ihre Blütezeit im Pennsylvanium und wuchsen in sumpfnahen Gebieten und an etwas trockeneren Standorten der tropischen Steinkohlewälder.

Devon

419,2 bis 358,9 Millionen Jahre

Goniatites sp.

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Goniatitida
Familie: Goniatitidae

Größe: [Bild 1] 2,5 cm / [Bild 2] 8,5 cm / [Bild 3] 6,0 cm
Fundort: Erfoud (Marokko)
Alter: Oberes Devon, ca. 350 Millionen Jahre

Goniatites1Dieses schöne Exemplar habe ich auf dem 6. Herzberger Teleskoptreffen erworben – ja, auf solchen Treffen kann man unter Umständen auch Fossilien erwerben. In den einzelnen Kammern kann man die Hämatiteinschlüsse sehr gut erkennen. Dieser Goniatit wurde aufgeschnitten und anschließend poliert. Auch auf dem zweiten Bild ist ein Fragment eines Goniatiten zu sehen, bei dem man im unteren Teil die Lobenlinien sehr gut erkennen kann. Der Goniatit ist in marokkanischem Fossilienmarmor eingebettet, in dem sich noch weitere, deutlich kleinere Goniatiden-Fossilien befinden. Diesen Goniatiten kaufte ich im Juli 2023 als kleines Souvenir auf der Rückfahrt von Südtirol bei einem Zwischenstopp in einem Fossilien- und Mineralienladen in Mittenwald (Oberbayern). Das jüngste Exemplar eines besonders schönen Goniatiten (Bild 3) habe ich im Juli 2024 in Unterberg im Zillertal (Österreich) erworben. Im Laden von Ingrid und Walter Burgstaller (Holzschnitzerei-Mineralien) kann man neben Holzschnitzereien auch viele Mineralien und einige Fossilien gegen einen kleinen Obolus erwerben.

Goniatit2Goniatit3

Beschreibung: Das involute Gehäuse weist einen kleinen, engen Nabel auf. Die zickzack artigen Suturen bestehen aus zugespitzten und gerundeten Elementen. Die dünne Schale ist mit feinen Wachstumslinien verziert. Lebensweise: Goniatites lebte auf küstennahen Meeresböden in strömungsreichen, warmen und sauerstoffreichen Gewässern und trat lokal in Schwärmen auf. Auf Grund ihrer Gehäuseform vermutet man, dass diese Art eher langsame und schlechte Schwimmer waren. Über dessen Ernährung ist nur wenig bekannt.

Tornoceras

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Goniatitida
Familie: Tornoceratidae

Größe: 10 cm [Bild I] / 8,5 cm [Bild II]
Fundort: Atlas Gebirge, Marokko
Alter: Oberes Devon, ca. 350 Millionen Jahre

Mein Bruder hat mir diese beiden Exemplare vom Fossilienhändler aus Cottbus mitgebracht. Sie sind ein typisches „Mitbringsel” aus dem Devon von Marokko. Der Ammonit ist nicht mehr in seiner Matrix eingebettet und wurde poliert. Dadurch ist seine runde, abgeflachte Form sehr gut erkennbar. Besonders das kleinere Exemplar (Bild 2) besitzt eine wunderschöne, detaillierte Maserung.

Tornoceras1Tornoceras

Beschreibung: Die Schale ist außen rund und nahezu flach. Die einzelnen Windungen verjüngen sich zur Mitte hin. Der Nabel ist klein und eng. Die Loben bilden stufenförmige Kamern und sind leicht wellig. Die Siphonaldüten sind nach vorn gerichtet.

Gonioclymenia speciosa

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Clymeniida
Familie: Gonioclymeniidae

Größe: 8,0 cm
Fundort: Merzouga, Südmarokko
Alter: Oberes Devon (Famennium) ca. 360 Millionen Jahre

GonioclymeniaIch kaufte diesen schönen, aufgeschnittenen und anschließend geschliffenen frühen Goniatiten aus dem nordafrikanischen Anti-Atlas-Gebirge in Marokko im Winter 2014. Er war Bestandteil eines sehr preisgünstigen Fossilienlots auf eBay. Auch bei diesem Exemplar erkennt man in den einzelnen Kammern hübsche Hämatit-Einschlüsse, die einen interessanten Einblick in den inneren Aufbau dieser frühen Ammonitenart geben. Die Art Gonioclymenia wird besonders häufig in Marokko gefunden und auf Fossilienbörsen sowie bei verschiedenen Händlern angeboten. Sie stellen auch wichtige Leitfossilien des Devons dar.

Beschreibung: Gonioclymenia besitzt einen engen Nabel. Die einzelnen Kammern sind gut definiert und verjüngen sich in Richtung des Nabels. Die Lobenlinien sind zum Teil zickzack-förmig geschwungen.

Lebensweise: Vermutlich war Gonioclymenia ein langsamer Schwimmer und lebte in Bodennähe des subtropischen bis tropischen Kontinentalschelfs.

Cheiloceras subpartitium

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Goniatitida
Familie: Cheiloceratidae

Größe: 1,5 cm
Fundort: Nehden-Stufe, Sauerland, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Alter: Oberes Devon (Famennium), ca. 370 Millionen Jahre

CheilocerasIch kaufte diesen kleinen, aber sehr gut erhaltenen Goniatiten im Herbst 2014 bei einem bekannten Fossilien- und Mineralienhändler auf eBay. Diese frühe Ammonitenart ist ein typisches Leitfossil der Nehden-Stufe des unteren Oberdevons (370–365 Mio. Jahre) und wird dort relativ häufig gefunden. In der wissenschaftlichen Literatur werden sie als Paläoammoniten bezeichnet. Im Volksmund werden sie auch Eifelperlen genannt, da ihre fast kugelförmigen Schalen mit einer glänzenden Pyritschicht überdeckt sind. Goniatiten lebten vom Devon bis ins Perm hinein. Die hier abgebildete Art wird vor allem in Frankreich und Deutschland gefunden.

Beschreibung: Cheiloceras besitzt ein stark involutes, aufgeblähtes Gehäuse mit kleinem Nabel und breiten Windungen. Das Gehäuse erscheint deshalb nahezu kugelförmig. Auf der Flanke sind nach hinten gebogene Einschnürungen vorhanden.

Lebensweise: Cheiloceras war vermutlich ein guter Schwimmer und Räuber.

Polierter Goniatit

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Ammonoidea
Ordnung: Goniatitida

Größe: 21 x 23 cm
Fundort: Atlas-Gebirge, Erfoud (Marokko)
Alter: Oberes Devon, ca. 370 Millionen Jahre

GoniatitAnfang April 2016 ersteigerte ich diesen wunderschönen, polierten Goniatiten aus dem Oberdevon von Marokko für einen lächerlichen Preis von nur 13 Euro auf eBay. Normalerweise kosten diese interessanten Kunstwerke aus poliertem Fossilienmarmor bei diversen Fossilienhändlern 200 bis 300 Euro! Gleichzeitig gehört das Fossil mit einem Eigengewicht von fast 4 Kilogramm zu den größten und schwersten Exemplaren in meiner Sammlung. Als kostenlose Dreingabe gab es einen passenden Ständer aus Metall, um den Goniatiten entsprechend auf meiner Schrankwand zu präsentieren. Ein Goniatit ist ein Vorfahre der gewöhnlichen Ammoniten, die vor etwa 390 Millionen Jahren während des Mittleren Devons erschienen sind. Sie werden im Atlas-Gebirge von Marokko in großer Stückzahl abgebaut und oft zu dekorativen Stücken verarbeitet, um sie an Touristen und Fossilienhändler zu verkaufen.

Orthoceras sp.

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Nautiloidea
Ordnung: Orthocerida
Familie: Orthoceratidae

Größe: 13 cm [Bild I] / 7 cm [Bild II] / 18 cm [Bild III] / 30 cm [Bild IV]
Fundort: Atlas-Gebirge, Erfoud (Marokko) / Atlas-Gebirge, Kouribga (Marokko)
Alter: Oberes Devon, ca. 370 Millionen Jahre

Das erste Exemplar eines weit verbreiteten Nautiliden oder Kopffüßers aus dem berühmten Ortoceras-Kalkstein Marokkos war ein Geburtstagsgeschenk meines Astrokumpels Uwe. Bild 2 zeigt einen weiteren Orthoceratiden aus Marokko im schwarzen Kalkstein. Er war Bestandteil eines reichen Fossilien-Lots, das ich im Winter 2014 auf eBay ersteigert hatte. Im Gegensatz zu den anderen Exemplaren ist das den Orthoceratiden umgebende, rohe Muttergestein, die sogenannte Matrix, noch im Originalzustand.

Orthoceras1Orthoceras2

Der andere, geschliffene Kopffüßer war Bestandteil eines Fossilien-Konvoluts, das ich im Frühjahr 2014 recht günstig im Internet erworben habe. Gleichzeitig handelt es sich bei diesem Fossil um ein besonders schönes und großes Exemplar. Alle Exemplare wurden von der einheimischen Bevölkerung vor Ort geschliffen und poliert und werden in diesem Zustand häufig an Touristen verkauft bzw. bei den verschiedensten Fossilienhändlern angeboten. Ein besonders interessantes Objekt in meiner Sammlung habe ich Ende März 2016 zu einem sehr günstigen Preis bei eBay ersteigert. Dieser polierte Teller stammt natürlich ebenfalls aus Marokko und zeigt verschiedene Kopffüßer in dem für diese Lokalität typischen braun-schwarzen Fossilienmarmor. Ich hatte sehr viel Glück und konnte den 30 cm großen Teller inklusive des passenden Metallständers für nur 11 EUR erwerben.

Orthoceras3Orthoceras4

Während der Devonzeit war die marokkanische Sahara der Boden eines riesigen prähistorischen Ozeans. Nach dem Rückzug des Meeres blieben die Meerestiere als Versteinerungen erhalten. In mehreren Steinbrüchen werden Kalksteine abgebaut, die diese Fossilien enthalten. Jeder Steinbruch hat dabei seine spezifischen Merkmale in Bezug auf die Farbe des Gesteins (schwarzer und brauner Marmor) sowie die Art der vorkommenden Fossilien (Trilobiten, Goniatiten und Orthoceraten). Vor allem der schwarze Marmor ist sehr reich an Orthoceras-Fossilien. Im braunen Gestein kommen Orthoceraten und Goniatiten vor.

Beschreibung: Das Gehäuse gleicht einem zylindrischen Konus, der sich langsam verjüngt. Es besteht aus konkav-konvexen und engstehenden Kammern, die durch den so genannten Sipho miteinander verbunden sind.

Lebensweise: Über die Lebensweise dieser Tiere ist nur wenig bekannt, aber man vermutet, dass sie Fleischfresser waren und Aas und kleine Meerestiere vertilgten.

Orthoceras & Goniatit Statue

Größe: 23 cm (Fossilien: 9 - 14 cm)
Fundort: Atlas-Gebirge, Erfoud (Marokko)
Alter: Oberes Devon, ca. 370 Millionen Jahre

Statue Diese Orthoceras-Statue mit einem hübschen Goniatiten kaufte ich im Juni 2013 von einem österreichischen Fossilienhändler. Solche Statuen werden sehr häufig von Fossilienhändlern angeboten. Sie werden von Einheimischen in marokkanischen Handwerksbetrieben hergestellt und vor Ort an Touristen verkauft. Jede Statue ist ein Unikat und macht sich besonders gut als dekoratives Stück – vor allem auf meiner Schrankwand. Bei dieser Skulptur wurden die Fossilien besonders herausgearbeitet und geschliffen. Die Matrix blieb dabei in ihrem natürlichen Zustand erhalten. Neben vollständig polierten Statuen werden sehr häufig auch geschliffene und polierte Schalen und Teller angeboten, auf denen gleich mehrere Exemplare von Orthoceratiten und Goniatiten zu sehen sind.

Ordovizium

485,4 bis 443,4 Millionen Jahre

Orthoceras sp.

Stamm: Mollusca
Klasse: Cephalopoda
Unterklasse: Nautiloidea
Ordnung: Orthocerida
Familie: Orthoceratidae

Größe: 10 cm [Bild I] / 20 cm [Bild II]
Fundort: Atlas Gebirge (Marokko)
Alter: Mittleres bis Oberes Ordovizium, ca. 460 bis 450 Millionen Jahre

Diese beiden ausgestorbenen Kopffüßer stammen aus dem mittleren Ordovizium in Marokko und unterscheiden sich in ihren Merkmalen kaum von den im Meer lebenden Nautiloidea, die im Fossilienmarmor aus dem mittleren Devon gefunden werden. Das erste Exemplar habe ich übrigens von meinem Astro-Kumpel Uwe zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das zweite Exemplar – das größte und hübscheste in meiner Sammlung – ersteigerte ich Ende März 2016 recht günstig auf eBay. Es zeigt ein Ortoceras im grau-braunen Kalkstein.

Orthoceras1Orthoceras2

Orthoceras sind ausgestorbene Meereslebewesen, dessen weicher Kopf, ähnlich wie bei den heute lebenden Nautiliden, mit Fangarmen besetzt war. Oft wird diese Gattung mit den bei uns vorkommenden Belemniten verwechselt. Die ersten Arten dieser Kopffüßer lebten vor mehr als 480 Millionen Jahren im unteren Ordovizium. Die Vorfahren der heute lebenden Tintenfische starben dann gegen Ende der Triaszeit, also vor rund 200 Millionen Jahren, aus. Ihre harte Schale ist zylinderförmig und in Segmenten unterteilt. Die Fortbewegung erfolgte in horizontaler Lage mittels des Rückstoßprinzips, indem Wasser eingeströmt und ausgepresst wurde. Die Schalen dieser ersten Nautiloiden konnten Längen von wenigen Zentimetern bis zu 14 Metern erreichen!

Clonograptus rigidus

Stamm: Hemichordata
Klasse: Pterobranchia
Ordnung: Graptoloidea
Familie: Anisograptidae

Größe: 6 cm
Fundort: Zagora, Vallée du Drâa, Anti Atlas (Marokko)
Alter: Unteres Ordovozium, Arenig, ca. 480 Millionen Jahre

GraptolithenHier haben wir eine selten angebotene Graptolithenplatte mit Clonograptus rigidus (LINNARSON) in guter Erhaltung aus dem unteren Ordovizium Marokkos. Die Platte wurde im April 2015 bei eBay zu einem sehr guten Preis ersteigert. Graptolithen sind eine Klasse ausgestorbener, polypenähnlicher und kolonie-bildender Tiere, von denen nur die Wohnröhren im Graptolithenschiefer fossil erhalten sind. Aufgrund ihrer äußeren Merkmale wurden ihre Reste oft mit Pflanzen verwechselt. Sie kamen weltweit vom Oberkambrium bis ins Unterkarbon vor. Aufgrund ihrer raschen Entwicklung stellen Graptolithen hervorragende Leitfossilien dar. So können das Ordovizium und das Silur beispielsweise in verschiedene Graptolithen-Biozonen im Abstand von 0,5 bis 1,5 Millionen Jahren stratigraphisch eingeteilt werden. Ein Großteil der Graptolithen starb zum Ende des Ordoviziums aus, als sich die Erde weltweit abkühlte. Die letzten Graptolithen-Arten überlebten jedoch bis in die Karbonzeit vor 345 Millionen Jahren. Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „beschriebener Stein” (graptos = beschrieben / lithos = Fels). Neue Arbeiten kommen zu dem Schluss, dass die Flügelkiemer (Pterobranchia) überlebende Graptolithen sind, da sie viele gemeinsame Merkmale aufweisen.

Beschreibung: Äußerlich ähneln Graptolithen einem Metallsägeblatt. Jede Kolonie (Rhabdosome) hat eine variable Anzahl von Zweigen, die aus einem anfänglichen Stil (Stolone) erwachsen. Jeder Einzelzweig ist in eine röhrenförmige oder becherartige Struktur, in so genannten Theken, untergebracht.

Lebensweise: Graptolithen lebten zu Beginn ihrer Entwicklung sessil-benthnisch in mittleren bis relativ tiefen Wasser. Später entwickelten sich planktische Arten, die an einem von der Anfangskammer (Sicula) ausgehenden Achsenfaden (Nema) hängen.

Kambrium

541 bis 485,4 Millionen Jahre

Paliella patelliformis

Stamm: Cnydaria
Unterstamm: Medusozoa
Ordnung: Hydrozoa oder Scyphozoa
Familie: ?

Größe: 1,8 cm Medusa (3,0 cm Matrix) [Bild I] / 4,0 cm (Bild II)
Fundort: Mount Simon Complex, Blackberry Hill Formation, Mosinee, Wisconsin (USA)
Alter: Unteres Oberkambrium, ca. 499 Millionen Jahre

Dieses interessante Spurenfossil aus dem Mount-Simon-Sandstein habe ich im September 2014 von einem britischen Fossilienhändler (www.ddfossils.com) im Internet gekauft. Wir sehen hier den Abdruck einer Qualle aus dem oberen Kambrium von Wisconsin, der sich im feinen Sediment erhalten hat. Überreste der Medusenart Paliella patelliformis wurden bereits in mediacarischen Sandsteinen in der Ukraine nachgewiesen. Das bedeutet, dass es diese Art schon lange vor der kambrischen Explosion auf der Erde gab. Viele Spurenfossilien, die am Mount Simon gefunden wurden, sind allerdings noch unbeschrieben. Der rechts abgebildete Längsschnitt durch einen Stein, den ich im Frühjahr 2014 vom selben Fossilienhändler erworben habe, entstand durch die Ablagerung verschiedener feiner Sandschichten an einem durch Wind und Wasser geformten vorgelagerten Inselkomplex. Er zeugt von einem alten tropischen paläozoischen Sandstrand, der vor ca. 500 Millionen Jahren im Oberkambrium existierte.

PaliellaBeachstone

Der Mount Simon-Komplex in Wisconsin ist für seine zahlreichen Abdrücke großer Quallen sowie seine reiche Fauna kleiner Fossilien und Spurenfossilien bekannt. Fossilien dieser Art sind als organische Flecken im Quarzit des Sandsteins erhalten geblieben. Da rezente Quallen jedoch vollständig aus Weichgewebe bestehen und ihr Wasseranteil etwa 95 % beträgt, sind Weichtierfossilien deutlich seltener anzutreffen als die Überreste von Tieren, die mit einem mineralischen Exoskelett ausgestattet sind. Deshalb vermutet man zurecht, dass die am Mount Simon gefundenen Quallenüberreste das Ergebnis einer Massenstrandung sind, die möglicherweise durch eine Sturmflut verursacht wurde. Die Wissenschaftler glauben, dass sich diese Weichtiere aufgrund des Mangels an Aasfressern an Land und einer schnellen Bedeckung mit Sediment überhaupt fossil erhalten konnten. Fossile Quallen sind vor allem aus dem Zeitalter des Kambriums und Karbons bekannt. Im warmen Meer des Kambriums waren sie vermutlich sehr erfolgreiche Jäger.

Skolithos linearis (Ichnofossil)

Größe: 6 cm
Fundort: Norddeutsches Geschiebe, Schleswig-Holstein (Deutschland)
Herkunft: vermutlich Schonen, Kalmarsund (Schweden)
Alter: Unteres Unterkambrium, Terreneuvium (Fortunium), ca. 540 Millionen Jahre

Ich kaufte diese beiden Steine aus dem Geschiebe Norddeutschlands im Sommer 2014 recht günstig von einem privaten Anbieter im Internet. Beim ersten Stein sind die Wohnröhren, die deutlich härter als das umgebende Material sind, zum Teil herausgewittert. Der zweite Stein ist deutlich runder und abgeschliffen, sodass die Röhren schwieriger zu erkennen sind. Skolithos - auch Scolithus - (HALDEMANN, 1840) ist der Gattungsname eines Spurenfossils. Der Sandstein stammt aus dem untersten Unterkambrium und wurde durch Gletscher des Eiszeitalters von Skandinavien nach Deutschland verfrachtet.

Skolithos1Skolithos2

Skolithosandstein zählt zu den ältesten Fossilien, die man in Deutschland finden kann. Bei diesem Spurenfossil erkennt man senkrecht zur Schichtung verlaufende, meist unverzweigte Röhren, die als Wohngänge von Suspensionsfressern dienten. Vermutlich wurden sie durch im Meeresboden lebende, sich durch das Sediment grabende Anneliden oder Phoroniden (Würmer) verursacht. Ansonsten sind leider keinerlei Überreste dieser Erbauer erhalten, außer deren Lebensspuren. Die Schichtung ist nicht gestört, was darauf hindeutet, dass das Sediment erst nach der Bildung der Röhren zwischen ihnen abgelagert wurde. Skolithos kommt weltweit in marinen Sandsteinen verschiedensten Alters vom Kambrium bis ins Ordovizium vor. Die ältesten Spuren stammen jedoch aus dem oberen Neoproterozoikum. Deshalb vermutet man zu Recht, dass diese Art von Wohnröhren durch unterschiedliche Organismen erbaut wurden.

Beschreibung: Das quarzitische Gestein ist weißgrau bis gelblich. Senkrecht stehen 2 bis 4 mm lange parallel verlaufende zylinderförmige Röhren, die lotrecht ins Substrat hinein verlaufen. Häufig weisen diese Röhren eine andere Farbe auf als der umgebende Sandstein.
ÄLTER