Fossiliensammlung - Trilobiten
Elrathia

Elrathia kingii aus dem Mittleren Kambrium von Utah, USA (510 Millionen Jahre)
Trilobiten sind eine Klasse ausgestorbener Gliederfüßer (Arthropoden), die vom Unterkambrium vor 521 Millionen Jahren bis zum Ende des Perms vor 251 Millionen Jahren in den Weltmeeren lebten. Sie starben während des größten Massenaussterbens der Erdgeschichte am Ende des Perms aus. Aufgrund ihres kalzitischen Exoskeletts sind sie jedoch weltweit in großer Zahl fossil erhalten geblieben. Somit zählen sie zu den wichtigsten Leitfossilien des Paläozoikums. Auch ihre Fußspuren sind vielerorts als Spurenfossilien erhalten. Die Klasse der Trilobiten umfasst 150 Familien mit über 5.000 Gattungen und mehr als 15.000 Arten. Seit meiner Kindheit wollte ich unbedingt ein Trilobiten-Fossil besitzen. Den ersten Trilobiten kaufte ich im Jahr 2004 in einem Fossilien- und Mineralienladen in Mittenwald, Bayern. Bis heute sind viele weitere Trilobiten zu meiner Sammlung hinzugekommen. Das kleinste Fossil misst 8 mm, das größte stolze 34 cm.
Aufbau

Morphologischer Aufbau eines Trilobiten
(1) Cephalon; (2) Thorax; (3) Pygidium; (4) rechter pleuraler Lobus; (5) Axiallobus; (6) linker pleuraler Lobus
Quelle: Wikimedia Commons

chronologisch absteigend nach Periode geordnet




JÜNGER


Devon

419,2 bis 358,9 Millionen Jahre

Proteus sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Proetoidae

Größe: 1,5 cm
Fundort: Marokko
Alter: Oberes Devon (Famennium), ca. 360 Millionen Jahre

Proteus Dieses hübsche, halb eingerollte Exemplar eines Proteus stammt aus dem Oberdevon an der Grenze zum Karbon und wurde im Atlasgebirge in Marokko gefunden. Während meiner Reise durch den Südwesten der USA im August 2017 entdeckte ich es in einem schönen Fossilienladen in Bryce Canyon City, Utah, USA. Proteus gehört zur Familie der Proetidae, die im oberen Ordovizium erstmals auf der Erde auftauchten. Sie gehören zu den letzten überlebenden Trilobitenordnungen, die bis ins mittlere bis obere Perm überlebten. Am Ende des Erdaltertums starben schließlich alle Trilobiten im größten Massenaussterben der Erdgeschichte endgültig aus. Typisch für diese Trilobitenfamilie sind die hervorstehende Glabella mit gut ausgeprägten Tuberkeln, die holochronalen Augen sowie der aus 10 bis 12 Segmenten bestehende Thorax mit kleinem Pygidium, der auch bei diesem Exemplar vorhanden ist.

Barrandeops sp. new

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 6 cm [Bild I] / 9 cm [Bild II]
Fundort: Marokko
Alter: Oberes Devon (Famennium), ca. 370 Millionen Jahre

Das relativ große Exemplar eines Phacopiden aus Marokko auf dem ersten Bild habe ich im Sommer 2011 am Königssee in Berchtesgaden in Oberbayern erworben. Da Cephalon und Pygidium leider beschädigt sind, ist eine genaue Artbestimmung schwierig. Ich vermute jedoch, dass es sich um einen Barrandeops handelt. Zumindest sind die seitlichen Facettenaugen auf der Glabella noch sehr gut zu erkennen, und die Glabella selbst ist mit einigen warzenähnlichen Tuberkeln gesprenkelt.

PhacopideBarrandeops

Falls es sich nicht um einen Barrandeops handelt, sprechen die äußeren Merkmale eindeutig für einen devonischen Trilobiten der Ordnung Phacopida. Das zweite Exemplar habe ich im Sommer 2025 direkt am Gosausee (Dachsteingebiet) bei "Stein- und Fossilienschleiferei Gapp". Bei diesem deutlich besser erhaltenen Exemplar handelt es sich vermutlich ebenfalls um einen Barrandeops aus Marokko bzw. um einen Trilobiten der Ordnung Phacopida. Leider sind bei diesem Fossil die für diese Art typischen Facettenaugen nicht gut erhalten.

Metacanthina barrandei

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Acastidae

Größe: 5 cm (Matrix: 7,5 x 7,0 cm)
Fundort: Anti Atlas, Atachana, Alnif (Marokko)
Alter: Oberes Devon (Famennium), ca. 380 Millionen Jahre

metacanthinaBei diesem schönen Exemplar eines Trilobiten aus dem Oberdevon von Marokko handelt es sich um einen Vertreter der Gattung Metacanthina. Er ist auch unter den Synonymen Cryphaeus barrandai oder Hollardops mesocristata bekannt. Ich habe das nahezu perfekt erhaltene Exemplar im Februar 2016 für 20 Euro bei einem Trilobitenhändler auf eBay ersteigert. Es gehört zu den schönsten und interessantesten Belegstücken in meiner Sammlung. Bemerkenswert an dieser Gattung sind die hervorstehenden und daher sehr auffälligen schizochroalen Augen. Vor allem die einzelnen Facetten am linken Auge des Trilobiten sind gut zu erkennen. Typisch für den Trilobiten sind auch die nach hinten gerichteten Freiwangen am Cephalon mit stachelartigen Verlängerungen sowie der Randsaum am Thorax mit breiten Stacheln.

Phacops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 4,5 cm [Bild I] / 2,5 cm [Bild II] / 2,0 cm [Bild III] / 2,0 cm [Bild IV] / 1,5 cm [Bild V]
Fundort: Anti-Atlas (Marokko) / Raum Alnif (Marokko)
Alter: Oberes Devon (Frasnium), ca. 380 Millionen Jahre / Unteres Devon (Pragium), ca. 410 Millionen Jahre

Phacops1Das obere Exemplar eines Phacopiden zählt zu den ersten Fossilien meiner Sammlung. Ich habe es im Sommer 2006 bei einem Fossilienhändler am Königssee in Berchtesgaden (Bayern) erworben. Das Besondere an diesem Trilobiten ist, dass er vollständig eingerollt ist. Zum Teil ist er noch in seiner Matrix eingeschlossen. Der Trilobit ist überraschend gut erhalten. Vor allem die Facettenaugen und die tuberkulierte Glabella sind gut ausgeprägt.

Auf dem unteren linken Bild ist ein vollständig eingerollter Trilobit zu sehen. Ich habe dieses Exemplar von meinem Bruder erhalten, der es bei einem Fossilienhändler am Cottbuser Hauptbahnhof entdeckt und gekauft hat. Das Besondere an diesem Fossil ist, dass es nahezu vollständig aus der Matrix herausgearbeitet wurde. Leider scheint das Cephalon teilweise noch im Gestein eingeschlossen zu sein oder es wurde bei der Präparation stark beschädigt. Daher kann ich nur vermuten, dass es sich um einen Phacops handeln könnte. Die äußeren Merkmale sprechen jedoch für einen Trilobiten der Ordnung Phacopida.

PhacopidePhacops2

Bei den drei nachfolgenden Bildern handelt es sich um drei eingerollte Phacopiden, die ich im Januar 2016 von einem Fossilienhändler bei eBay zu einem sehr günstigen Preis erworben habe. Sie stammen aus dem Unteren Devon in Marokko und sind vollständig aus der Matrix herausgelöst. Alle drei gut bis sehr gut erhaltenen Exemplare sind eingerollt und erreichen im ausgerollten Zustand eine Größe von 35 bis 55 mm. Auch bei diesen Exemplaren fallen die tuberkulierte Schale und die Facettenaugen besonders auf.

Phacops3Pacops4

Beschreibung: Phacops trägt eine konvexe und nach vorn verlängerte Glabella. Die großen Augen weisen nur wenig Linsen auf. Der Thorax besteht au 12 Segmenten mit seitlich angebrachten Facetten. Dies ermöglicht dem Trilobiten ein vollständiges einrollen. Der tiefgefurchte Schwanz ist kleiner als der Kopf. Das Außenskelett ist ziemlich dick und mit Noppen besetzt.

Lebensweise: Phacops lebte im warmen Flachwasser und suchte seine Nahrung am Meeresboden.

Phacops rana rana

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 2 cm
Fundort: MarokkoHamilton Group, Windom Shale, Hamburg, Erie County, NY (USA)
Alter: Mittleres Devon (Givetium), ca. 385 Millionen Jahre

PhacopsHier ist ein weiterer, diesmal fast vollständig eingerollter Phacops rana rana aus den USA. Es handelt sich um das derzeit besterhaltene Exemplar der Gattung Phacops in meiner Sammlung. Ich habe es im Herbst 2013 von einem Internethändler erworben. Er erscheint leicht deformiert, was vermutlich auf die geologische Faltung der Hamilton Group im westlichen Teil des Bundesstaates New York während der Acadian Orogenese im mittleren bis oberen Devon zurückzuführen ist. Besonders bemerkenswert sind die gut erhaltenen schizochroalen Augen und die stark tuberkulierte Glabella. Diese devonische Trilobitenart ist in Nordamerika sehr häufig, ebenso wie die berühmten und ebenfalls sehr gut erhaltenen Exemplare derselben Art aus Marokko. Die Familie der Phacopiden bevölkerte mit zahlreichen Arten die Ozeane vom Silur bis zum Devon. Obwohl dieses Exemplar recht klein ist, erreichen Riesenformen aus Marokko Längen von bis zu 30 Zentimetern.

Drotops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 8,5 cm
Fundort: Hamar L'aghdad Limestone Formation, Jbel Issomour, Alnif (Marokko)
Alter: Mittleres Devon (Eifelium), ca. 385 Millionen Jahre

DrotopsDieses schöne und große Exemplar eines Trilobiten aus der Hamar-L'aghdad-Formation in Marokko konnte ich im November 2023 für nur 10 Euro von einem Privatanbieter bei eBay ersteigern. Der Drotops ruht auf einer interessant geformten Matrix und ist sehr gut aus dem Muttergestein herausgearbeitet. Gut zu erkennen sind die tuberkulierte Glabella und die großen schizochroalen Augen. Mit diesen Augen konnte das Tier ein Gesichtsfeld von 360 Grad überblicken. Der Trilobit zeigt erstaunlich viele Merkmale des sehr großen Phacops aus derselben Familie. Das Fossil gehört zu den interessantesten Stücken in meiner Sammlung.

Phacopide aus Marokko new

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 5 cm
Fundort: Marokko
Alter:
Mittleres Devon (Eifelium), ca. 390 Millionen Jahre
PhacopideIch kaufte diesen unbekannten Trilobiten aus der Familie der Phacopidae des mittleren Devon in Marokko im Sommer 2025 bei „Mineralien Plut” in Ramsau (Österreich). Der Händler meinte, dass es sich bei diesem Exemplar um einen Phacops handeln würde, was ich aufgrund der äußeren Merkmale jedoch bezweifle. Leider ist das Fossil nicht sehr gut erhalten. Die rechte Lobe wurde vermutlich bei der Präparation beschädigt. An der Glabella sind zwar einzelne Tuberkel erkennbar, diese sind aber ebenfalls nicht gut erhalten, ebenso die Augen. Außerdem besitzt der Trilobit einen ausgeprägten Saum am Cephalon, was eher für die Gattungen Proetus bzw. Gerastos sprechen würde. Ich habe den Trilobiten trotzdem mitgenommen, da er recht preisgünstig war.

Gerastos tuberculatos

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Proetidae

Größe: 2,5 cm [Bild I] /1,8 cm [Bild II] / 1,7 cm [Bild III] / 1,9 cm [Bild IV]
Fundort: Marokko
Alter: Mittleres Devon (Eifelium), ca. 390 Millionen Jahre / Unteres Devon (Oberemsium), ca. 400 Millionen Jahre

Diese beiden schönen Exemplare des Gerastos tuberculatus wurden im Juni 2013 bzw. im August 2014 von einem Fossilienhändler erworben. Ursprünglich hatte ich ein anderes Exemplar dieser Trilobitenart bestellt, das jedoch auf dem Postweg verloren ging. Der Händler schickte mir jedoch freundlicherweise einen Ersatz. Der Trilobit auf dem ersten Bild ist nicht vollständig eingerollt, sodass Cephalon und Pygidium noch gut zu erkennen sind.

Gerastos1Gerastos2

Besonders beeindruckend ist die vorstehende Glabella mit den gut erkennbaren, winzigen Tuberkeln. Das zweite Exemplar von Gerastos ist fast vollständig gestreckt und noch besser erhalten. Inzwischen besitze ich zwei weitere Exemplare dieser Trilobitenart aus dem Unterdevon, die somit noch etwas älter sind. Die beiden Gerastos habe ich im April 2015 vom selben Fossilienhändler erworben. Sie sind ähnlich groß und nicht eingerollt. Wie die ersten beiden stammen auch diese Trilobiten aus dem südwestlichen Marokko. Beim letzten Exemplar scheint die Matrix beschädigt worden zu sein, denn es ist eine Klebenaht erkennbar.

Gerastos3Gerastos4

Beschreibung: Das ovale und wulstige Cephalon ist relativ glatt, besitzt aber winzige Noppen. Die Augen sind klein aber wohl definiert. Der Thorax besitzt 12 bis 14 Segmente mit kleinem Pygidium.

Metacryhaeus Venustus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calmoniidae

Größe: 3,5 cm
Fundort: Oruro (Bolivien)
Alter: Mitteldevon, ca. 390 Millionen Jahre

MetacryhaeusÜber diese Trilobitenart aus dem Hochland von Bolivien ist so gut wie nichts bekannt. Jedenfalls konnte ich im Internet nichts Näheres über das Fossil herausfinden, was für seine Seltenheit spricht. Seine äußeren Merkmale deuten darauf hin, dass es sich um einen Trilobiten aus der Ordnung der Phacopida handelt, die im mittleren Devon weltweit weit verbreitet waren. Am auffälligsten sind die Größe des Cephalons und die schizochroalen Augen. Der Trilobit wurde aus seiner Matrix herauspräpariert und befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand. Ich habe ihn im Januar 2016 bei einem bekannten Trilobitenhändler über eBay erworben.

Wolfartaspis cornutus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calmoniidae

Größe: 3,8 cm
Fundort: Belèn Formation, Sicasica, Altiplano Hochebene - Anden, La Paz (West-Bolivien)
Alter: unteres Mitteldevon (Eifelium), ca. 394 Millionen Jahre

WolfartaspisHier ist ein schönes, wenn auch unvollständiges Cephalon der Trilobitenart Wolfartaspis cornutus aus dem unteren Mitteldevon in Bolivien. Das Exemplar dieses sehr seltenen Trilobiten wurde im Jahr 2007 in den Anden auf einer Höhe von über 4.100 Metern entdeckt. Trilobiten der Familie Calmoniidae sind in Geoden konserviert und interessante Zeugen des Erdaltertums. Das Stück wurde Anfang Mai 2015 bei eBay für einen guten Preis ersteigert. Die Größe des Cephalons beträgt 38 mm. Das deutlich erkennbare Nackenhorn misst 5 mm und ist unvollständig. Ein Auge mit zahlreichen schizochroalen Linsen ist hingegen perfekt erhalten. Das rechte Auge hat die Faltung der Anden leider nur teilweise überstanden. Leider fehlt bei diesem Stück auch die linke Freiwange. Wolfartaspis lebte am Meeresgrund und war ein schneller Schwimmer. Er durchsuchte den Meeresboden nach Fressbarem und verschmähte auch Aas nicht.

Drotops megalomanicus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 13 cm
Fundort: Jbel Issomour, Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Emsium), ca. 395 Millionen Jahre

Drotops megalomanicus Bei diesem sehr großen Phacopiden kann ich nur vermuten, dass es sich um einen Drotops megalomanicus handelt. Auf jeden Fall gehört der Trilobit zur Ordnung der Phacopida. Mit einer Länge von 13 cm ist es mein bisher zweitgrößtes Exemplar aus Marokko und schon sehr beeindruckend. Leider sind das Cephalon, die Augen und die Glabella nicht sehr gut erhalten, was die Bestimmung erschwert. Diese interessante Trilobitenart aus dem Devon konnte Längen von gut 20 cm erreichen. Das Fossil war Teil eines Konvoluts, das ich im Februar 2014 bei eBay günstig ersteigert habe.

Proetus granulatus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Proetidae

Größe: 2 cm
Fundort: Forum Zquid Region, Timrhanrhart Fo., Jebel Gara el Zquilma (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Oberemsium), ca. 400 Millionen Jahre

ProetusDieser schöne und detailreiche Proetus aus Marokko wurde im August 2013 von einem Trilobitenhändler über das Internet erworben. Er ähnelt den Trilobiten der Art Gerastos. Es liegt daher nahe, ihn dieser Art zuzuordnen, da nur sehr wenige Trilobiten aus Nordafrika tatsächlich der Gattung Proetus zugeordnet werden können.

Beschreibung: Das Pygidium und der Kopfschild mit der großen, ausgeprägten Glabella besitzen nahezu die gleiche Größe. Der Rumpf besteht aus acht bis zehn Segmenten und erreicht im Schnitt eine Länge von drei Zentimetern. Das Cephalon ist parabelförmig mit freien, runden Wangen, die sich zu kurzen Stacheln verjüngen. Besonders auffällig sind die glatte Glabella mit den großen, nierenförmigen und hervorstehenden Augen sowie die Spindel, die nicht bis zum Rand des Pygidiums reicht.

Lebensweise: Proetus kam vom Ordovizium bis ins Devon hinein weltweit vor und lebte bethnisch im Schelfbereich der Ozeane. Der Trilobit ernährte sich von Protozoen und organischen Partikeln.

Kayserops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Acastidae

Größe: 7,5 cm
Fundort: Atlas Gebirge, Jbel Issoumour, Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Oberemsium), ca. 402 Millionen Jahre

KayseropsBei diesem schönen Exemplar handelt es sich vermutlich um einen Kayserops der Unterart marocanensis oder megaspina aus dem Unteren Devon von Südmarokko. Ich habe den Trilobiten im Dezember 2014 für nur zehn Euro von einem Privatsammler im Internet erworben. Leider konnte er mir keine Angaben zur Art und zum Fundort machen. Aufgrund der auffälligen äußeren Merkmale handelt es sich bei diesem Exemplar auf jeden Fall um einen Trilobiten aus der Familie der Acastiden, Ordnung Phacopida. Leider sind die Augen meines Exemplars nicht gut erhalten. Bei besser erhaltenen Exemplaren weisen sie auch schizochroale Linsen auf. Weitere Merkmale dieses Trilobiten sind die Stilaugen sowie die sehr ausgeprägten Wangen- und Pleurenstacheln. Ich persönlich bin jedenfalls froh, ein Exemplar dieser Art zu besitzen, denn Kayserops gehört zu den seltensten in Marokko gefundenen Trilobiten. Entsprechend teuer sind gut erhaltene Exemplare.

Reedops sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 5,5 cm
Fundort: Atlas Gebirge, Fo Mersh (Marokko)
Alter: Unteres Devon (Pragium), ca. 410 Millionen Jahre

ReedopsIm Sommer 2015 sah ich diesen sehr gut erhaltenen und unrestaurierten Phacopiden aus dem Unterdevon von Marokko auf eBay. Da ich in meiner Sammlung noch keinen Reedops besaß, ersteigerte ich ihn zu einem sehr günstigen Preis. Bei diesem hübschen Exemplar, das wahrscheinlich kein Häutungsrest ist, sind vor allem die schizochroalen Augen mit ihren zahlreichen runden Linsen sehr gut erhalten. Auch die Unterseite des Trilobiten ist etwas freipräpariert, sodass noch Ansätze des Hypostoms erkennbar sind.

Kainops raymondi new

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Phacopidae

Größe: 2,5 cm
Fundort: Haragan Formation, Black Cat Mountain, Coal County, Oklahoma (USA)
Alter: Unteres Devon (Lochkovium), ca. 411 Millionen Jahre

KainopsWährend meines Sommerurlaubs 2025 in Österreich besuchte ich den Mineralien- und Fossilienladen „Mineralien Plut” in Ramsau am Dachstein. Dort gab es eine große Auswahl an Fossilien und Mineralien aus aller Welt. Der Händler versicherte mir, dass er den sehr gut erhaltenen und fast vollständig eingerollten Trilobiten der Gattung Kainops eigenhändig in Oklahoma gefunden habe. Die Gattung ist berühmt für ihre markanten, fein facettierten Augen. Dies macht sie zu einem begehrten Fossil für Sammler. Häufige Fundorte sind in der Haragan-Formation in Oklahoma, insbesondere um den Black Cat Mountain. Dieser Trilobit wurde ursprünglich als Paciphacops bezeichnet, unterscheidet sich von dieser Gattung jedoch durch die größere Anzahl an Augenfacetten.

Silur

443,4 bis 419,2 Millionen Jahre

Encrinurus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Encrinuridae

Größe: 1 cm (Matrix: 7 cm)
Fundort: Slite Mergel, Gotland (Schweden)
Alter: Oberes Silur, ca. 426 Millionen Jahre

Dieses schöne Handstück aus dem Oberen Silur habe ich im Mai 2013 bei "Terra Paleontologica" erworben. Es zeigt drei sehr gut erhaltene Pygidien der Trilobitenart Encrinurus (Emrich, 1844) auf einer Matrix. Ebenfalls auf dem Handstück zu sehen – und ebenso gut erhalten – ist der Rest einer Gastropode. Leider fehlen bei allen drei Exemplaren das Cephalon und die Glabella, was jedoch typisch für den Erhaltungszustand dieser Art ist.

EncrinurusEncrinurus detail

Beschreibung: Das Kopfschild trägt stilartige Augen und besitzt große Noppen sowie kurze Wangenstacheln. Das Pygidium besitzt gekrümmte Seitenlappen, läuft spitz zu und weist in der Achse mehr Segmente als der Rumpf auf.

Aulacopleura konicki

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Proetida
Familie: Aulacopleuridae

Größe: 1,7 cm [Bild I] / 1,2 cm (Matrix 6 cm) [Bild II]
Fundort: Kosov Formation, Lodenice - Cernidla, Barrandium (Tschechien)
Alter: Unteres Silur (Wenlock), ca. 430 Millionen Jahre

Aulacopleura1Das erste Bild zeigt ein Exemplar einer Aulacopleura aus dem tschechischen Wenlock, das ich Mitte November 2014 bei einem Fossilienhändler über eBay ersteigert habe. Es handelt sich um einen relativ gut erhaltenen Häutungsrest des Trilobiten, bei dem das Pygidium und ein Teil des rechten Cephalons fehlen. Auf der Platte selbst ist ein weiteres Fossil unbekannter Herkunft erhalten. Bemerkenswert ist die gelbgrüne Farbe des Trilobiten, die sehr gut mit der graubraunen Matrix kontrastiert. Die Gattung lebte ab dem mittleren Ordovizium in Europa, Nordamerika und Afrika und starb im Mitteldevon aus. Sie umfasst relativ kleine Trilobiten, die von basalen Ptychopariden abstammen und eine ovale Körperform aufweisen. Das zweite Bild zeigt einen sehr gut erhaltenen Häutungsrest aus dem Wenlock von Lodenice in Tschechien, der sogar vollständig mit Pygidium und Cephalon erhalten ist. Auch hier sind stäbchenförmige Strukturen auf der Matrix erhalten, die vermutlich von Algen stammen, die im Silur auf dem Meeresboden lebten. Das Fossil wurde im Januar 2016 von einem bekannten Trilobitenhändler im Internet erworben.

Aulacopleura2Aulacopleura detail

Beschreibung: Das Cephalon ist halbkreisförmig oder leicht elliptisch. Die Glabella ist klein und tief gerillt, mit oder ohne definierten Augen. Das Cephalon besitzt einen schmalen Kantensaum Wangenstacheln, deren Spitzen bis zum 2. bis 4. Thoraxsegment reichen. Der Thorax besitzt bis zu 22 Segmente mit gerundeten Pleurenenden. Das Pygidium ist sehr klein.

Ordovizium

485,4 bis 443,4 Millionen Jahre

Ampyxina bellatula

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Trinucleida
Familie: Raphiophoridae

Größe: 1,1 cm
Fundort: Maquoketa Formation, Pike County, Missouri (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 445 Millionen Jahre

AmpyxinaIch habe diesen klassischen Trilobiten aus dem oberen Ordovizium von Missouri im Februar 2014 bei einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Das Besondere an dieser kleinen Trilobitenart sind die dünnen und besonders langen Wangenstacheln, die mehr als das Doppelte der Körperlänge erreichen. Die Art kommt häufig in Gruppen in den ordovizischen Sedimenten der nach dem gleichnamigen Fluss in Iowa benannten Maquoketa-Formation vor und ist in den US-Bundesstaaten Missouri, Wisconsin, Iowa, Illinois und Indiana verbreitet.

Beschreibung: Das Cephalon ist halbkreisförmig mit deutlich hervorragender und nahezu kreisrunder Glabella. Am Cephalon schließen sich dünne und lange Wangenstacheln an. Das Pygidium ist doppelt so breit wie lang und besitzt deutlich ausgeprägte und nach hinten gebogene Pleuren. Der Thorax ist relativ kurz mit 8 bis 10 Segmenten. Die Thoraxspindel ist relativ breit und verjüngt sich zu beiden Enden.

Lebensweise: Die blinde Trilobitenart lebte bethnisch im äußeren Schelfbereich und durchflügte den tiefen Meeresboden nach etwas fressbarem.

Flexycalymene meeki

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae

Größe: 1,5 cm
Fundort: Arnheim Formation, Brown County, Ohio (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 445 Millionen Jahre

FlexycalymeneDas Foto zeigt ein Exemplar der Gattung Flexycalymene aus Ohio (USA). Der Trilobit wurde fachmännisch aus seiner Matrix herauspräpariert und liegt nun vollständig eingerollt vor. Im Gegensatz zu den Flexycalymeniden aus Marokko ist das Gehäuse dieses Exemplars deutlich besser erhalten. Der Trilobit wurde im Sommer 2013 von einem Fossilienhändler erworben. Flexicalymene meeki ist die mit Abstand häufigste Art der Cincinnati-Serie des Ordoviziums von Ohio und wird von Fossilienhändlern teilweise recht häufig und günstig angeboten.

Beschreibung: Flexycalymene besitzt ein konvexes Außenskelett. Die Seitenlappen sind nach unten gebogen. Der Schwanzschild ist viel kleiner als der Kopfschild. Die Glabella ist tief gefurcht mit kleinen Augen.

Lebensweise: Der Trilobit war vermutlich ein träger Schwimmer und krabbelte vorrangig am Meeresboden umher. Durch die Anordnung der Thoraxsegmente konnte er sich bei Gefahr vollständig einrollen.

Flexycalymene retrosa

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae

Größe: 3,2 cm
Fundort: Richmond Formation, Arnheim Member, Buford, Mount Orab, Ohio (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 450 Millionen Jahre

FlexycalymeneHier ist eine schöne Stufe mit einem gut erhaltenen Trilobiten der Art Flexicalymene retrosa (Foerste) aus der Richmond-Formation von Ohio zu sehen. Flexicalymene retrosa wird nur selten als vollständig ausgestrecktes Exemplar gefunden. Auch dieser Trilobit wurde professionell aus seiner Matrix herausgearbeitet. Leider fehlen das Pygidium und ein Teil des Thorax, die vermutlich bei der Häutung verloren gingen. Dennoch stammen aus diesem berühmten Steinbruch am Mt. Orab einige der am besten erhaltenen Trilobiten der Welt. Der Trilobit wurde im Januar 2024 von dem Fossilienhändler Philipp Krüger auf philfossil.de erworben.

Flexycalymene ouzregi new

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae

Größe: 4 cm [Bild I] / 11 cm [Bild II] / 3 cm [Bild III] / 6,5 cm [Bild IV] / 7,5 cm [Bild V] /
11 cm [Bild VI]
Fundort: Anti-Atlas, Erfoud (Marokko) [Bild I & 2] / Anti Atlas, Tiskaouine (Marokko) [Bild III]
Alter: Mittleres Ordovizium, ca. 455 Millionen Jahre

Flexycalymene ouzregi ist einer der häufigsten Trilobiten und wird von verschiedenen Fossilienhändlern zu günstigen Preisen angeboten. Aus diesem Grund befinden sich mehrere Exemplare dieser Trilobitenart in meiner Sammlung. Im Anti-Atlas-Gebirge in Marokko werden die Überreste dieser Art massenhaft in sogenannten Geoden gefunden. Entsprechend unterschiedlich ist der Erhaltungszustand. Teilweise restauriert und aufgeklebt werden sie oft als Souvenir an Touristen verkauft.

Flexycalymene1Flexycalymene2

Das kleinere Exemplar (oben links) habe ich im Juli 2008 am Berliner Ostbahnhof von einem Fossilienhändler erworben. Das deutlich größere Exemplar dieser Trilobitenart (oben rechts) habe ich im Juli 2011 im Naturkundemuseum Siegsdorf im Chiemgau gekauft. Bei dem kleineren Exemplar sind die Augen deutlicher ausgeprägt, während das größere Exemplar einen deutlich besseren Erhaltungszustand aufweist. Der vollständig eingerollte Flexycalymene wurde im Januar 2016 von einem Trilobitenhändler bei eBay zu einem sehr guten Preis ersteigert.

Flexycalymene3Flexycalymene4

Der Händler gab an, diesen Trilobiten bei einer eigenen Exkursion in Marokko gefunden zu haben. Vollständig eingerollte Exemplare sind in den Gesteinen des marokkanischen Anti-Atlas übrigens deutlich seltener. Daher ist dieser Trilobit ein ganz besonderes Stück in meiner Sammlung. Bei einem Zwischenstopp in Mittenwald auf der Rückreise aus Südtirol im Sommer 2023 stieß ich in einem anderen Fossilienladen ebenfalls auf einen gut erhaltenen Trilobiten der Art Flexycalymene.

Flexycalymene5Flexycalymene6

Die beiden letzten Exemplare habe ich im Jahr 2025 gekauft. Das kleinere und sehr gut erhaltene Exemplar habe ich in einer Grabbelkiste des Fossilien- und Mineralienhändlers „Mineralien Plut” in Ramsau entdeckt, während ich meinen Urlaub in Österreich verbrachte. Das angegebene Alter auf dem Label ist unzutreffend, denn der Trilobit ist noch 100 Millionen Jahre älter. Das zweite Exemplar kaufte ich auf dem Marktplatz während des Lübbener Spreewaldfests bei einem Stand, der Mineralien und Fossilien verkaufte, zu einem guten Preis. Es handelt sich hierbei um das zweitgrößte und ebenfalls relativ gut erhaltene Exemplar in meiner Sammlung der Gattung Flexycalymene.

Ogyginus corndensis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Asaphida
Familie: Asaphoidae

Größe: 1,5 cm (Matrix: 3,5 cm)
Fundort: Old Tile Quarry, Upper Gilwern Hill, Near Hundred House, Powys, Wales (GB)
Alter: Mittleres Ordovozium (Darriwilium), Abbereiddian stage, Artus-Biozone, ca. 465 Millionen Jahre

OgyginusDieses leider nicht sehr gut erhaltene Exemplar eines Ogyginus (MURCHISON, 1839) aus dem mittleren Ordovizium von Wales habe ich im März 2014 zu einem sehr guten Preis von einem britischen Fossilienhändler (www.neovenator.net) im Internet erworben. Leider ist der Kopfschild meines Exemplars nicht sehr gut erhalten, sodass nur die gut ausgebildete Glabella hervorsticht. Trilobiten hatten zu Lebzeiten ein äußeres Exoskelett. Während des Wachstums mussten sie sich daher regelmäßig häuten und hinterließen ihre zu eng gewordenen Hüllen im Sediment des Meeresbodens, wo sie als Fossilien erhalten blieben. Eingerollte Exemplare, die das eigentliche Tier repräsentieren, sind dagegen relativ selten. Das Ordovizium wurde übrigens nach einem keltischen Stamm aus Wales benannt. Es wurde 1879 von dem britischen Geologen Charles Lapworth eingeführt, um einen alten Streit zwischen den Anhängern von Adam Sedgwick, dem Entdecker des Kambriums, und Roderick Murchison, dem Entdecker des Silurs, zu schlichten. Gesteinsschichten in Wales, die nach alter Auffassung sowohl ins Kambrium als auch ins Silur reichten, ordnete Lapworth schließlich dem Ordovizium zu.

Beschreibung: Das halbkreisförmige Cephalon besitzt ein nahezu runde und hervorstechende Glabella und deutlich erkennbare großen Augen. Am Thorax sind 8 bis 12 schmale Pleuren erkennbar die aber kaum nach hinten gebogen sind und fast exakt parallel zueinander verlaufen. Das Pygidium ist relativ groß mit deutlich nach hinten weisenden 7 bis 8 Segmenten. Der Axiallappen des Thorax ist vorne deutlich breiter als am Schwanzschild und läuft spitz nach hinten aus.

Lebensweise: Vermutlich lebte diese Trilobitenart bethnisch in mittlerer Tiefe und durchsuchte den Meeresboden nach etwas fressbarem.

Ectillaenus perovalis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Illaenidae

Größe: 2,3 cm
Fundort: Whitsburn Dingle, Minsterly Shropshire, Wales (GB)
Alter: Mittleres Ordovozium, Llanvirn Didymograptus artus-Biozone, ca. 466 Millionen Jahre

Ectillaenus Dieses schöne und fast vollständige Exemplar der seltenen Art Ectillaenus in seiner Matrix habe ich im Januar 2014 bei einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Fossilien dieser Art wurden in ordovizischen Sedimenten in der Tschechischen Republik, in Frankreich, in Marokko, in Portugal, in Spanien und vor allem in Großbritannien gefunden.

Beschreibung: Das Cephalon und das etwas größere Pygidium sind halbkreisförmig. Das Cephalon ist nahezu glatt ohne klar erkennbaren Furchen mit kleinen Augen. Die Glabella ist breit und schlecht definiert. Am Thorax sind 10 engangliegende und deutlich sichtbare Pleuren erkennbar. Das Pygidium ist glatt und leicht gewölbt.

Lebensweise: Es wird vermutet, dass diese Trilobitenart Fleischfresser waren und halb begraben den Meeresboden nach etwas Fressbarem absuchten.

Kambrium

541 bis 485,4 Millionen Jahre

Olenus sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Oleanidae

Größe: 5 mm (Matrix: 3,5 cm)
Fundort: Orsten Alaunschiefer, Andrarum, Schonen (Schweden) - Fund vom Oktober 2013
Alter: unterstes Oberkambrium (Furongium, Paibium), Zone 2, ca. 497 Millionen Jahre

Olenus Der Orsten-Alaunschiefer in Schweden gilt als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten Skandinaviens und ist mit dem Burgess Shale in Kanada vergleichbar. Orsten sind Kalkknollen, in denen die phosphatisierten Chitinskelette früherer Arthropoden und deren Larvenstadien aus dem Kambrium erhalten geblieben sind. Der Alaunschiefer des Oberkambriums ist ein sehr weiches Gestein. Das Urmeer muss zu dieser Zeit sehr sauerstoffarm und ruhig gewesen sein. Aus abgestorbenen Organismen bildete sich Faulschlamm, aus dem später der Stinkkalk entstand. Die kleine Platte mit den Resten eines Axiallobiten der Trilobiten-Gattung Olenus war das Beifossil eines Fossils, das ich Ende Mai 2015 im Internet gekauft hatte. Diese Trilobitenart kommt vor allem auf den Britischen Inseln, an der nordamerikanischen Atlantikküste, auf Neufundland, in Skandinavien und Asien sehr häufig vor. Die Überreste dieses typischen Leitfossils kommen in dunklen Tonsteinen vor. Olenus besitzt sehr breite Pleuren, die als eine Art erweiterte Kiemen dienten. Dadurch konnte das Tier ein Maximum an Sauerstoff aufnehmen.

Beschreibung: Die Glabelle ist schmal und besitzt leicht nach hinten gebogene Furchen. Die Pleuren sind schmal, nach hinten gekrümmt und spitz. Das Pygidium ist winzig.

Lebensweise: Es existieren auch Hinweise, dass Olenus in symbiotischer Beziehung mit Bakterien lebte, z.B. durch die Aufnahme von Nährstoffen, die die Bakterien produzierten, um unter diesen wiedrigen Bedingungen am Meeresboden zu überleben.

Agnostus pisiformis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Agnostidae

Größe: 5 mm (Matrix: 10 cm)
Fundort: Orsten Alaunschiefer, Kinnekulle, Västergötland (Schweden) - Fund vom Oktober 2013
Alter: oberstes Mittelkambrium (Guzhangium), Zone 1, ca. 498 Millionen Jahre

Diese schöne Platte mit dem Trilobiten Agnostus pisiformis (LINNAEUS, 1768) habe ich Ende Mai 2015 recht günstig im Internet erstanden. Diese nur wenige Millimeter lange, augenlose Trilobitenart kommt häufig in skandinavischen, dunklen Stinkalken vor, die aus bituminösem Schwarzkalk von Faulschlamm bestehen. Nach neuesten Erkenntnissen stammt sie aus dem oberen Mittelkambrium vor etwa 500 Millionen Jahren. Oft ist bei diesen Agnostiden nur eines der beiden Thoraxsegmente erhalten, entweder der Kopf- oder der Schwanzschild. In diesem Zustand wurden sie vor allem in Skandinavien, Polen, England, Sibirien und Neufundland gefunden. Ganze Exemplare dieser Trilobitenart sind eher selten. In Deutschland sind Agnostiden vor allem als eiszeitliche Funde bekannt. Die Trilobitenart gilt als Leitfossil an der Grenze zwischen Mittel- und Oberkambrium. In der Paläontologie wird diese Grenze als Agnostus-pisiformis-Zone bezeichnet. Die Überreste dieser Trilobitenart treten in den skandinavischen Stinkkalken so häufig auf, dass sie gesteinsbildend werden. Aus den Stinkkalken des Orsten Alaunschiefers lassen sich darüber hinaus mit Säure phosphatierte Mikrofossilien von Trilobitenlarven gewinnen, die feinste Körperstrukturen zeigen.

AgnostusAgnostus

Beschreibung: Der Thorax ist schmal und besitzt nur zwei Segmente, die an den Enden Ringe bilden. Das hufeisenförmige Cephalon ist glatt, mit breitem Saum, und zeigt eine Saumfurche. Der Frontallobus ist klein und rundlich. Die Basalloben neben der Glabella sind klein und dreieckig. Die Tuberkel befinden sich vor der Mitte der Glabella, die vorne durch eine Querfurche geteilt wird.

Lebensweise: Agnostiden konnte ihren Panzer nicht völlig aufklappen. Sie verbrachten ihr Dasein im eingeklappten Zustand und ließen nur einen Spalt am Panzer offen, ähnlich den heute lebenden Muschelkrebsen. So waren sie von allen Seiten durch ihren Panzer gerschützt. Entweder waren sie planktonische Besiedler oder lebten am sauerstoffarmen Meeresgrund.

Cedaria minor

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Raymondinidae

Größe: 1,5 cm
Fundort: Weeks Formation, Millard County, Utah (USA)
Alter: Oberes Mittelkambrium (Guzhangium), ca. 501 Millionen Jahre

CedariaDieses schöne Exemplar einer Cedaria minor (WALCOTT, 1916) habe ich Ende Juli 2015 bei einem Fossilienhändler auf eBay ersteigert. Es stammt aus dem oberen Mittelkambrium von Utah, lokalstratigraphisch jedoch schon aus dem Oberkambrium (Dresbachium). Das Dresbachium (501 bis 497 Millionen Jahre) ist eine Typlokalität in Nordamerika und wird durch vier Trilobitenzonen definiert. Es überschneidet sich mit den folgenden ICS-Stufen des Kambriums: Guzhangium, Paibium und dem untersten Teil des Jiangshaniums. Cedaria gehört zur ersten Trilobitenzone und ist somit ein typisches Leitfossil für das untere Dresbachium. Der Trilobit ist in dem feinen, gelb-rötlichen Kalkstein der Weeks-Formation sehr gut erhalten, was wahrscheinlich auf eine Symbiose mit Bakterien zurückzuführen ist. Wie die Trilobiten der Gattung Elrathia besaß Cedaria bereits Augen, die auf dem Foto deutlich zu erkennen sind. Typisch für die Vertreter dieser Gattung sind auch die ausgeprägten Wangenstacheln mit einem deutlichen, breiten Cephalonsaum. Leider ist bei meinem Exemplar die Glabella etwas beschädigt und das Pygidium leicht perforiert.

Beschreibung: Cedaria sind kleine und flache Trilobiten, die einen ovalen Körperumriss zeigen. Das Cephalon und das Pygidium sind annähernd gleich groß. Der Thorax besitzt 7 Pleuren, die in kurzen Pleurenstacheln enden und sich nach hinten biegen. Die Wangenstacheln am Cephalon ereichen ungefähr die halbe Länge des Trilobiten. Der gut definierte zentrale Bereich der Glabella verjüngt sich leicht nach vorn. Die laterale Furch ist schwach definiert. Die Freiwangen sind flach.

Lebensweise: Cedaria sind relativ kleine Vertreter der Trilobiten und durchwühlten, ähnlich wie Elrathia, den schlammigen Meeresboden nach was fressbarem.

Asaphiscus wheeleri

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Asaphiscidae

Größe: 4 cm
Fundort: Marjum Formation, Wheeler Shale, House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Asaphiscus Es hat lange gedauert, bis ich ein günstiges Exemplar der Art Asaphiscus gefunden habe. Dieses nicht ganz vollständige Exemplar dieser Trilobitenart aus dem mittleren Kambrium konnte ich im Sommer 2014 zu einem sehr guten Preis bei einem zuverlässigen Fossilienhändler erwerben. Vollständige Überreste dieser Trilobiten sind relativ selten. Oft fehlen die Freiwangen am Cephalon, so auch bei diesem Exemplar. Asaphiscus weist Ähnlichkeiten mit der im Wheeler Shale häufig vorkommenden Art Elrathia auf. Im Gegensatz dazu ist das Cephalon von Asaphiscus deutlich größer und ausgeprägter.

Beschreibung: Asaphiscus besitzt ein ausgeprägtes Pygidium mit eine relativ breiten Saum. Das Cephalon ist sehr breit. Die Glabella ist oval und gewölbt. Der Thorax besitzt 13 Segmente mit breiten Lappen.

Lebensweise: Wahrscheinlich war diese Trilobitenart, aufgrund seiner, für die Ordnung ungewöhnlichen, vorhandenen Augen ein Fleischfresser. Es wird vermutet, dass er ein schneller Schwimmer war.

Bolaspidella sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Menomoniidae

Größe: 0,5 cm - 1 cm (Matrix 6 cm)
Fundort: Marjum Formation, Wheeler Shale, House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Auf dieser schönen Platte aus der Marjum-Formation in Utah sind gleich fünf Trilobiten der Art Bolaspidella abgebildet. Ich habe das Stück im November 2013 im Internet gekauft. Bolaspidella zeigt auffällige Ähnlichkeiten mit Elrathia (siehe oben). Im Gegensatz zu Elrathia wurden diese Trilobiten jedoch nur bis zu 1 cm groß.

BolaspidellaBolaspidella detail1

Beschreibung: Das Cephalon ist deutlich breiter im Verhältnis zum Thorax und besitzt dreieckige Wangenstacheln und kurze, zentrale Augen. Die Glabella ist oval. Der Thorax besitzt 13 Segmenet mit breiten Lappen. Das Pygydium ist im Verhältnis zum Thorax winzig.

Bolaspidella detail2Bolaspidella detail3

Die blinden Trilobiten der Art Bolaspidella sind wichtige Leitfossilen des mittleren Kambriums der 3. Serie und durchwühlten den Meeresboden nach etwas fressbarem.

Elrathia kingii new

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Alokistocaridae

Größe: 3,5 cm [Bild I] / 1,5 cm [Bild II] / 2,5 cm [Bild III] / 2,2 cm [Bild IV] / 1,8 cm [Bild V] /
1,5 cm & 1,0 cm [Bild VI] / 1,5 cm [Bild VII] / 2,5 cm & 1,5 cm [Bild VII] / 1,5 cm [Bild IX] /
3,0 cm [Bild X]
Fundort: Wheeler Formation, Wheeler Shale, Juab County / Antelope Springs, Utah/USA
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Dieser Trilobit gehört zu den ersten Fossilien, die ich gekauft habe. Es handelt sich um die Art Elrathia kingii, einen der häufigsten Trilobiten Nordamerikas. Diese Urzeitkrebse kommen in der Wheeler-Formation in Utah in sehr großen Mengen vor und sind in der Regel hervorragend erhalten. Das auf der rechten Seite abgebildete große Exemplar habe ich im Jahr 2004 in einem Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald (Bayern) erworben. Der Trilobit wurde aus seiner Matrix gelöst und ist sehr gut erhalten. Alle Details des Körpers sind gut zu erkennen.

Elrathia1Elarathia3

Während meines Sommerurlaubs 2009 besuchte ich wieder einmal das kleine Städtchen Mittenwald. Sofort stattete ich dem Mineralien- und Fossilienladen einen Besuch ab und entdeckte diese beiden wunderschönen Exemplare derselben Art. Der noch in seiner Matrix eingebettete Trilobit ist gut 1,5 cm groß. Bei diesem Exemplar kann man sogar noch die nach hinten verlaufenden Wangenstacheln an der Glabella erkennen. Mit einer Größe von 2,5 cm ist das rechte Exemplar das größte Stück dieser Trilobitenart in meiner Sammlung.

Elrathia3Elarathia4

Auf den Bildern 4 und 5 sind zwei weitere Exemplare zu sehen, die 2014 günstig im Internet ersteigert wurden. Bei einem der Trilobiten, der ursprünglich in einer lockeren Matrix eingebettet war, scheint das untere Thoraxsegment abgetrennt zu sein. Dem kleineren Exemplar fehlt ein Teil des linken Kopfschildes.

Elrathia5Elarathia6

Im Winter 2016 ersteigerte ich bei einem bekannten Fossilienhändler auf eBay auch diese beiden Stücke in ihrer Matrix (siehe Bilder 6 und 7). Die Trilobiten sind ebenfalls noch im typischen grauen Gestein des Wheeler Shale eingeschlossen. Auf dem einen Stück sind sogar zwei vollständige Trilobiten vorhanden, wobei bei dem kleineren ein Teil des Kopfschildes von anderen Schalenteilen überlagert wird. In der Matrix ist außerdem ein Fragment eines Agnostiden zu erkennen. Im Gegensatz dazu ist das andere Exemplar für einen kleinen Trilobiten außergewöhnlich gut erhalten.

Elrathia7Elrathia8

Während meiner Reise durch den Südwesten der USA im Jahr 2017 konnte ich in einem kleinen Fossilienladen in Bryce Canyon City (Utah) drei weitere Exemplare der Gattung Elrathia zu einem günstigen Preis erwerben. Auch diese sind noch in der Matrix eingeschlossen. Bild 8 zeigt zwei Elrathia kingii, von denen das größere Exemplar sehr gut erhalten ist. Das kleinere Exemplar scheint hingegen beschädigt zu sein oder noch tiefer im Gestein eingebettet zu sein. Bild 9 zeigt einen nahezu perfekt erhaltenen Trilobiten der gleichen Art. In die größere Matrix sind noch einige weitere Trilobitenfragmente eingebettet.

Elrathia9Elrathia9

Während meines Aufenthalts in Österreich im Juli 2025 besuchte ich den Mineralien- und Fossilienladen „Mineralien Plut” in Ramsau, wo ich einige Fossilien für meine Vitrine erwarb. Der Eigentümer des Ladens zeigte mir einen Trilobiten und erklärte, dass es sich hierbei um ein ganz besonderes Fossil handelt. Als ich ihm verriet, dass es sich dabei um einen Elrathia kingii aus dem Wheller Shale in Utah handelte, schenkte er mir den Trilobiten kurzerhand. Auch bei diesem Exemplar handelt es sich um einen Häutungsrest, wobei das Pygidium ebenfalls abgetrennt wurde.

Beschreibung: Elrathia kingii hat einen zum Rumpf vergleichsweise kleine Kopf. Die Glabella ist blumentopfförmig, trägt kleine zentrale Augen und kurze dreieckige Wangenstacheln. Entlang des Thorax sind 13 Segmente mit breiten Lappen angeordnet, die kurze dornige Enden aufweisen. Der Schwanzschild ist doppelt so breit wie lang und hat eine deutliche Mittelachse.

Lebensweise: Elrathia lebte wahrscheinlich in Schwärmen im äußeren Schelfbereich und durchforstete den schlammigen Meeresboden nach etwas Fressbarem.

Itagnostus interstrictus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Peronopsidae

Größe: 6 - 8 mm (Matrix: 5,5 cm)
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

ItagnostusAus dem mittleren Kambrium von Utah stammt diese hübsche kleine Stufe der Gattung Itagnostus. Die Platte wurde im August 2013 von einem amerikanischen Fossilienhändler zu einem günstigen Preis erworben. Abgebildet sind drei Exemplare der bekannten, blinden Trilobitenart aus der Wheeler-Shale-Formation von Utah. Früher wurde diese Art als Peronopsis interstricta bezeichnet.

Beschreibung: Zur Ordnung Agnostida gehören winzige Trilobiten von 6 bis 10 mm Länge mit zwei oder drei Körperringen und nahezu gleich aussehenden Cephalon und Pygidium. Peronopsis besitzt eine auffällige kugelige Glabella mit rechteckigen Stirnlappen, Gesichtsnähte und Augen fehlen vollständig. Das Pygidium besitzt eine relativ lange Spindel, die Pleuren enden halbkreisförmig.

Lebensweise: Agnostiden gab es vom Unterkambrium bis in das Ordovizium hinein und waren weltweit verbreitet. Sie kommen vor allem in den mittelkambrischen Schichten von Europa, Asien, Nordamerika und Australien sehr häufig vor. Sie lebten auf dem Meeresboden tiefer Meere und durchflügten den Meeresboden nach etwas nahrhaftem.

Ptychagnostus cuyanus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Ptychagnostidae

Größe: 5 - 9 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Auf dieser rechteckigen Platte sind mehrere Exemplare und Fragmente der Trilobitenart Ptychagnostus cuyanus aus dem mittleren Kambrium in Utah abgebildet. Das größte Exemplar misst 0,9 cm. Die Platte wurde speziell behandelt, sodass sich die Trilobiten gut vom Hintergrund abheben.

MatrixPtychagnostus1

Der Originalzustand der Platte ist auf der Rückseite erhalten, auf der noch zwei Trilobiten der gleichen Art (Positiv/Negativ) abgebildet sind. Das Stück wurde im August 2013 bei eBay ersteigert. Die Trilobiten ähneln in Aussehen und Lebensweise Peronopsis.

Ptychagnostus2Ptychagnostus3

Ptychagnostus gehört zur Ordnung der Agnostida, die sehr kleine, blinde Trilobiten umfasst, die nicht größer als 10 mm wurden. Aufgrund der geringen Anzahl von Rumpfsegmenten konnten sich die Agnostida nicht vollständig einrollen. Sie lebten vom Unterkambrium bis zum Ordovizium in Europa, Asien, Nordamerika und Australien.

Ptychagnostus atavus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Peronopsidae

Größe: 7 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Ptychagnostus Diese kleine Platte zeigt einen weiteren Agnostiden aus dem mittleren Kambrium von Utah, der im März 2014 von einem Fossilienhändler zu einem günstigen Preis im Internet erworben wurde. Ptychagnostus atavus ist ein typisches Leitfossil der Wheeler-Schichten und markiert den Global Boundary Stratotype Section and Point (GSSP), also den chronostratigraphischen Referenzpunkt der Drumium-Stufe in der dritten Serie des Kambriums. Der GSSP wurde daher in den Drum Mountains in Utah (USA) festgelegt. Das Drumium begann vor 504,5 Millionen Jahren mit dem ersten Auftreten der hier fossil überlieferten Trilobitenart und endete vor 500,5 Millionen Jahren mit dem Guzhangium.

Ptychagnostus gibbus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Ptychagnostidae

Größe: 5 mm (Matrix: 5 cm)
Fundort: Exsulans Kalkstein, Brantevik, Schonen (Schweden) - Fund vom Oktober 2012
Alter: Mittleres Kambrium (unteres Drumian), ca. 505 Millionen Jahre

PtychagnostusDieses kleine Stück aus Schweden war eine Beigabe zu einem bei eBay erworbenen Fossilienlot Ende Mai 2015. Auf dem schwarzen Kalkstein sind zahlreiche (leider unvollständige) Reste von Agnostiden zu sehen. Die Art Ptyxagnostus gibbus (LINNARSSON, 1869) lebte etwa eine Million Jahre vor der Art Atavus und gilt daher als Leitfossil für das mittlere Kambrium im skandinavischen Geschiebe. Das Aussterben dieser Trilobitenart liegt zeitlich genau an der Grenze zwischen dem Beginn des Drumiums und dem Ende der dritten unbenannten Serie des Kambriums in der Erdgeschichte.

Maotunia sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Proasaphiscidae

Größe: 0,9 cm [Bild I] / 0,5 cm [Bild II]
Fundort: Zhangxia Stufe, Mantou Formation, Feixian, Shangdong Provinz (China)
Alter: Mittelkambrium (Zhangxian, 3. Serie, 5. Stufe), ca. 509 Millionen Jahre

Maotunia1 Bei diesem interessanten Trilobiten aus China handelt es sich um ein Exemplar der Gattung Maotunia, das ich im Sommer 2015 bei eBay ersteigert habe. Auf dem zweiten, kostenlos beiliegenden Beleg ist nur ein Pygidium derselben Gattung abgebildet. Außerdem gibt es einige Cephalonabdrücke anderer Trilobiten, bei denen ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es sich um die gleiche Gattung handelt. Erst vor wenigen Jahren wurden in der nordchinesischen Mantou-Formation auch Weichtierfossilien entdeckt. Diese Trilobiten stammen aus denselben grünen Schieferschichten, in denen auch Weichtierfossilien gefunden wurden. Sie sind somit älter als die berühmt gewordenen Funde aus dem Burgess-Schiefer in Kanada.

MatrixMaotunia3

Beschreibung: Die Glabella ist groß mit deutlichen Glabellafurchen und großen Augen. Der Thorax besitzt 9 Segmenet. Das Pygidium ist klein, mit breiteren Pleuren und mit einer kleineren Furche am Rand.

Lebensweise: Die blinde Trilobitenart lebte bethnisch im Sediment begraben.

Conocoryphe

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Conocoryphidae

Größe: 4,8 cm [Bild I] / 3,6 cm [Bild II]
Fundort: Rejkovice, Tschechien (C. cirina) / Jince, Tschechien (C. sulzeri)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre

Diese interessante Platte (Bild 1) eines kambrischen Trilobiten der Art Conocoryphe cirina wurde im Juni 2013 erworben und zeigt ein besonders großes Exemplar. Leider ist das Cephalon unvollständig. Die linke Wange fehlt. Trotzdem zählt dieser Trilobit zu den schönsten, ältesten und größten Exemplaren meiner Sammlung.

Conocoryphe cirinaConocoryphe sulzeri

Das jüngste Exemplar meiner Sammlung (siehe Bild rechts) gehört zur Art Conocoryphe sulzeri. Das Pygidium ist hier noch teilweise in der Matrix eingeschlossen. Das Cephalon ist deutlicher ausgeprägt als bei dem linken Exemplar der Unterart Cirina. Das Stück wurde im Juli 2013 vom selben Händler erworben.

Beschreibung: Das Kopfschild (Cephalon) ist halbkreisförmig und breit und besitzt keine Augen. Die Glabella ist kegelförmig. Der Thorax besteht aus 14 bis 17 Segmenten mit leicht nach hinten gebogenen Pleuren. Das Pygidium ist klein und besitzt nur wenig Segmente.

Lebensweise: Die Art Conocoryphe war ein blinder Trilobit, der sich in den schlammigen Meeresgrund eingrub.

Ellipsocephalus hoffi

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae

Größe: 1,5 bis 2,5 cm (Matrix: 12 cm, 8 cm, 8 cm)
Fundort: Jince Formation, Barrandium (Tschechien)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre

Das auf den ersten beiden Bildern gezeigte schöne Handstück stammt aus dem Barrandium in der Tschechischen Republik und enthält mehrere Positiv- und Negativabdrücke bzw. Reste der Trilobitenart Ellipsocephalus hoffi (SCHLOTHEIM, 1823). Ellipsocephalus gehört zu den häufigsten Trilobitenarten der Region Jince und wurde bereits im Jahr 1823 vom deutschen Paläontologen Ernst Friedrich von Schlotheim als eine der ersten Trilobitenarten überhaupt beschrieben. Dieses schöne Stück Erdgeschichte wurde im Frühjahr 2013 von Fossnet.de erworben.

Ellipsocephalus1Ellipsocephalus detail1

Das weiter unten abgebildete zweite Handstück derselben Trilobitenart zeigt ebenfalls zwei Positivabdrücke und einige Negativabdrücke in der Matrix. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, welche Abdrücke positiv und welche negativ sind. Die Stufe wurde im Sommer 2013 über das Internet erworben. Auch dieses interessante Stück eines sehr gut erhaltenen Trilobiten stammt aus der gleichen geologischen Formation bei Jince in der Tschechischen Republik.

Ellipsocephalus detail2Ellipsocephalus detail3

Das dritte Bild zeigt ebenfalls eine Stufe mit Trilobiten derselben Art, die im Januar 2024 von einem bekannten tschechischen Trilobitenhändler bei eBay ersteigert wurde. Auf der Matrix sind drei vollständige Trilobiten der Art Ellipsocephalus hoffi erhalten.

Ellipsocephalus2Ellipsocephalus3

Beschreibung: Die blinde Trilobitenart ist einer der häufigsten Fossilien des mittleren Kambriums. Besonders ihr halbkreisförmiges wenig gegliedertes Cephalon, mit glatter Gabella, den abgerundeten Wangen sowie den 12 bis 15 Thoraxsegmenten mit kurzem und schmaler werdenden Pygidium, sind auffällig und typisch für diese Trilobitenart.

Lebensweise: Ellipsocephalus hatten eine bethnische Lebensweise und sind möglicherweise auch geschwommen.

Paradoxides graciles

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Familie: Paradoxidae

Größe: 5,0 cm
Fundort: Jince Formation, Barrandium (Tschechien)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre

ParadoxidesParadoxides ist die größte Trilobitenart des Kambriums. Einige Exemplare, wie die Art Paradoxides davidis, erreichten eine Länge von 70 cm. Auch bei diesem nicht ganz vollständigen Exemplar, das ich Anfang Mai 2014 erworben habe, musste ich lange suchen, da diese Trilobiten im Internet teilweise zu horrenden Preisen angeboten werden. Bei meinem vergleichsweise günstig erworbenen Exemplar fehlen leider das Cephalon und das Pigidium vollständig. Paradoxides gracilis war im mittleren Kambrium in den Sedimenten Europas, Nordamerikas und Nordafrikas weit verbreitet und erreichte eine Größe von bis zu 30 cm.

Beschreibung: Die Glabella ist deutlich durch Querfurchen geteilt, birnenförmig, breit und aufgebläht mit gut entwickelten Augen. Das Cephalon ist groß und besitzt zwei seitlich lange Wangenstacheln. Der Thorax ist in 13 bis 21 Segmenten unterteilt, deren Pleuren säbelartig nach hinten gekrümmt sind und in kleinen Stacheln auslaufen. Das Pygidium ist klein mit segmentierter kurzer Spindel und wird mit zwei seitlichen Stacheln weit nach hinten überragt.

Lebensweise: Die Trilobiten lebten auf schlammigen Boden des Schelfbereichs und sind vermutlich auch geschwommen.

Acadoparadoxides briareus

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Familie: Paradoxididae

Größe: 33 x 25 cm (Matrix: 41 x 30 cm)
Fundort: Jbel Wawrmast Formation, Cephalopyge notabilis-Zone, östlicher Anti-Atlas,
Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

AcadoparadoxidesMit einer Größe von 33 x 25 cm ist dieser riesige Acadoparadoxides (GEYER, 1993) der ,it Abstand größte Trilobit in meiner Sammlung. Er stammt aus dem Mittleren Kambrium in Marokko und wurde im Sommer 2014 für etwas mehr als 100 Euro von einer Privatperson über eBay erworben. Bei dieser Art von Trilobiten besteht natürlich die Gefahr, auf eine Fälschung hereinzufallen, da die großen marokkanischen Paradoxiden sehr oft gefälscht werden. Mein Exemplar ist jedoch größtenteils original. Der restaurierte Anteil beträgt nur etwa 20 %. Ein deutlicher Hinweis auf eine Restaurierung ist die rechte Freiwange am Cephalon. Die linke Freiwange scheint hingegen mehr oder weniger authentisch zu sein. Außerdem sind einige Teile des Thorax und des Pygidiums sehr wahrscheinlich restauriert. Die orange bis ockerfarbene Färbung des Trilobiten ist auf die Oxidation von Eisenpyrit zurückzuführen. Die Ordnung Redlichiida gehört zu den vier ältesten Trilobitenordnungen. Sie trat bereits im Unterkambrium weltweit auf und starb noch vor dem Ende des Mittelkambriums aus. Die Trilobiten dieser frühen Ordnung haben ein mehr oder weniger primitives Aussehen und gehören zu den größten, die jemals auf der Erde gelebt haben. Die Gattung Acadoparadoxides erreichte Längen von bis zu 45 cm.

Beschreibung: Das Cephalon ist groß und halbkreisförmig mit einer langgestreckten und deutlich segmentierten Glabella. Die vom Cephalonrand ausgehenden Wangenstacheln sind lang und spitz. Die Rostalplatte ist breit. Die Augen sind länglich und sichelförmig und stehen heraus. Der Thorax, mit spitzen Pleuren, besteht aus vielen Segmenten, deren Länge in Richtung des Pygidiums abnehmen. Das Pygidium ist winzig und besteht nur aus wenigen Segmenten.

Lebensweise: Im Gegensatz zu den meisten Trilobiten konnte sich Acadoparadoxides nicht einrollen. Die Art lebte bethnisch und carnivorisch auf dem Meeresboden.

Cambropallas telesto

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Unterordnung: Olenellina
Familie: Holmiidae

Größe: 20 x 13 cm
Fundort: Jbel Wawrmast Formation, Cephalopyge notabilis-Zone, Jbel Ougnate, Erfoud (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

CambropallasMitte Februar 2016 habe ich diesen schönen, großen Trilobiten der Art Cambropallas telesto (GEYER, 1993) aus dem mittleren Kambrium von Marokko zu einem sehr guten Preis bei eBay ersteigert. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Original, das manchmal auch als „Andalusiana” bezeichnet wird. Oft werden diese Steinkerne zusammen mit dem Negativ von verschiedenen Fossilien-händlern angeboten, was bei der Überprüfung der Echtheit hilfreich ist. Diese Trilobitenart wird relativ häufig in den flachen Kontinental-schelfsedimenten des marokkanischen Antiatlas gefunden. Besonders auffällig für marokkanische Trilobiten dieser Zeit ist die rost-orange Färbung des Abdrucks.

Beschreibung: Cambropallas erreicht oft Größen zwischen 20-25 cm und besitzt gut entwickelte Stacheln und eine klar segmentierte Glabella. Das Pygidium ist klein, das Cephalon halb elliptisch. Auffallend sind die gut entwickelten und länglich gewölbten Augenlappen. Der Thorax besteht aus 16 Segmenten und großen Pleuren, an deren Ende sich Stacheln befinden. Der axiale Ring besitzt eine breite Furche.

Lebensweise: Cambropallas bevölkerten den Meeresboden während der kambrischen Periode und zählen gleichzeitig zu den frühesten Trilobiten des Erdaltertums. Sie lebten im flachen Sediment als Räuber von Würmern, Krustentieren und anderer Arthropoden ohne mineralisierten Exoskelett.

Homatolenus sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae

Größe: 2,0 cm
Fundort: Tonracht (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

homatolenusIch habe diesen recht selten angebotenen Trilobiten aus den Schichten des mittleren Kambriums von Marokko im Januar 2016 bei einem Trilobitenhändler auf eBay ersteigert. Die Zuordnung dieses schönen und fast vollständig erhaltenen Exemplars zur Art Homatolenus ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet, da man im Internet nur wenige Informationen zu dieser Trilobitenart findet. Es könnte sich daher auch um einen Protolenus handeln, der wesentlich häufiger von verschiedenen Fossilienhändlern angeboten wird. Aufgrund seiner äußeren Merkmale kann der Trilobit jedoch in die Familie der Ellipsocephalidae gestellt werden.

Kingaspis sp.

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae

Größe: 2,8 cm
Fundort: Tahhoucht, Jebel Ougnate (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

Kingaspis Dieser recht seltene und nicht sehr gut erhaltene Trilobit meiner Sammlung gehört zur Gattung Kingaspis und stammt aus Marokko. Ich habe ihn im Oktober 2014 bei einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Kingaspis ähnelt Ellipsocephalus äußerlich sehr, der zu den häufigsten Trilobiten aus dem mittleren Kambrium der Tschechischen Republik gehört. Die Gattung Kingaspis besitzt jedoch zwei ausgeprägte Wangenstacheln auf dem Cephalon, die bei meinem Exemplar noch ansatzweise vorhanden sind, sowie zwei Rumpfstacheln auf dem Kopf und dem Schwanzschild.

Beschreibung: Die runde Glabella besitzt kaum sichtbare Nähte oder Furchen. Das konkav geformte Cephalon trägt ausgeprägte Wangenstacheln, die aber selten erhalten sind. Der Thorax besteht aus 12 bis 15 Segmenten. Das Pygidium ist sehr klein.

Lebensweise: Ähnlich wie Ellipsocephalus, lebte Kingaspis bethnisch am schlammigen Meeresboden und ernährte sich wahrscheinlich von Aas.

Changaspis elongata

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Oryctocephalidae

Größe: 0,9 cm [Bild I] / 1,6 cm (Matrix: 3,0 x 3,3 x 1,6 cm) [Bild II]
Fundort: Tsanglangpu Stage, Balang Formation, Hunnan Provinz, Guizhou (China) [Bild I] Balang Formation, Hunnan Provinz, Paiwu (China) [Bild II])
Alter: Oberes Unterkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 514 Millionen Jahre

Das erste Exemplar dieses hübschen kleinen Trilobiten aus Balang in China habe ich im Sommer 2013 bei einem niederländischen Fossilienhändler im Internet gekauft. Es gehört zu den ältesten Trilobiten meiner Sammlung und wird auf Fossilienbörsen recht häufig für wenige Euro angeboten. Bemerkenswert ist die sehr gute Erhaltung dieses Trilobiten aus dem Unterkambrium. Fast alle Details des Thorax, insbesondere die langen, auffälligen Pleurenstacheln, sind sehr gut erhalten. Dies lässt auf ein sehr feinkörniges Sediment schließen. Auch das zweite Exemplar einer Changaspis elongata (Lee in CHIEN, 1961) weist eine gute Schalenerhaltung auf. Der Kontrast zur Matrix ist hier jedoch nicht so deutlich ausgeprägt. Das deutlich größere Fossil, das generell recht selten angeboten wird, habe ich Anfang Januar 2016 bei einem bekannten Trilobitenhändler über eBay ersteigert.

Changaspis1Changaspis2

Beschreibung: Changaspis besitzt eine breites Cephalon mit langer Glabella an denen sich gut ausgeprägte Wangenstacheln befinden. Die Augen sind lang. Das Hypostom ist mit der Rostalplatte verschmolzen. Der Thorax besitzt bis zu 12-14 Segmente mit ausgeprägten Pleurenstacheln. Das Pygidium ist relativ lang und stachelig.

Lebensweise: Die blinde Trilobiten der Art Changaspis lebten bethnisch im Sediment begraben.

Duyunaspis duyunensis

Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Oryctocephalidae

Größe: 0,6 cm (Matrix: 5,2 cm)
Fundort: Balang, östliche Ghuizhou Provinz (China)
Alter: Oberes Unterkambrium, Duyunian (2. Serie, 3. Stufe), ca. 516 Millionen Jahre

DuyunaspisHier ist eine schöne Stufe mit einem Duyunaspis aus dem Unterkambrium von Balang in China. Sie wurde im April 2015 bei eBay ersteigert. Diese Trilobitenart wird relativ selten angeboten. Gleichzeitig ist Duyunaspis einer der kleinsten Trilobiten in meiner Sammlung. Trotzdem sind alle äußeren und vor allem die filigranen Merkmale im Sediment des Unterkambriums wunderbar erhalten geblieben. Die ersten Trilobiten erschienen in der 3. Stufe der 2. Serie des Unterkambriums vor 521 Millionen Jahren, sodass Duyunaspis zu den ältesten Arten gehört. Die Ordnung Corynexochida kam noch bis ins Mitteldevon vor. Duyunaspis starb jedoch bereits im Mittelkambrium, also vor 513 Millionen Jahren, aus.

Beschreibung: Der mittlere Bereich der Glabella ist länglich mit deutlich sichtbaren Nähten. Das Cephalon ist pilzförmig. Die Thoraxsegmente zeigen deutlich nach hinten in Richtung Pygidium. Der Thorax besteht aus 7 bis 8 Segmenten. Das Pygidium ist eher klein und unauffällig.

Lebensweise: Vermutlich lebte Duyunaspis bethnisch am schlammigen Meeresboden und ernährte sich wahrscheinlich von Aas.
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