Ordovizium
485,4 bis 443,4 Millionen Jahre
Ampyxina bellatula
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Trinucleida
Familie: Raphiophoridae
Größe: 1,1 cm
Fundort: Maquoketa Formation, Pike County, Missouri (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 445 Millionen Jahre

Ich habe diesen klassischen Trilobiten aus dem oberen Ordovizium von Missouri
im Februar 2014 bei einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Das Besondere an dieser kleinen Trilobitenart sind die dünnen und besonders langen
Wangenstacheln, die mehr als das Doppelte der Körperlänge erreichen. Die Art kommt häufig in Gruppen in den ordovizischen Sedimenten der nach dem
gleichnamigen Fluss in Iowa benannten Maquoketa-Formation vor und ist in den US-Bundesstaaten Missouri, Wisconsin, Iowa, Illinois und Indiana
verbreitet.
Beschreibung: Das Cephalon ist halbkreisförmig mit deutlich hervorragender und nahezu kreisrunder Glabella. Am Cephalon schließen sich dünne und
lange Wangenstacheln an. Das Pygidium ist doppelt so breit wie lang und besitzt deutlich ausgeprägte und nach hinten gebogene Pleuren. Der Thorax
ist relativ kurz mit 8 bis 10 Segmenten. Die Thoraxspindel ist relativ breit und verjüngt sich zu beiden Enden.
Lebensweise: Die blinde Trilobitenart lebte bethnisch im äußeren Schelfbereich und durchflügte den tiefen Meeresboden nach etwas fressbarem.
Flexycalymene meeki
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae
Größe: 1,5 cm
Fundort: Arnheim Formation, Brown County, Ohio (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 445 Millionen Jahre

Das Foto zeigt ein Exemplar der Gattung Flexycalymene aus
Ohio (USA). Der Trilobit wurde fachmännisch aus seiner Matrix herauspräpariert und liegt nun vollständig eingerollt vor. Im Gegensatz zu den
Flexycalymeniden aus Marokko ist das Gehäuse dieses Exemplars deutlich besser erhalten. Der Trilobit wurde im Sommer 2013 von einem
Fossilienhändler erworben. Flexicalymene meeki ist die mit Abstand häufigste Art der Cincinnati-Serie des Ordoviziums von Ohio und wird von
Fossilienhändlern teilweise recht häufig und günstig angeboten.
Beschreibung: Flexycalymene besitzt ein konvexes Außenskelett. Die Seitenlappen sind nach unten gebogen. Der Schwanzschild ist viel kleiner als der
Kopfschild. Die Glabella ist tief gefurcht mit kleinen Augen.
Lebensweise: Der Trilobit war vermutlich ein träger Schwimmer und krabbelte vorrangig am Meeresboden umher. Durch die Anordnung der Thoraxsegmente
konnte er sich bei Gefahr vollständig einrollen.
Flexycalymene retrosa
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae
Größe: 3,2 cm
Fundort: Richmond Formation, Arnheim Member, Buford, Mount Orab, Ohio (USA)
Alter: Oberes Ordovizium, ca. 450 Millionen Jahre

Hier ist eine schöne Stufe mit einem gut erhaltenen
Trilobiten der Art Flexicalymene retrosa (Foerste) aus der Richmond-Formation von Ohio zu sehen. Flexicalymene retrosa wird nur selten als
vollständig ausgestrecktes Exemplar gefunden. Auch dieser Trilobit wurde professionell aus seiner Matrix herausgearbeitet. Leider fehlen das
Pygidium und ein Teil des Thorax, die vermutlich bei der Häutung verloren gingen. Dennoch stammen aus diesem berühmten Steinbruch am Mt. Orab
einige der am besten erhaltenen Trilobiten der Welt. Der Trilobit wurde im Januar 2024 von dem Fossilienhändler Philipp Krüger auf philfossil.de
erworben.
Flexycalymene ouzregi
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Phacopida
Familie: Calymenidae
Größe: 4 cm [Bild I] / 11 cm [Bild II] / 3 cm [Bild III] / 6,5 cm [Bild IV] / 7,5 cm [Bild V] /
11 cm [Bild VI]
Fundort: Anti-Atlas, Erfoud (Marokko) [Bild I & 2] / Anti Atlas, Tiskaouine (Marokko) [Bild III]
Alter: Mittleres Ordovizium, ca. 455 Millionen Jahre
Flexycalymene ouzregi ist einer der häufigsten Trilobiten und wird von verschiedenen Fossilienhändlern zu günstigen Preisen angeboten. Aus diesem
Grund befinden sich mehrere Exemplare dieser Trilobitenart in meiner Sammlung. Im Anti-Atlas-Gebirge in Marokko werden die Überreste dieser Art
massenhaft in sogenannten Geoden gefunden. Entsprechend unterschiedlich ist der Erhaltungszustand. Teilweise restauriert und aufgeklebt werden sie
oft als Souvenir an Touristen verkauft.

Das kleinere Exemplar (oben links) habe ich im Juli 2008 am Berliner Ostbahnhof von einem Fossilienhändler erworben. Das deutlich größere Exemplar
dieser Trilobitenart (oben rechts) habe ich im Juli 2011 im Naturkundemuseum Siegsdorf im Chiemgau gekauft. Bei dem kleineren Exemplar sind die Augen
deutlicher ausgeprägt, während das größere Exemplar einen deutlich besseren Erhaltungszustand aufweist. Der vollständig eingerollte
Flexycalymene wurde im Januar 2016 von einem Trilobitenhändler bei eBay zu einem sehr guten Preis ersteigert.

Der Händler gab an, diesen Trilobiten bei einer eigenen Exkursion in Marokko gefunden zu haben. Vollständig eingerollte Exemplare sind in den
Gesteinen des marokkanischen Anti-Atlas übrigens deutlich seltener. Daher ist dieser Trilobit ein ganz besonderes Stück in meiner Sammlung. Bei
einem Zwischenstopp in Mittenwald auf der Rückreise aus Südtirol im Sommer 2023 stieß ich in einem anderen Fossilienladen ebenfalls auf einen gut
erhaltenen Trilobiten der Art Flexycalymene.

Die beiden letzten Exemplare habe ich im Jahr 2025 gekauft. Das kleinere und sehr gut erhaltene Exemplar habe ich in einer Grabbelkiste des
Fossilien- und Mineralienhändlers „Mineralien Plut” in Ramsau entdeckt, während ich meinen Urlaub in Österreich verbrachte. Das angegebene
Alter auf dem Label ist unzutreffend, denn der Trilobit ist noch 100 Millionen Jahre älter. Das zweite Exemplar kaufte ich auf dem Marktplatz
während des Lübbener Spreewaldfests bei einem Stand, der Mineralien und Fossilien verkaufte, zu einem guten Preis. Es handelt sich hierbei um das
zweitgrößte und ebenfalls relativ gut erhaltene Exemplar in meiner Sammlung der Gattung Flexycalymene.
Ogyginus corndensis
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Asaphida
Familie: Asaphoidae
Größe: 1,5 cm (Matrix: 3,5 cm)
Fundort: Old Tile Quarry, Upper Gilwern Hill, Near Hundred House, Powys, Wales (GB)
Alter: Mittleres Ordovozium (Darriwilium), Abbereiddian stage, Artus-Biozone, ca. 465 Millionen Jahre

Dieses leider nicht sehr gut erhaltene Exemplar eines Ogyginus (MURCHISON, 1839) aus
dem mittleren Ordovizium von Wales habe ich im März 2014 zu einem sehr guten Preis von einem britischen Fossilienhändler (www.neovenator.net) im
Internet erworben. Leider ist der Kopfschild meines Exemplars nicht sehr gut erhalten, sodass nur die gut ausgebildete Glabella hervorsticht.
Trilobiten hatten zu Lebzeiten ein äußeres Exoskelett. Während des Wachstums mussten sie sich daher regelmäßig häuten und hinterließen ihre zu
eng gewordenen Hüllen im Sediment des Meeresbodens, wo sie als Fossilien erhalten blieben. Eingerollte Exemplare, die das eigentliche Tier
repräsentieren, sind dagegen relativ selten. Das Ordovizium wurde übrigens nach einem keltischen Stamm aus Wales benannt. Es wurde 1879 von dem
britischen Geologen Charles Lapworth eingeführt, um einen alten Streit zwischen den Anhängern von Adam Sedgwick, dem Entdecker des Kambriums, und
Roderick Murchison, dem Entdecker des Silurs, zu schlichten. Gesteinsschichten in Wales, die nach alter Auffassung sowohl ins Kambrium als auch ins
Silur reichten, ordnete Lapworth schließlich dem Ordovizium zu.
Beschreibung: Das halbkreisförmige Cephalon besitzt ein nahezu runde und hervorstechende Glabella und deutlich erkennbare großen Augen. Am Thorax
sind 8 bis 12 schmale Pleuren erkennbar die aber kaum nach hinten gebogen sind und fast exakt parallel zueinander verlaufen. Das Pygidium ist relativ
groß mit deutlich nach hinten weisenden 7 bis 8 Segmenten. Der Axiallappen des Thorax ist vorne deutlich breiter als am Schwanzschild und läuft
spitz nach hinten aus.
Lebensweise: Vermutlich lebte diese Trilobitenart bethnisch in mittlerer Tiefe und durchsuchte den Meeresboden nach etwas fressbarem.
Ectillaenus perovalis
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Illaenidae
Größe: 2,3 cm
Fundort: Whitsburn Dingle, Minsterly Shropshire, Wales (GB)
Alter: Mittleres Ordovozium, Llanvirn Didymograptus artus-Biozone, ca. 466 Millionen Jahre

Dieses schöne und fast vollständige Exemplar
der seltenen Art Ectillaenus in seiner Matrix habe ich im Januar 2014 bei einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Fossilien dieser Art wurden in
ordovizischen Sedimenten in der Tschechischen Republik, in Frankreich, in Marokko, in Portugal, in Spanien und vor allem in Großbritannien
gefunden.
Beschreibung: Das Cephalon und das etwas größere Pygidium sind halbkreisförmig. Das Cephalon ist nahezu glatt ohne klar erkennbaren Furchen mit
kleinen Augen. Die Glabella ist breit und schlecht definiert. Am Thorax sind 10 engangliegende und deutlich sichtbare Pleuren erkennbar. Das Pygidium
ist glatt und leicht gewölbt.
Lebensweise: Es wird vermutet, dass diese Trilobitenart Fleischfresser waren und halb begraben den Meeresboden nach etwas Fressbarem absuchten.
Kambrium
541 bis 485,4 Millionen Jahre
Olenus sp.
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Oleanidae
Größe: 5 mm (Matrix: 3,5 cm)
Fundort: Orsten Alaunschiefer, Andrarum, Schonen (Schweden) - Fund vom Oktober 2013
Alter: unterstes Oberkambrium (Furongium, Paibium), Zone 2, ca. 497 Millionen Jahre

Der Orsten-Alaunschiefer in Schweden gilt als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten
Skandinaviens und ist mit dem Burgess Shale in Kanada vergleichbar. Orsten sind Kalkknollen, in denen die phosphatisierten Chitinskelette früherer
Arthropoden und deren Larvenstadien aus dem Kambrium erhalten geblieben sind. Der Alaunschiefer des Oberkambriums ist ein sehr weiches Gestein. Das
Urmeer muss zu dieser Zeit sehr sauerstoffarm und ruhig gewesen sein. Aus abgestorbenen Organismen bildete sich Faulschlamm, aus dem später der
Stinkkalk entstand. Die kleine Platte mit den Resten eines Axiallobiten der Trilobiten-Gattung Olenus war das Beifossil eines Fossils, das ich Ende
Mai 2015 im Internet gekauft hatte. Diese Trilobitenart kommt vor allem auf den Britischen Inseln, an der nordamerikanischen Atlantikküste, auf
Neufundland, in Skandinavien und Asien sehr häufig vor. Die Überreste dieses typischen Leitfossils kommen in dunklen Tonsteinen vor. Olenus besitzt
sehr breite Pleuren, die als eine Art erweiterte Kiemen dienten. Dadurch konnte das Tier ein Maximum an Sauerstoff aufnehmen.
Beschreibung: Die Glabelle ist schmal und besitzt leicht nach hinten gebogene Furchen. Die Pleuren sind schmal, nach hinten gekrümmt und spitz. Das
Pygidium ist winzig.
Lebensweise: Es existieren auch Hinweise, dass Olenus in symbiotischer Beziehung mit Bakterien lebte, z.B. durch die Aufnahme von Nährstoffen, die
die Bakterien produzierten, um unter diesen wiedrigen Bedingungen am Meeresboden zu überleben.
Agnostus pisiformis
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Agnostidae
Größe: 5 mm (Matrix: 10 cm)
Fundort: Orsten Alaunschiefer, Kinnekulle, Västergötland (Schweden) - Fund vom Oktober 2013
Alter: oberstes Mittelkambrium (Guzhangium), Zone 1, ca. 498 Millionen Jahre
Diese schöne Platte mit dem Trilobiten Agnostus pisiformis (LINNAEUS, 1768) habe ich Ende Mai 2015 recht günstig im Internet erstanden. Diese nur
wenige Millimeter lange, augenlose Trilobitenart kommt häufig in skandinavischen, dunklen Stinkalken vor, die aus bituminösem Schwarzkalk von
Faulschlamm bestehen. Nach neuesten Erkenntnissen stammt sie aus dem oberen Mittelkambrium vor etwa 500 Millionen Jahren. Oft ist bei diesen
Agnostiden nur eines der beiden Thoraxsegmente erhalten, entweder der Kopf- oder der Schwanzschild. In diesem Zustand wurden sie vor allem in
Skandinavien, Polen, England, Sibirien und Neufundland gefunden. Ganze Exemplare dieser Trilobitenart sind eher selten. In Deutschland sind
Agnostiden vor allem als eiszeitliche Funde bekannt. Die Trilobitenart gilt als Leitfossil an der Grenze zwischen Mittel- und Oberkambrium. In der
Paläontologie wird diese Grenze als Agnostus-pisiformis-Zone bezeichnet. Die Überreste dieser Trilobitenart treten in den skandinavischen
Stinkkalken so häufig auf, dass sie gesteinsbildend werden. Aus den Stinkkalken des Orsten Alaunschiefers lassen sich darüber hinaus mit Säure
phosphatierte Mikrofossilien von Trilobitenlarven gewinnen, die feinste Körperstrukturen zeigen.

Beschreibung: Der Thorax ist schmal und besitzt nur zwei Segmente, die an den Enden Ringe bilden. Das hufeisenförmige Cephalon ist glatt, mit
breitem Saum, und zeigt eine Saumfurche. Der Frontallobus ist klein und rundlich. Die Basalloben neben der Glabella sind klein und dreieckig. Die
Tuberkel befinden sich vor der Mitte der Glabella, die vorne durch eine Querfurche geteilt wird.
Lebensweise: Agnostiden konnte ihren Panzer nicht völlig aufklappen. Sie verbrachten ihr Dasein im eingeklappten Zustand und ließen nur einen Spalt
am Panzer offen, ähnlich den heute lebenden Muschelkrebsen. So waren sie von allen Seiten durch ihren Panzer gerschützt. Entweder waren sie
planktonische Besiedler oder lebten am sauerstoffarmen Meeresgrund.
Cedaria minor
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Raymondinidae
Größe: 1,5 cm
Fundort: Weeks Formation, Millard County, Utah (USA)
Alter: Oberes Mittelkambrium (Guzhangium), ca. 501 Millionen Jahre

Dieses schöne Exemplar einer Cedaria minor (WALCOTT, 1916) habe ich Ende Juli 2015 bei einem
Fossilienhändler auf eBay ersteigert. Es stammt aus dem oberen Mittelkambrium von Utah, lokalstratigraphisch jedoch schon aus dem Oberkambrium
(Dresbachium). Das Dresbachium (501 bis 497 Millionen Jahre) ist eine Typlokalität in Nordamerika und wird durch vier Trilobitenzonen definiert. Es
überschneidet sich mit den folgenden ICS-Stufen des Kambriums: Guzhangium, Paibium und dem untersten Teil des Jiangshaniums. Cedaria gehört zur
ersten Trilobitenzone und ist somit ein typisches Leitfossil für das untere Dresbachium. Der Trilobit ist in dem feinen, gelb-rötlichen Kalkstein
der Weeks-Formation sehr gut erhalten, was wahrscheinlich auf eine Symbiose mit Bakterien zurückzuführen ist. Wie die Trilobiten der Gattung
Elrathia besaß Cedaria bereits Augen, die auf dem Foto deutlich zu erkennen sind. Typisch für die Vertreter dieser Gattung sind auch die
ausgeprägten Wangenstacheln mit einem deutlichen, breiten Cephalonsaum. Leider ist bei meinem Exemplar die Glabella etwas beschädigt und das
Pygidium leicht perforiert.
Beschreibung: Cedaria sind kleine und flache Trilobiten, die einen ovalen Körperumriss zeigen. Das Cephalon und das Pygidium sind annähernd gleich
groß. Der Thorax besitzt 7 Pleuren, die in kurzen Pleurenstacheln enden und sich nach hinten biegen. Die Wangenstacheln am Cephalon ereichen
ungefähr die halbe Länge des Trilobiten. Der gut definierte zentrale Bereich der Glabella verjüngt sich leicht nach vorn. Die laterale Furch ist
schwach definiert. Die Freiwangen sind flach.
Lebensweise: Cedaria sind relativ kleine Vertreter der Trilobiten und durchwühlten, ähnlich wie Elrathia, den schlammigen Meeresboden nach was
fressbarem.
Asaphiscus wheeleri
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Asaphiscidae
Größe: 4 cm
Fundort: Marjum Formation, Wheeler Shale, House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Es hat lange gedauert, bis ich ein günstiges Exemplar
der Art Asaphiscus gefunden habe. Dieses nicht ganz vollständige Exemplar dieser Trilobitenart aus dem mittleren Kambrium konnte ich im Sommer 2014
zu einem sehr guten Preis bei einem zuverlässigen Fossilienhändler erwerben. Vollständige Überreste dieser Trilobiten sind relativ selten. Oft
fehlen die Freiwangen am Cephalon, so auch bei diesem Exemplar. Asaphiscus weist Ähnlichkeiten mit der im Wheeler Shale häufig vorkommenden Art
Elrathia auf. Im Gegensatz dazu ist das Cephalon von Asaphiscus deutlich größer und ausgeprägter.
Beschreibung: Asaphiscus besitzt ein ausgeprägtes Pygidium mit eine relativ breiten Saum. Das Cephalon ist sehr breit. Die Glabella ist oval und
gewölbt. Der Thorax besitzt 13 Segmente mit breiten Lappen.
Lebensweise: Wahrscheinlich war diese Trilobitenart, aufgrund seiner, für die Ordnung ungewöhnlichen, vorhandenen Augen ein Fleischfresser. Es wird
vermutet, dass er ein schneller Schwimmer war.
Bolaspidella sp.
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Menomoniidae
Größe: 0,5 cm - 1 cm (Matrix 6 cm)
Fundort: Marjum Formation, Wheeler Shale, House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre
Auf dieser schönen Platte aus der Marjum-Formation in Utah sind gleich fünf Trilobiten der Art Bolaspidella abgebildet. Ich habe das Stück im
November 2013 im Internet gekauft. Bolaspidella zeigt auffällige Ähnlichkeiten mit Elrathia (siehe oben). Im Gegensatz zu Elrathia wurden diese
Trilobiten jedoch nur bis zu 1 cm groß.

Beschreibung: Das Cephalon ist deutlich breiter im Verhältnis zum Thorax und besitzt dreieckige Wangenstacheln und kurze, zentrale Augen. Die
Glabella ist oval. Der Thorax besitzt 13 Segmenet mit breiten Lappen. Das Pygydium ist im Verhältnis zum Thorax winzig.

Die blinden Trilobiten der Art Bolaspidella sind wichtige Leitfossilen des mittleren Kambriums der 3. Serie und durchwühlten den Meeresboden nach
etwas fressbarem.
Elrathia kingii
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Alokistocaridae
Größe: 3,5 cm [Bild I] / 1,5 cm [Bild II] / 2,5 cm [Bild III] / 2,2 cm [Bild IV] / 1,8 cm [Bild V] /
1,5 cm & 1,0 cm [Bild VI] / 1,5 cm [Bild VII] / 2,5 cm & 1,5 cm [Bild VII] / 1,5 cm [Bild IX] /
3,0 cm [Bild X]
Fundort: Wheeler Formation, Wheeler Shale, Juab County / Antelope Springs, Utah/USA
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre
Dieser Trilobit gehört zu den ersten Fossilien, die ich gekauft habe. Es handelt sich um die Art Elrathia kingii, einen der häufigsten Trilobiten
Nordamerikas. Diese Urzeitkrebse kommen in der Wheeler-Formation in Utah in sehr großen Mengen vor und sind in der Regel hervorragend erhalten. Das
auf der rechten Seite abgebildete große Exemplar habe ich im Jahr 2004 in einem Mineralien- und Fossilienladen in Mittenwald (Bayern) erworben. Der
Trilobit wurde aus seiner Matrix gelöst und ist sehr gut erhalten. Alle Details des Körpers sind gut zu erkennen.

Während meines Sommerurlaubs 2009 besuchte ich wieder einmal das kleine Städtchen Mittenwald. Sofort stattete ich dem Mineralien- und
Fossilienladen einen Besuch ab und entdeckte diese beiden wunderschönen Exemplare derselben Art. Der noch in seiner Matrix eingebettete Trilobit ist
gut 1,5 cm groß. Bei diesem Exemplar kann man sogar noch die nach hinten verlaufenden Wangenstacheln an der Glabella erkennen. Mit einer Größe von
2,5 cm ist das rechte Exemplar das größte Stück dieser Trilobitenart in meiner Sammlung.

Auf den Bildern 4 und 5 sind zwei weitere Exemplare zu sehen, die 2014 günstig im Internet ersteigert wurden. Bei einem der Trilobiten, der
ursprünglich in einer lockeren Matrix eingebettet war, scheint das untere Thoraxsegment abgetrennt zu sein. Dem kleineren Exemplar fehlt ein Teil
des linken Kopfschildes.

Im Winter 2016 ersteigerte ich bei einem bekannten Fossilienhändler auf eBay auch diese beiden Stücke in ihrer Matrix (siehe Bilder 6 und 7). Die
Trilobiten sind ebenfalls noch im typischen grauen Gestein des Wheeler Shale eingeschlossen. Auf dem einen Stück sind sogar zwei vollständige
Trilobiten vorhanden, wobei bei dem kleineren ein Teil des Kopfschildes von anderen Schalenteilen überlagert wird. In der Matrix ist außerdem ein
Fragment eines Agnostiden zu erkennen. Im Gegensatz dazu ist das andere Exemplar für einen kleinen Trilobiten außergewöhnlich gut erhalten.

Während meiner Reise durch den Südwesten der USA im Jahr 2017 konnte ich in einem kleinen Fossilienladen in Bryce Canyon City (Utah) drei weitere
Exemplare der Gattung Elrathia zu einem günstigen Preis erwerben. Auch diese sind noch in der Matrix eingeschlossen. Bild 8 zeigt zwei Elrathia
kingii, von denen das größere Exemplar sehr gut erhalten ist. Das kleinere Exemplar scheint hingegen beschädigt zu sein oder noch tiefer im
Gestein eingebettet zu sein. Bild 9 zeigt einen nahezu perfekt erhaltenen Trilobiten der gleichen Art. In die größere Matrix sind noch einige
weitere Trilobitenfragmente eingebettet.

Während meines Aufenthalts in Österreich im Juli 2025 besuchte ich den Mineralien- und Fossilienladen „Mineralien Plut” in Ramsau, wo ich
einige Fossilien für meine Vitrine erwarb. Der Eigentümer des Ladens zeigte mir einen Trilobiten und erklärte, dass es sich hierbei um ein ganz
besonderes Fossil handelt. Als ich ihm verriet, dass es sich dabei um einen Elrathia kingii aus dem Wheller Shale in Utah handelte, schenkte er mir
den Trilobiten kurzerhand. Auch bei diesem Exemplar handelt es sich um einen Häutungsrest, wobei das Pygidium ebenfalls abgetrennt wurde.
Beschreibung: Elrathia kingii hat einen zum Rumpf vergleichsweise kleine Kopf. Die Glabella ist blumentopfförmig, trägt kleine zentrale Augen und
kurze dreieckige Wangenstacheln. Entlang des Thorax sind 13 Segmente mit breiten Lappen angeordnet, die kurze dornige Enden aufweisen. Der
Schwanzschild ist doppelt so breit wie lang und hat eine deutliche Mittelachse.
Lebensweise: Elrathia lebte wahrscheinlich in Schwärmen im äußeren Schelfbereich und durchforstete den schlammigen Meeresboden nach etwas
Fressbarem.
Itagnostus interstrictus
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Peronopsidae
Größe: 6 - 8 mm (Matrix: 5,5 cm)
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Aus dem
mittleren Kambrium von Utah stammt diese hübsche kleine Stufe der Gattung Itagnostus. Die Platte wurde im August 2013 von einem amerikanischen
Fossilienhändler zu einem günstigen Preis erworben. Abgebildet sind drei Exemplare der bekannten, blinden Trilobitenart aus der
Wheeler-Shale-Formation von Utah. Früher wurde diese Art als Peronopsis interstricta bezeichnet.
Beschreibung: Zur Ordnung Agnostida gehören winzige Trilobiten von 6 bis 10 mm Länge mit zwei oder drei Körperringen und nahezu gleich aussehenden
Cephalon und Pygidium. Peronopsis besitzt eine auffällige kugelige Glabella mit rechteckigen Stirnlappen, Gesichtsnähte und Augen fehlen
vollständig. Das Pygidium besitzt eine relativ lange Spindel, die Pleuren enden halbkreisförmig.
Lebensweise: Agnostiden gab es vom Unterkambrium bis in das Ordovizium hinein und waren weltweit verbreitet. Sie kommen vor allem in den
mittelkambrischen Schichten von Europa, Asien, Nordamerika und Australien sehr häufig vor. Sie lebten auf dem Meeresboden tiefer Meere und
durchflügten den Meeresboden nach etwas nahrhaftem.
Ptychagnostus cuyanus
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Ptychagnostidae
Größe: 5 - 9 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre
Auf dieser rechteckigen Platte sind mehrere Exemplare und Fragmente der Trilobitenart Ptychagnostus cuyanus aus dem mittleren Kambrium in Utah
abgebildet. Das größte Exemplar misst 0,9 cm. Die Platte wurde speziell behandelt, sodass sich die Trilobiten gut vom Hintergrund abheben.

Der Originalzustand der Platte ist auf der Rückseite erhalten, auf der noch zwei Trilobiten der gleichen Art (Positiv/Negativ) abgebildet sind. Das
Stück wurde im August 2013 bei eBay ersteigert. Die Trilobiten ähneln in Aussehen und Lebensweise Peronopsis.

Ptychagnostus gehört zur Ordnung der Agnostida, die sehr kleine, blinde Trilobiten umfasst, die nicht größer als 10 mm wurden. Aufgrund der
geringen Anzahl von Rumpfsegmenten konnten sich die Agnostida nicht vollständig einrollen. Sie lebten vom Unterkambrium bis zum Ordovizium in
Europa, Asien, Nordamerika und Australien.
Ptychagnostus atavus
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Peronopsidae
Größe: 7 mm
Fundort: Drum Mountains, Wheeler Shale Fo., House Range, Millard County, Utah (USA)
Alter: Mittleres Kambrium (Drumian), ca. 504 Millionen Jahre

Diese kleine Platte zeigt einen weiteren
Agnostiden aus dem mittleren Kambrium von Utah, der im März 2014 von einem Fossilienhändler zu einem günstigen Preis im Internet erworben wurde.
Ptychagnostus atavus ist ein typisches Leitfossil der Wheeler-Schichten und markiert den Global Boundary Stratotype Section and Point (GSSP), also
den chronostratigraphischen Referenzpunkt der Drumium-Stufe in der dritten Serie des Kambriums. Der GSSP wurde daher in den Drum Mountains in Utah
(USA) festgelegt. Das Drumium begann vor 504,5 Millionen Jahren mit dem ersten Auftreten der hier fossil überlieferten Trilobitenart und endete vor
500,5 Millionen Jahren mit dem Guzhangium.
Ptychagnostus gibbus
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Agnostida
Familie: Ptychagnostidae
Größe: 5 mm (Matrix: 5 cm)
Fundort: Exsulans Kalkstein, Brantevik, Schonen (Schweden) - Fund vom Oktober 2012
Alter: Mittleres Kambrium (unteres Drumian), ca. 505 Millionen Jahre

Dieses kleine Stück aus Schweden war eine Beigabe
zu einem bei eBay erworbenen Fossilienlot Ende Mai 2015. Auf dem schwarzen Kalkstein sind zahlreiche (leider unvollständige) Reste von Agnostiden zu
sehen. Die Art Ptyxagnostus gibbus (LINNARSSON, 1869) lebte etwa eine Million Jahre vor der Art Atavus und gilt daher als Leitfossil für das
mittlere Kambrium im skandinavischen Geschiebe. Das Aussterben dieser Trilobitenart liegt zeitlich genau an der Grenze zwischen dem Beginn des
Drumiums und dem Ende der dritten unbenannten Serie des Kambriums in der Erdgeschichte.
Maotunia sp.
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Proasaphiscidae
Größe: 0,9 cm [Bild I] / 0,5 cm [Bild II]
Fundort: Zhangxia Stufe, Mantou Formation, Feixian, Shangdong Provinz (China)
Alter: Mittelkambrium (Zhangxian, 3. Serie, 5. Stufe), ca. 509 Millionen Jahre

Bei diesem interessanten Trilobiten aus China handelt es sich um ein Exemplar der Gattung
Maotunia, das ich im Sommer 2015 bei eBay ersteigert habe. Auf dem zweiten, kostenlos beiliegenden Beleg ist nur ein Pygidium derselben Gattung
abgebildet. Außerdem gibt es einige Cephalonabdrücke anderer Trilobiten, bei denen ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es sich um die
gleiche Gattung handelt. Erst vor wenigen Jahren wurden in der nordchinesischen Mantou-Formation auch Weichtierfossilien entdeckt. Diese Trilobiten
stammen aus denselben grünen Schieferschichten, in denen auch Weichtierfossilien gefunden wurden. Sie sind somit älter als die berühmt gewordenen
Funde aus dem Burgess-Schiefer in Kanada.

Beschreibung: Die Glabella ist groß mit deutlichen Glabellafurchen und großen Augen. Der Thorax besitzt 9 Segmenet. Das Pygidium ist klein, mit
breiteren Pleuren und mit einer kleineren Furche am Rand.
Lebensweise: Die blinde Trilobitenart lebte bethnisch im Sediment begraben.
Conocoryphe
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Conocoryphidae
Größe: 4,8 cm [Bild I] / 3,6 cm [Bild II]
Fundort: Rejkovice, Tschechien (C. cirina) / Jince, Tschechien (C. sulzeri)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre
Diese interessante Platte (Bild 1) eines kambrischen Trilobiten der Art Conocoryphe cirina wurde im Juni 2013 erworben und zeigt ein besonders
großes Exemplar. Leider ist das Cephalon unvollständig. Die linke Wange fehlt. Trotzdem zählt dieser Trilobit zu den schönsten, ältesten und
größten Exemplaren meiner Sammlung.

Das jüngste Exemplar meiner Sammlung (siehe Bild rechts) gehört zur Art Conocoryphe sulzeri. Das Pygidium ist hier noch teilweise in der Matrix
eingeschlossen. Das Cephalon ist deutlicher ausgeprägt als bei dem linken Exemplar der Unterart Cirina. Das Stück wurde im Juli 2013 vom selben
Händler erworben.
Beschreibung: Das Kopfschild (Cephalon) ist halbkreisförmig und breit und besitzt keine Augen. Die Glabella ist kegelförmig. Der Thorax besteht aus
14 bis 17 Segmenten mit leicht nach hinten gebogenen Pleuren. Das Pygidium ist klein und besitzt nur wenig Segmente.
Lebensweise: Die Art Conocoryphe war ein blinder Trilobit, der sich in den schlammigen Meeresgrund eingrub.
Ellipsocephalus hoffi
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae
Größe: 1,5 bis 2,5 cm (Matrix: 12 cm, 8 cm, 8 cm)
Fundort: Jince Formation, Barrandium (Tschechien)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre
Das auf den ersten beiden Bildern gezeigte schöne Handstück stammt aus dem Barrandium in der Tschechischen Republik und enthält mehrere Positiv-
und Negativabdrücke bzw. Reste der Trilobitenart Ellipsocephalus hoffi (SCHLOTHEIM, 1823). Ellipsocephalus gehört zu den häufigsten
Trilobitenarten der Region Jince und wurde bereits im Jahr 1823 vom deutschen Paläontologen Ernst Friedrich von Schlotheim als eine der ersten
Trilobitenarten überhaupt beschrieben. Dieses schöne Stück Erdgeschichte wurde im Frühjahr 2013 von Fossnet.de erworben.

Das weiter unten abgebildete zweite Handstück derselben Trilobitenart zeigt ebenfalls zwei Positivabdrücke und einige Negativabdrücke in der
Matrix. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, welche Abdrücke positiv und welche negativ sind. Die Stufe wurde im Sommer 2013 über das
Internet erworben. Auch dieses interessante Stück eines sehr gut erhaltenen Trilobiten stammt aus der gleichen geologischen Formation bei Jince in
der Tschechischen Republik.

Das dritte Bild zeigt ebenfalls eine Stufe mit Trilobiten derselben Art, die im Januar 2024 von einem bekannten tschechischen Trilobitenhändler bei
eBay ersteigert wurde. Auf der Matrix sind drei vollständige Trilobiten der Art Ellipsocephalus hoffi erhalten.

Beschreibung: Die blinde Trilobitenart ist einer der häufigsten Fossilien des mittleren Kambriums. Besonders ihr halbkreisförmiges wenig
gegliedertes Cephalon, mit glatter Gabella, den abgerundeten Wangen sowie den 12 bis 15 Thoraxsegmenten mit kurzem und schmaler werdenden Pygidium,
sind auffällig und typisch für diese Trilobitenart.
Lebensweise: Ellipsocephalus hatten eine bethnische Lebensweise und sind möglicherweise auch geschwommen.
Paradoxides graciles
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Familie: Paradoxidae
Größe: 5,0 cm
Fundort: Jince Formation, Barrandium (Tschechien)
Alter: Mittleres Kambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 510 Millionen Jahre

Paradoxides ist die größte Trilobitenart des
Kambriums. Einige Exemplare, wie die Art Paradoxides davidis, erreichten eine Länge von 70 cm. Auch bei diesem nicht ganz vollständigen Exemplar,
das ich Anfang Mai 2014 erworben habe, musste ich lange suchen, da diese Trilobiten im Internet teilweise zu horrenden Preisen angeboten werden. Bei
meinem vergleichsweise günstig erworbenen Exemplar fehlen leider das Cephalon und das Pigidium vollständig. Paradoxides gracilis war im mittleren
Kambrium in den Sedimenten Europas, Nordamerikas und Nordafrikas weit verbreitet und erreichte eine Größe von bis zu 30 cm.
Beschreibung: Die Glabella ist deutlich durch Querfurchen geteilt, birnenförmig, breit und aufgebläht mit gut entwickelten Augen. Das Cephalon ist
groß und besitzt zwei seitlich lange Wangenstacheln. Der Thorax ist in 13 bis 21 Segmenten unterteilt, deren Pleuren säbelartig nach hinten
gekrümmt sind und in kleinen Stacheln auslaufen. Das Pygidium ist klein mit segmentierter kurzer Spindel und wird mit zwei seitlichen Stacheln weit
nach hinten überragt.
Lebensweise: Die Trilobiten lebten auf schlammigen Boden des Schelfbereichs und sind vermutlich auch geschwommen.
Acadoparadoxides briareus
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Familie: Paradoxididae
Größe: 33 x 25 cm (Matrix: 41 x 30 cm)
Fundort: Jbel Wawrmast Formation, Cephalopyge notabilis-Zone, östlicher Anti-Atlas,
Alnif (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

Mit einer Größe von 33 x 25 cm ist
dieser riesige Acadoparadoxides (GEYER, 1993) der ,it Abstand größte Trilobit in meiner Sammlung. Er stammt aus dem Mittleren Kambrium in Marokko
und wurde im Sommer 2014 für etwas mehr als 100 Euro von einer Privatperson über eBay erworben. Bei dieser Art von Trilobiten besteht natürlich
die Gefahr, auf eine Fälschung hereinzufallen, da die großen marokkanischen Paradoxiden sehr oft gefälscht werden. Mein Exemplar ist jedoch
größtenteils original. Der restaurierte Anteil beträgt nur etwa 20 %. Ein deutlicher Hinweis auf eine Restaurierung ist die rechte Freiwange am
Cephalon. Die linke Freiwange scheint hingegen mehr oder weniger authentisch zu sein. Außerdem sind einige Teile des Thorax und des Pygidiums sehr
wahrscheinlich restauriert. Die orange bis ockerfarbene Färbung des Trilobiten ist auf die Oxidation von Eisenpyrit zurückzuführen. Die Ordnung
Redlichiida gehört zu den vier ältesten Trilobitenordnungen. Sie trat bereits im Unterkambrium weltweit auf und starb noch vor dem Ende des
Mittelkambriums aus. Die Trilobiten dieser frühen Ordnung haben ein mehr oder weniger primitives Aussehen und gehören zu den größten, die jemals
auf der Erde gelebt haben. Die Gattung Acadoparadoxides erreichte Längen von bis zu 45 cm.
Beschreibung: Das Cephalon ist groß und halbkreisförmig mit einer langgestreckten und deutlich segmentierten Glabella. Die vom Cephalonrand
ausgehenden Wangenstacheln sind lang und spitz. Die Rostalplatte ist breit. Die Augen sind länglich und sichelförmig und stehen heraus. Der Thorax,
mit spitzen Pleuren, besteht aus vielen Segmenten, deren Länge in Richtung des Pygidiums abnehmen. Das Pygidium ist winzig und besteht nur aus
wenigen Segmenten.
Lebensweise: Im Gegensatz zu den meisten Trilobiten konnte sich Acadoparadoxides nicht einrollen. Die Art lebte bethnisch und carnivorisch auf dem
Meeresboden.
Cambropallas telesto
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Redlichiida
Unterordnung: Olenellina
Familie: Holmiidae
Größe: 20 x 13 cm
Fundort: Jbel Wawrmast Formation, Cephalopyge notabilis-Zone, Jbel Ougnate, Erfoud (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

Mitte Februar 2016 habe ich diesen schönen,
großen Trilobiten der Art Cambropallas telesto (GEYER, 1993) aus dem mittleren Kambrium von Marokko zu einem sehr guten Preis bei eBay ersteigert.
Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Original, das manchmal auch als „Andalusiana” bezeichnet wird. Oft werden diese Steinkerne
zusammen mit dem Negativ von verschiedenen Fossilien-händlern angeboten, was bei der Überprüfung der Echtheit hilfreich ist. Diese Trilobitenart
wird relativ häufig in den flachen Kontinental-schelfsedimenten des marokkanischen Antiatlas gefunden. Besonders auffällig für marokkanische
Trilobiten dieser Zeit ist die rost-orange Färbung des Abdrucks.
Beschreibung: Cambropallas erreicht oft Größen zwischen 20-25 cm und besitzt gut entwickelte Stacheln und eine klar segmentierte Glabella. Das
Pygidium ist klein, das Cephalon halb elliptisch. Auffallend sind die gut entwickelten und länglich gewölbten Augenlappen. Der Thorax besteht aus
16 Segmenten und großen Pleuren, an deren Ende sich Stacheln befinden. Der axiale Ring besitzt eine breite Furche.
Lebensweise: Cambropallas bevölkerten den Meeresboden während der kambrischen Periode und zählen gleichzeitig zu den frühesten Trilobiten des
Erdaltertums. Sie lebten im flachen Sediment als Räuber von Würmern, Krustentieren und anderer Arthropoden ohne mineralisierten Exoskelett.
Homatolenus sp.
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae
Größe: 2,0 cm
Fundort: Tonracht (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

Ich habe diesen recht selten angebotenen Trilobiten aus den Schichten des mittleren Kambriums von
Marokko im Januar 2016 bei einem Trilobitenhändler auf eBay ersteigert. Die Zuordnung dieses schönen und fast vollständig erhaltenen Exemplars zur
Art Homatolenus ist allerdings mit großen Unsicherheiten behaftet, da man im Internet nur wenige Informationen zu dieser Trilobitenart findet. Es
könnte sich daher auch um einen Protolenus handeln, der wesentlich häufiger von verschiedenen Fossilienhändlern angeboten wird. Aufgrund seiner
äußeren Merkmale kann der Trilobit jedoch in die Familie der Ellipsocephalidae gestellt werden.
Kingaspis sp.
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Ptychopariida
Familie: Ellipsocephalidae
Größe: 2,8 cm
Fundort: Tahhoucht, Jebel Ougnate (Marokko)
Alter: Unteres Mittelkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 513 Millionen Jahre

Dieser recht seltene und nicht sehr gut erhaltene Trilobit meiner Sammlung gehört zur Gattung
Kingaspis und stammt aus Marokko. Ich habe ihn im Oktober 2014 bei einem Fossilienhändler im Internet gekauft. Kingaspis ähnelt Ellipsocephalus
äußerlich sehr, der zu den häufigsten Trilobiten aus dem mittleren Kambrium der Tschechischen Republik gehört. Die Gattung Kingaspis besitzt
jedoch zwei ausgeprägte Wangenstacheln auf dem Cephalon, die bei meinem Exemplar noch ansatzweise vorhanden sind, sowie zwei Rumpfstacheln auf dem
Kopf und dem Schwanzschild.
Beschreibung: Die runde Glabella besitzt kaum sichtbare Nähte oder Furchen. Das konkav geformte Cephalon trägt ausgeprägte Wangenstacheln, die
aber selten erhalten sind. Der Thorax besteht aus 12 bis 15 Segmenten. Das Pygidium ist sehr klein.
Lebensweise: Ähnlich wie Ellipsocephalus, lebte Kingaspis bethnisch am schlammigen Meeresboden und ernährte sich wahrscheinlich von Aas.
Changaspis elongata
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Oryctocephalidae
Größe: 0,9 cm [Bild I] / 1,6 cm (Matrix: 3,0 x 3,3 x 1,6 cm) [Bild II]
Fundort: Tsanglangpu Stage, Balang Formation, Hunnan Provinz, Guizhou (China) [Bild I] Balang Formation, Hunnan Provinz, Paiwu (China) [Bild II])
Alter: Oberes Unterkambrium (2. Serie, 4. Stufe), ca. 514 Millionen Jahre
Das erste Exemplar dieses hübschen kleinen Trilobiten aus Balang in China habe ich im Sommer 2013 bei einem niederländischen Fossilienhändler im
Internet gekauft. Es gehört zu den ältesten Trilobiten meiner Sammlung und wird auf Fossilienbörsen recht häufig für wenige Euro angeboten.
Bemerkenswert ist die sehr gute Erhaltung dieses Trilobiten aus dem Unterkambrium. Fast alle Details des Thorax, insbesondere die langen,
auffälligen Pleurenstacheln, sind sehr gut erhalten. Dies lässt auf ein sehr feinkörniges Sediment schließen. Auch das zweite Exemplar einer
Changaspis elongata (Lee in CHIEN, 1961) weist eine gute Schalenerhaltung auf. Der Kontrast zur Matrix ist hier jedoch nicht so deutlich ausgeprägt.
Das deutlich größere Fossil, das generell recht selten angeboten wird, habe ich Anfang Januar 2016 bei einem bekannten Trilobitenhändler über
eBay ersteigert.

Beschreibung: Changaspis besitzt eine breites Cephalon mit langer Glabella an denen sich gut ausgeprägte Wangenstacheln befinden. Die Augen sind
lang. Das Hypostom ist mit der Rostalplatte verschmolzen. Der Thorax besitzt bis zu 12-14 Segmente mit ausgeprägten Pleurenstacheln. Das Pygidium
ist relativ lang und stachelig.
Lebensweise: Die blinde Trilobiten der Art Changaspis lebten bethnisch im Sediment begraben.
Duyunaspis duyunensis
Stamm: Arthropoda
Klasse: Trilobita
Ordnung: Corynexochida
Familie: Oryctocephalidae
Größe: 0,6 cm (Matrix: 5,2 cm)
Fundort: Balang, östliche Ghuizhou Provinz (China)
Alter: Oberes Unterkambrium, Duyunian (2. Serie, 3. Stufe), ca. 516 Millionen Jahre

Hier ist eine schöne Stufe mit einem Duyunaspis aus
dem Unterkambrium von Balang in China. Sie wurde im April 2015 bei eBay ersteigert. Diese Trilobitenart wird relativ selten angeboten. Gleichzeitig
ist Duyunaspis einer der kleinsten Trilobiten in meiner Sammlung. Trotzdem sind alle äußeren und vor allem die filigranen Merkmale im Sediment des
Unterkambriums wunderbar erhalten geblieben. Die ersten Trilobiten erschienen in der 3. Stufe der 2. Serie des Unterkambriums vor 521 Millionen
Jahren, sodass Duyunaspis zu den ältesten Arten gehört. Die Ordnung Corynexochida kam noch bis ins Mitteldevon vor. Duyunaspis starb jedoch bereits
im Mittelkambrium, also vor 513 Millionen Jahren, aus.
Beschreibung: Der mittlere Bereich der Glabella ist länglich mit deutlich sichtbaren Nähten. Das Cephalon ist pilzförmig. Die Thoraxsegmente
zeigen deutlich nach hinten in Richtung Pygidium. Der Thorax besteht aus 7 bis 8 Segmenten. Das Pygidium ist eher klein und unauffällig.
Lebensweise: Vermutlich lebte Duyunaspis bethnisch am schlammigen Meeresboden und ernährte sich wahrscheinlich von Aas.