Mesoproterozoikum
1.780 bis 720 Millionen Jahre
Baicalia capricornia
Typ: Stromatolith
Größe: 2,0 cm - 2,5 cm
Fundort: Irregully Formation, Bangemall Basin, Kooline Station, Western Australia (Australien)
Alter: Mesoproterozoikum, Rodinium (Ectasium/Stenium), ca. 1,2 Milliarden Jahre

Auch diese drei kleinen, polierten Scheiben aus Westaustralien stammen von dem
britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) und wurden Ende März 2014 im Internet gekauft. Ohne Zweifel gehört Baicalia zu den schönsten seiner
Art. Leider besitze ich keine größere Scheibe dieses Fossils. Die dunklen und hellen Streifen im Wechsel mit dunkelvioletten bis braunen Bändern
sind besonders gut ausgeprägt. Der Stromatolith stammt aus einer Zeit, in der sich die ersten Zellen mit Zellkern (Eukaryoten) auf der Erde
ausbreiteten. Vor rund 1,2 Milliarden Jahren stieg der Sauerstoffgehalt der Erdatmosphäre erneut an. Zu dieser Zeit existierten bereits die ersten
pilzartigen Organismen. Außerdem konnten bereits die ersten Mikroben auf dem Festland nachgewiesen werden.
Ozarkcollenia latimarginata
Typ: Stromatolith
Größe: 3,0 cm
Fundort: Ketcherside Tuff, Iron County, Missouri (USA)
Alter: Mesoproterozoikum, Rodinium (Calymmium), ca. 1,5 Milliarden Jahre

Diese Stromatolithenscheibe aus Missouri
stammt ebenfalls von dem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) und wurde Ende März 2014 gekauft. Auch bei diesem Stromatolithen sind die
grünen Filamente, die durch Photosynthese von Cyanobakterien und die Fällung im Wasser gelöster Mineralien gebildet wurden, sehr gut zu erkennen.
Der Ketcherside Tuff gehört zum St. Francois Mountains Komplex, der sich über das Ozark-Plateau erhebt und vor 1,485 Milliarden Jahren durch
vulkanische Intrusionen von Magma entstanden ist. Leider ist nichts Näheres über den 1,5 Milliarden Jahre alten Stromatolithen bekannt, der sich
während der sogenannten „langweiligen Milliarde” gebildet hat. Während dieser Zeit war der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre wieder auf ein sehr
niedriges Niveau gefallen, sodass das Leben auf der Erde evolutionstechnisch kaum Fortschritte machte. Allerdings eroberten Mikroben in Form
ausgedehnter Mikrobenmatten langsam, aber sicher auch das Festland des neu entstandenen Superkontinents Rodinia.
Paläoproterozoikum
2.420 bis 1.780 Millionen Jahre
Banded Tiger Iron Stromatolite
Typ: Bändereisenerz, Banded Iron Formation (BIF)
Größe: 13,0 cm
Fundort: Pilbara-Region, Ord Range Mine, Port Hedland, Western Australia (Australien)
Alter: Paläoproterozoikum, Columbium (Orosirium), ca. 1,9 Milliarden Jahre

Dieses ca. 1,9 Milliarden Jahre alte
Bändereisenerz stammt aus der Pilbara-Region in Westaustralien. Ich habe es Anfang April 2014 für 20 A$ bei einem australischen Fossilien- und
Mineralienhändler online erworben. Die Lieferung dauerte allerdings mehr als zwei Monate und ich befürchtete schon, die Platte nicht zu erhalten.
Schließlich kam sie Anfang Juni per Post bei mir an, bevor ich von meiner Reise nach Namibia zurückgekehrt war. Das Bändereisenerz wurde auf der
Vorderseite poliert, sodass die einzelnen farbigen Schichten aus Magnetit, rotem Hämatit und Silikaten (überwiegend Tigerauge und roter Jaspis) gut
erkennbar sind. Bändereisenerze sind eisenhaltige, marine Sedimentgesteine, die vor allem im Präkambrium durch Mikroorganismen abgelagert wurden.
Sie sind schichtförmig aufgebaut und enthalten zahlreiche Lagen aus Eisenmineralien und Silikaten, die im Querschnitt als Bänderstruktur
erscheinen.
Im Orosirium, das vor 2,05 bis 1,8 Milliarden Jahren stattfand, kam es in der zweiten Hälfte dieser Periode zu massiver Gebirgsbildung. Genau zu
dieser Zeit, vor 1,9 Milliarden Jahren, als unser Bändereisenerz entstand, soll es zu einer sogenannten Mantel-Lawine gekommen sein. Dabei floss
Magma aus dem Mantel in Richtung Lithosphäre, was die Gebirgsbildung begünstigte. In dieser Zeit entstand auch eine bedeutende Erzlagerstätte,
nämlich das sibirische Kupfervorkommen von Udokan in Russland. Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre nahm eine halbe Milliarde Jahre nach der
sogenannten Sauerstoffkatastrophe weiter zu, was die Bildung von Rotsedimenten an Land begünstigte. Das Leben wurde von prokaryotischen Einzellern
im Meer bestimmt. Während der Zeit des Orosiriums kam es auch zu zwei großen Einschlagsereignissen: Vor 2,023 Milliarden Jahren entstand der
Vredefort-Krater in Südafrika und vor 1,849 Milliarden Jahren das Sudbury-Becken in Kanada durch den Einschlag großer Asteroiden. Man vermutet,
dass diese Ereignisse die Bildung von Bändereisenerzen in den Ozeanen, vor allem im Gebiet von Minnesota (USA), begünstigt haben. Allerdings
beendete dieses Ereignis die weitere Bildung von BIF weltweit für die nächsten 1,2 Milliarden Jahre.
Pilbaria perplexa
Typ: Stromatolith
Größe: 3,2 cm
Fundort: Duck Creek Dolimite Formation, Ashburton Basin, Paraburdoo, Western Australia (Australien)
Alter: Paläoproterozoikum, Columbium (Orosirium), ca. 2,0 Milliarden Jahre

Dieser schöne, farbige und gemusterte Stromatolith stammt aus Westaustralien und
wurde im März 2014 von einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) erworben. Er stammt aus der Duck-Creek-Dolomitformation, die sich im
Zeitalter des Columbiums, vor ungefähr zwei Milliarden Jahren, in einer flachen Lagunenlandschaft des Meeres bildete. Stromatolithen werden in der
Eisenerz-Bergbaustadt Paraburdoo in Westaustralien gewonnen. In der Regel sind diese Stromatolithen mit großen dunklen Flecken gemustert, die sich
gut von der deutlich helleren Matrix abheben. Das mir vorliegende Stück besitzt hingegen nur die deutlich schwächer ausgeprägten blau-grünen
Filiamente. Interessant ist, dass die Hornsteine der Duck-Creek-Formation reichlich fossile Mikroorganismen enthalten, die morphologisch ähnlich
sind wie die bekannten Fossilien gleichen Alters aus der Gunflint-Biota in Ontario (Kanada).
Iron Stone
Typ: Sedimentgestein (enthält fadenförmige Spuren mikrobieller Algen)
Größe: 5,9 cm
Fundort: Wood County, Wisconsin (USA)
Alter: Paläoproterozoikum, Jatulium (Rhyacium), ca. 2,1 Milliarden Jahre

Ich kaufte diese geschliffene und
polierte Scheibe im Oktober 2014 von einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com). Es handelt sich dabei um ein rund 2,1 Milliarden Jahre altes
Sedimentgestein, das im Paläoproterozoikum während des Übergangs vom Jatulium zum Columbium in feuchtem Milieu abgelagert wurde. Es stammt aus
Wisconsin und enthält fadenförmige Spuren mikrobieller Algen. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, sind neben verschiedenen Eisenmineralien, wie
Limonit, Hämatit und Magnetit, auch andere Substanzen enthalten, die sich im Laufe von Jahrmilliarden chemisch verändert haben. Neben den
auffällig rot erscheinenden Eisenmineralien kommen Carbonate wie Siderit und Silikate in Form von Chamosit oder eine Kombination dieser
Mineralstoffe vor. Im Jatulium kam es aufgrund der höheren Sauerstoffkonzentration der Atmosphäre zur erstmaligen Ablagerung von Paläoböden und
Rotsedimenten an Land. Unsere Scheibe ist wahrscheinlich ein Zeugnis dieser bedeutenden Umweltveränderung.
Collenia sp.
Königreich: Bakterien
Stamm: Cyanophyta
Familie: Spongiostromata
Unterfamilie: Stromatolithi
Typ: Stromatolith
Größe: 4,4 cm
Fundort: Kona Dolimite, Chocolay Group, Marquette Co., Michigan (USA)
Alter: Paläoproterozoikum, Jatulium (Rhyacium), ca. 2,2 Milliarden Jahre

Diese Stromatolithenscheibe aus dem frühen mittleren Präkambrium von Michigan wurde im
Frühjahr 2014 ebenfalls von einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) im Internet erworben. Sie zählt ebenfalls zur Gattung Collenia. Die
Scheibe besitzt eine wunderschöne weiß-rosa Färbung, die von dunkleren braunen bis grau-schwarzen Streifen und Bändern in Form von
Hämatit-Einlagerungen durchzogen ist. Da in den 2 Milliarden Jahren viele Mineralien durch das Gestein diffundierten, kann die Matrix aber auch
verschiedene andere Tönungen enthalten. In den acht Kilometer südlich von Marquette gelegenen Kona Hills findet man den Kona-Dolomit, der vor 2,1
bis 2,2 Milliarden Jahren entstand. Der Stromatolith wurde von Cyanobakterien (Blau-Grünalgen) gebildet, die durch Photosynthese Sauerstoff
produzierten. Cyanobakterien gehören zu den Prokaryoten. Prokaryoten sind die häufigste Lebensform auf der Erde, gemessen an der Anzahl ihrer
Organismen und ihrer gesamten Biomasse
Tiger Eye Stromatolite
Typ: Tigerauge/Bändereisenerz, Banded Iron Formation (BIF)
Größe: 3,8 cm [Bild I] / 9,0 cm x 7,5 cm [Bild II]
Fundort: Transvaal Supergroup, Kuruman, Northern Cape Province (Südafrika)
Alter: Paläoproterozoikum, Jatulium (Rhyacium), ca. 2,3 Milliarden Jahre
Im Gegensatz zum Tigerseisen überwiegen beim Tigerauge Krokidolith und Limonit in seidenglänzender, goldgelber bis hellbrauner Farbe. Der
Brezialit, der beim Tigereisen vermehrt auftritt, ist hier in der Minderheit. So auch bei dieser polierten Platte aus Südafrika, die ich im
Frühjahr 2014 bei einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) auf eBay erworben habe. Das Stück zeigt zahlreiche goldfarbene Schichten aus
Tigerauge und braunen Jaspis sowie einige dünne Schichten aus Magnetit. Die breite weiße Schicht besteht aus Krokidolith, der durch eine
Pseudomorphose aus Quarz entstanden ist. Das Tigerauge wurde auf der Vorderseite geschliffen und poliert, damit die faszinierenden Strukturen besser
erkennbar sind. Das zweite Stück Tigerauge ist ein Rohstein, den ich im Juli 2022 in einem Mineralien- und Andenkenladen bei den Krimmler
Wasserfällen in Österreich gekauft habe. An der Bruchkante des Steins erkennt man die einzelnen Schichten aus braunem Tigerauge und goldfarbenem
Limonit sehr schön. Die horizontalen, dunklen oberen Lagen bestehen aus Magnetit mit teilweise oxidiertem Amphibolit.

Das Eisen im Meer, das vermutlich vulkanischen Ursprungs ist und entlang der mittelozeanischen Rücken entstand, wurde vor 2,25 bis 2,5 Milliarden
Jahren durch Cyanobakterien auf dem Meeresboden sedimentiert. Das dabei entstandene Bändereisenerz wurde vor 1,85 Milliarden Jahren schwach
metamorph verändert. In den Hohlräumen zwischen den Magnetitschichten bildete sich zunächst Krokidolith (Falkenauge) und später, durch
Einlagerung von Limonit, das typische, goldglänzende Tigerauge. Die Hornsteine bildeten sich direkt nach der Ausfällung durch kieselsäurebildende
Organismen. Dieser Prozess verlief über mehrere 100 Millionen Jahre hinweg zyklisch ab.
Tiger Iron Stromatolite
Typ: Bändereisenerz, Banded Iron Formation (BIF)
Größe: 3,8 cm [Bild I] / 12,5 x 4,4 cm [Bild II] / 4,2 cm [Bild III]
Fundort: Transvaal Supergroup, Kuruman, Northern Cape Province (Südafrika)
Alter: Paläoproterozoikum, Jatulium (Rhyacium), ca. 2,3 Milliarden Jahre
Im Gegensatz zum Tigerauge besteht Tigereisen vorrangig aus silikatisch gebändertem Eisenerz (das zunächst sedimentär und dann metamorphisiert
wurde) mit größeren Anteilen an Hämatit/Magnetit, Quarz und Hohlräumen, die mit oxidiertem Amphibolit gefüllt sind. Die Farbe ist deutlich
dunkler als die des Tigerauges und tendiert mehr zu Schwarz mit einem dunkelsilber-metallischen Glanz. Fast immer sind rote Bänder zu sehen,
manchmal mit weißen oder goldbraunen Krokidolithfasern. Bei Tigerauge und Tigereisen handelt es sich bei den Bezeichnungen übrigens um
„Phantasienamen”. Es handelt sich also nicht um zwei eigenständige Mineralien, sondern sie unterscheiden sich lediglich in der Zusammensetzung
der einzelnen Bestandteile.

Die große Stufe aus poliertem Tigereisen kaufte ich im Februar 2016 von einem Mineralienhändler auf eBay. Sie wurde auf einer Seite in Handarbeit
geschliffen und poliert. Je nach Einfallswinkel des Lichts erkennt man die wunderschöne Bänderung sowie die unterschiedlichen Färbungen und
Maserungen. Die Rückseite des Steins wurde nicht behandelt. Interessant ist die Bänderung auf der unbehandelten Seite, die das natürliche Aussehen
des bräunlich-rötlichen Gesteins wiedergibt. Auf dem zweiten Bild ist ein sogenannter Cabochon abgebildet. Dabei handelt es sich um ein
vollständig geschliffenes und poliertes Stück Tigereisen aus Südafrika, das ich im Winter 2016 ebenfalls käuflich erworben habe. Auch dieses
polierte Bändereisenerz stammt aus der berühmten BIF (Banded Iron Formation), die sich ca. 30 km nordöstlich von Kuruman in der Provinz Northern
Cape in Südafrika befindet.
Die Transvaal-Supergruppe der Northern-Cap-Provinz liegt im Norden Südafrikas und wird geochronologisch in das späte Archaikum bis ins frühe
Proterozoikum datiert. Durch die Neudefinition der Perioden des Präkambriums wird das frühe Rhyacium (2,3 bis 2,05 Milliarden Jahre) durch das
Jatulium ersetzt. In dieser Zeit, als unser Bändereisenerz gebildet wurde, fand die Huronische Eiszeit statt. Sie begann vor 2,3 Milliarden Jahren,
nach der großen Sauerstoffkatastrophe (GOE), und endete vor 2,1 Milliarden Jahren. Unmittelbar nach dem Ende der Eiszeit kam es zum ersten Mal in
der Geschichte der Erde zur Entwicklung von mehrzelligem, makroskopischem Leben, das sich in der Franceville-Fauna in Gabun niederschlug.
Collenia undosa
Königreich: Bakterien
Stamm: Cyanophyta
Familie: Spongiostromata
Unterfamilie: Stromatolithi
Typ: Stromatolith
Größe: 3,0 cm
Fundort: Biwabik Formation, Mary Ellen Mine, Mesabi Range, St. Louis Co., Minnesota (USA)
Alter: Paläoproterozoikum, Jatulium (Rhyacium), ca. 2,3 Milliarden Jahre

Diese hübsche, geschliffene und polierte Scheibe eines Stromatolithen
stammt aus Minnesota und wird Mary Ellen Jasper genannt. Aufgrund ihrer schönen Musterung wird sie oft für Schmucksteine verwendet. Ich habe sie im
Frühjahr 2014 bei einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) auf eBay gekauft. Die Hauptbildungsphase dieser Stromatolithen aus der
Biwabik-Bändereisenerzformation fiel in die Zeit zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden Jahren im frühen Paläoproterozoikum. Sie wurden zu einer Zeit
gebildet, als der erste freie Sauerstoff die Erdatmosphäre erreichte, kurz nach dem Great Oxidation Event (GOE) vor 2,4 Milliarden Jahren. Collenia
ist ein Oberbegriff für fossile Cyanobakterien, die Photosynthese betrieben und Sauerstoff produzierten. Bemerkenswert an diesem Stück
Erdgeschichte ist die beeindruckende Maserung aus schwarzen und dunklen Grautönen, gepaart mit unterschiedlich rot gefärbten Hämatiteinlagerungen.
Neoarchaikum
2.780 bis 2.420 Millionen Jahre
Kinneyia simulans
Typ: Stromatolith?
Größe: 4,5 cm
Fundort: McRae Shale, Hammersley Range, Tom Price, Western Australia (Australien)
Alter: Neoarchaikum, Siderium, ca. 2,4 Milliarden Jahre

Dieser wunderschön gemusterte Stromatolith aus dem späten Archaikum bzw. frühen
Paläoproterozoikum wird auch als Printstone bezeichnet. Er wurde im Frühjahr 2014 von einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) im
Internet erworben. Die polierte Scheibe ähnelt auf verblüffende Weise dem Zebra Stone, der im Osten der Kimberley vorkommt. Dieser bildete sich
jedoch knapp zwei Milliarden Jahre später. Wie beim Zebra Stone ist auch hier nicht ganz geklärt, ob es sich bei Kinneyia tatsächlich um einen
Stromatolithen handelt. Denkbar ist, dass die Muster durch die Diffusion mineralhaltiger Lösungen in das Gestein und deren chemische Umwandlung,
sogenannte Lisegangsche Ringe, entstanden sind. Einige Studien zeigen jedoch, dass die rötlich-braune bis beige Musterung höchstwahrscheinlich
einen stromatolithischen Ursprung hat. Der Stein entstand vor 2,4 bis 2,6 Milliarden Jahren, als sich das Hamersley-Becken mit der Hamersley-Group
auf dem Pilbara-Kraton in Westaustralien bildete. Er wird in der Nähe der Eisenerzbergbaustadt Tom Price abgebaut.
Marra Mamba Tiger Iron
Typ: Bändereisenerz, Banded Iron Formation (BIF)
Größe: 12,5 cm
Fundort: Pilbara-Region, Hamersley Range, Mt. Brockman, Western Australia, (Australien)
Alter: Neoarchaikum, Siderium, ca. 2,63 Milliarden Jahre

Dieses Bändereisenerz aus Westaustralien ist ungefähr 2,6
Milliarden Jahre alt. Ich kaufte es im Februar 2014 online bei einem australischen Mineralien- und Fossilienhändler. Leider hatte dieser es
versäumt, eine Kopie der Rechnung gut sichtbar außen an das Paket anzubringen, sodass ich die Sendung persönlich beim Zollamt in Forst abholen
musste. So musste ich einen Weg von mehr als 70 Kilometern auf mich nehmen. Im Beisein einer Zollbeamtin wurde das Paket geöffnet. Nachdem ich ihr
gesagt hatte, dass es sich um „Tigereisen” handelt, kassierte sie das gute Stück sogleich ein. Ich war erstaunt und amüsiert über die
Unkenntnis der Zollbeamten. Sie musterten das Bändereisenerz intensiv, konsultierten weitere Kollegen und zogen sogar das Internet zu Rate.
Glücklicherweise musste ich keine Einfuhrumsatzsteuer zahlen, da sich die Steuern, die sich aus dem Warenwert und den Versandkosten zusammensetzten,
auf weniger als 5 Euro beliefen.
Bändereisenerze sind eisenhaltige, marine Sedimentgesteine, die vor allem im Präkambrium abgelagert wurden. Die Gesteine sind schichtförmig
aufgebaut, vergleichbar mit Stromatolithen, und enthalten zahlreiche Lagen aus Eisenmineralien und Silikaten, die im Querschnitt als Bänderstruktur
erscheinen. Bändereisenerze entstanden vor allem im Archaikum und im frühen Proterozoikum durch die Umwandlung von zweiwertigem zu dreiwertigem
Eisen im Meer durch Mikroorganismen, die anoxygene oder oxygene Photosynthese betrieben. Dieser Vorgang der Oxidation verlief über mehrere 100
Millionen Jahre hinweg zyklisch. Durch Verfestigung und Umwandlung des Sediments entstanden schließlich die Bändereisenerze. Marra Mamba stammt aus
der Hamersley Range in Westaustralien und wird aufgrund seiner ansprechenden Bänderung vor allem als Schmuckstein verkauft. Tigereisen setzt sich
vor allem aus den Bestandteilen roter Jaspis, Tigeraugenquarz, Magnetit und Hämatit zusammen. Bändereisenerze sind aber auch sonst von großer
wirtschaftlicher Bedeutung und werden in großen Mengen für die Eisenproduktion abgebaut.
Alcheringa narrina
Typ: Stromatolith
Größe: 3,2 cm
Fundort: Tumbiana Formation, Bea Bea Creek, Pilbara, Western Australia (Australien)
Alter: Neoarchaikum, Methanium, ca. 2,7 Milliarden Jahre

Diese dunkelgrüne, polierte Stromatolithen-scheibe aus
der Pilbara-Region in Westaustralien habe ich Mitte März 2014 bei einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) auf eBay gekauft. Gleichzeitig
ist dieses interessante Stück der Erdgeschichte der älteste Stromatolith in meiner Fossiliensammlung. Bei bestimmten Lichteinfall zeigt es
wunderschön die dünnen dunklen Schattierungen aus Eisenablagerungen, die im Laufe der Zeit durch Cyanobakterien schichtweise aufgebaut wurden.
Westaustralien ist übrigens die Heimat einer ganzen Reihe präkambrischer Stromatolithen, zu denen auch Alcheringa gehört.
Im Zuge der Neudefinition des Präkambriums wird das Methanium zur ersten Periode der Ära Neoarchaikum. Die Bezeichnung leitet sich vom Treibhausgas
Methan ab und wurde gewählt, da sich in dieser Periode der Erdgeschichte methanotrophe Bakterien stark vermehrten. Auf den Kontinentalschelfen
siedelten sich zu dieser Zeit vermehrt Stromatolithen an. In dieser Zeit ereignete sich ein enormes Krustenwachstum aufgrund sehr hoher magmatischer
Aktivität. Durch den hohen Vulkanismus wurde auch sehr viel Methan in die noch sauerstofflose Erdatmosphäre abgegeben, was die starke Vermehrung
methanotropher Bakterien begünstigte.
Noreena Jaspis
Typ: silifiziertes Pelit (Tonstein)
Größe: 12,5 cm
Fundort: Pilbara-Region, Hamersley Basin, Jeerinah Formation, Western Australia (Australien)
Alter: Neoarchaikum, Methanium, ca. 2,73 Milliarden Jahre

Dieses Stück Noreena Jaspis stammt aus der Pilbara-Region in Westaustralien und wurde in
der Nähe der Bergbaustadt Newman gefunden, wo Eisenerz abgebaut wird. Newman liegt ungefähr 1.000 Kilometer nördlich der westaustralischen
Hauptstadt Perth. Das Stück wurde im Frühjahr 2014 bei einem eBay-Händler erworben. Das rötlich-orange Gestein ist relativ porös und zerbricht
zumeist in polygonale Stücke. Wenn man den Stein durchsägt, erkennt man darin wunderschöne geometrische Muster, weshalb er oft zu Schmucksteinen
weiter-verarbeitet wird. Noreena Jaspis stammt aus der gleichen geologischen Formation wie der Munjina Stone und ähnelt diesem stark. Beide Gesteine
kommen in der Jeerinah-Formation vor, die Teil der Fortescue-Gruppe im Hamersley-Becken ist. Die feinen Sedimente wurden im späten Archaikum vor
2.765 bis 2.687 Millionen Jahren im feuchten Milieu abgelagert. Die rote Farbe rührt vom hohen Eisenanteil her. Bei Noreena Jaspis handelt es sich
um einen sogenannten Schlamm- oder Tonstein mit verkieseltem Pelit und Anteilen von Calcit, die zu Jaspis und Achat umgewandelt wurden.
Mesoarchaikum
3.490 bis 2.780 Millionen Jahre
Jack Hills Granulite Gneiss
Typ: Archean metamorphic rock with detrial zircon
Größe: 1,5 cm
Fundort: Jack Hills, Narryer Gneiss Terrane, Mid West, Western Australia (Australien)
Alter: Mesoarchaikum, Pongolum, ca. 3,15 Milliarden Jahre | Zirkone - Hadaikum, Zirconium, bis 4,404 Milliarden Jahre

Dieses Stück Gestein stammt aus den Jack Hills, einer Hügelkette in Westaustralien, die sich südlich des Murchison River und
ca. 800 Kilometer nördlich von Perth befindet. Ich kaufte die Scheibe im November 2015 von einem französischen Mineralien- und Meteoritenhändler
im Internet. Die Jack Hills gehören geologisch zum Narryer-Gneis-Terran des Yilgarn-Kratons und umfassen einen 80 Kilometer langen Gürtel aus
gefaltetem und metamorphosiertem suprakrustalem Gestein. Dort findet man außerdem mafische bis ultramafische Gesteine sowie Bändereisenerze (BIF).
Die Gneise der Jack-Hills-Gebirgskette weisen unterschiedliche Bildungsalter auf, sind in der Regel aber älter als 3,6 Milliarden Jahre. Sie wurden
durch das Vorkommen der ältesten bekannten Zirkone aus dem Hadaikum bekannt, die deutlich älter als 4 Milliarden Jahre sind. Zirkon-Kristalle sind
sehr widerstandsfähige Minerale. Sie können Erosion und extreme geologische Bedingungen aushalten und werden oft als Überreste deutlich älterer
Kruste in jüngeren Sedimenten oder metamorphen Gesteinen gefunden. Außerdem sind diese Minerale besonders resistent gegenüber chemischen
Veränderungen und überdauern fast unverändert ganze Äonen. Aus diesem Grund werden sie sehr oft für die Altersbestimmung besonders alter
Gesteine verwendet.
Der Narryer-Gneis-Terran ist seit den 1980er Jahren für sein sehr altes Material aus dem Hadaikum bekannt, das zwischen 4.100 und 4.180 Millionen
Jahre alt ist. Die ersten Zirkonkristalle wurden in den Jack Hills in einem Gesteinskonglomerat gefunden. Dieses Gestein ist besonders berühmt, da
es 12 bis 20 % mehr alte Zirkone enthält als das Gestein in der Nähe des Mount Narryer. Davon sind knapp zehn Prozent dieser Zirkone deutlich
älter als vier Milliarden Jahre. Ein Zirkonkristall, der in dieser Gegend gefunden wurde, erregte besonderes mediales Interesse. Es handelte sich
dabei um ein Stück Erdkruste, das vor 4404 (± 8 Millionen) Jahren entstanden ist. Allerdings weist das Wirtsgestein ein Alter von „nur” 3,0 bis
3,2 Milliarden Jahren auf. Da diese Zirkone detritisch sind, müssen sie aus dem Vorläufergestein herausgelöst und als Sediment abgelagert worden
sein. Die Kristalle beweisen somit, dass bereits vor 4,4 Milliarden Jahren eine kontinentale Kruste auf der Erde existierte. Das hohe
Sauerstoff-Isotopenverhältnis lässt außerdem vermuten, dass es zu dieser Zeit bereits flüssiges Wasser in Form eines Urozeans unter feuchten,
kühlen klimatischen Bedingungen gegeben haben muss. Und das weit vor dem Einsetzen des „Late Heavy Bombardements” von Kleinkörpern unseres
Sonnensystems vor 3,8 Milliarden Jahren! Demnach bildete sich die Erdkruste ziemlich schnell, nämlich knapp 100 Millionen Jahre nach der Kollision
der Erde mit einem marsgroßen Himmelskörper, bei der auch unser Mond entstand. Im Jahr 2015 wurden Reste biologischen Ursprungs in 4,1 Milliarden
Jahre alten Gesteinen der Jack Hills Hügelkette entdeckt. Laut einem der Forscher lässt das den Schluss zu, dass Leben auf der Erde relativ schnell
entstand und Leben im Universum wahrscheinlich sehr häufig ist.
Strelley Pool Stromatolith
Typ: Stromatolith
Größe: 2,0 cm [Bild I] / 8 x 5,5 cm [Bild II]
Fundort: Strelley Pool Fm., Pilbara Supergroup, East Pilbara Terrane, Western Australia (Australien)
Alter: Mesoarchaikum, Valbaarum, ca. 3,426 Milliarden Jahre
Im Februar 2016 kaufte ich die kleine Stromatolithenscheibe aus dem Archaikum von einem britischen Fossilienhändler auf eBay. Sie galt bis vor
kurzem als das älteste Relikt urzeitlichen Lebens auf der Erde. Sie stammt aus der Strelley-Pool-Formation in der Pilbara-Region in Westaustralien
und ist 3,43 Milliarden Jahre alt. Im September 2025 kaufte ich mir für 80 A$ eine größere, polierte Scheibe des Stromatolithen bei jenem
australischen Fossilienhändler, bei dem ich vor elf Jahren eine Scheibe Marra Mamba Tiger Iron erworben hatte. Durch die Politur kommen auf dem
hübschen Handstück die einzelnen Schichten, die vor 3.426 Millionen Jahren durch archaiische Bakterien gebildet wurden, sehr schön zur
Geltung.

Die Stromatolithen des Strelley Pool Chert zählen zu den makroskopischen Spurenfossilien des ersten mikrobiellen Lebens. Die Stromatolithen wurden
erstmals 1980 von einem Forschungsteam unter der Leitung von John William W. Schopf entdeckt und gelten als Beweis für das früheste Leben auf der
Erde. Sie wurden durch Schwefelbakterien der frühen Erde im flachen Wasser eines präkambrischen Meeres gebildet. Die mikrobiellen Matten
vermischten sich mit Schlamm und Sedimenten und bildeten so im Laufe der Zeit steinartige, geschichtete Strukturen. Diese Schichten bilden oft
wunderschöne, bunt gebänderte Muster im Gestein.
Die Strelley-Pool-Stromatolithen haben ein vielfältiges äußeres Erscheinungsbild. Es kommen große und kleine Kuppeln und Kegel, Wellen und sogar
eierkartonartige Formen vor. Die 3.426 bis 3.350 Millionen Jahre alte Strelley-Pool-Formation ist geologisch gesehen eine verkieselte, dominierend
sedimentäre Einheit innerhalb der Pilbara-Supergruppe im Bundesstaat Westaustralien. Sie wird durch die 3.520 bis 3.427 Millionen Jahre alte,
vulkanischen Ursprungs entstandene Warrawoona-Gruppe unterlagert und durch die 3.350 bis 3.315 Millionen Jahre alte Kelly-Gruppe überlagert. Der
rein biologische Ursprung der Strelley-Pool-Stromatolithen ist nach wie vor umstritten. Isotopenanalysen von Schwefelatomen belegen jedoch recht
eindeutig, dass die Stromatolithen durch biologische Prozesse entstanden sind. Sie zeigen, dass sich das frühe Leben auch unter einer anoxischen
Atmosphäre gut entwickeln konnte.
Stromatolithen waren in früheren Erdzeitaltern, noch vor dem Auftauchen der ersten Korallen im Kambrium und Ordovizium, wichtige Riffbildner. Vor
rund 1,25 Milliarden Jahren waren sie in fast allen Küstengewässern der Erde weit verbreitet. Erst mit dem Aufkommen höherer, mehrzelliger
Biomatten abweidender Lebewesen vor rund 700 Millionen Jahren ging ihre Verbreitung zurück. Vor 450 Millionen Jahren wurden sie dann sehr selten.
Heutzutage findet man sie nur noch an wenigen Stellen auf der Erde, zum Beispiel im Hamelin Pool in Westaustralien oder in den heißen Quellen des
Yellowstone-Nationalparks. Im Jahr 2016 wurden noch deutlich ältere Stromatolithen mit einem Alter von 3,7 Milliarden Jahren entdeckt. Sie stammen
aus dem Isua-Grünsteingürtel in Grönland. Die Entdeckungen rund um die Strelley Pool Stromatolithen haben dazu beigetragen, dass die
Pilbara-Region von Westaustralien als eine der besten Regionen weltweit für die Untersuchung der frühen Erdgeschichte und des Ursprungs des Lebens
gilt.
Paläoarchaikum
4.030 bis 3.490 Millionen Jahre
Morton Gneiss
Typ: Migmatic Gneiss
Größe: 4,1 cm
Fundort: Minnesota River Valley, Morton, Minnesota (USA)
Alter: Paläoarchaikum, Issum, ca. 3,524 Milliarden Jahre

Der Morton-Gneis stammt aus dem Archaikum vor 3,5 Milliarden Jahren und zählt zu den
ältesten Gesteinen der Vereinigten Staaten. Der magmatische Gneis ist im Minnesota River Valley im Südwesten des Bundesstaates Minnesota
aufgeschlossen. Aufgrund seiner schönen, farbigen Maserung wird er für Fassaden, Denkmäler und Grabsteine verwendet. Deshalb ist dieses Gestein
auch als Regenbogen-Gneis bekannt. Die ältesten in diesem Gneis gefundenen Zirkone wurden auf ein Alter von 3524 ± 9 Millionen Jahre datiert. Somit
ist dieses Gestein knapp 300 Millionen Jahre jünger als der deutlich berühmtere Isua-Gneis auf Grönland. Ich habe das gute Stück im Frühjahr
2014 von einem britischen Fossilienhändler (ddfossils.com) auf eBay erworben. Der Morton-Gneis ist ein grobkristallines, schuppiges
Metamorphgestein. In meinem Exemplar sind vor allem Quarz (weiße Strukturen), Kalium-Feldspat (rosa Bänder) und Plagioklas (graue Bänder)
sichtbar. Vereinzelt wird die Struktur von Biotit (schwarze Flecken) unterbrochen.
Die Textur und das Spektrum des Gesteins geben Hinweise auf dessen Entstehung. Ursprünglich war es ein kristallines Eruptivgestein (Granit), das
sich in rund 16 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche langsam abgekühlt hat. Zu diesem Zeitpunkt war es ein grauer Granit. Später, vor 2,6
Milliarden Jahren, wurde die Struktur des Gesteins durch großen Druck und hohe Temperaturen metamorph verändert. Verursacht wurde diese
Metamorphose durch ein tektonisches Ereignis, die sogenannte Algoman-Orogenese. Dabei kollidierten die Gesteine des Minnesota River Valley Terrane
mit den Gesteinen des Superior-Kratons, sodass frisches Magma in das Gestein eingebracht wurde. Vor 1,8 Milliarden Jahren erfolgte eine weitere
metamorphe Phase. Vor 100 Millionen Jahren wurde das Gestein gehoben und nahe an die Erdoberfläche gebracht. Als die Gletscher der letzten Eiszeit
vor 12.000 Jahren zurückwichen, schnitt sich der Warren River tief in das Gebiet ein und legte schließlich den Morton-Gneis frei.
Isua Gneiss
Typ: Tonalit Gneiss
Größe: 4 cm [Bild 1] / 6,7 x 4,7 cm [Bild 2] / 10 x 5,5 cm [Bild 3] / 2,5 cm [Bild 4]
Fundort: Isua Greenstone Belt, Kommuneqarfik Sermersooq, Nuuk (Grönland)
Alter: Archaikum, Paläoarchaikum, Issum, ca. 3,761 bis 3,782 Milliarden Jahre
Schon immer wollte ich ein Stück des ältesten Krustengesteins der Erde besitzen. Anfang 2016 kaufte ich daher eine kleine Gesteinscheibe von einem
britischen Mineralien- und Fossilienhändler (ddfossils.com) auf eBay. Der größere Rohstein, der die typische Bänderung des Gneis aufweist, wurde
kurz vor Weihnachten 2022 von „Crystal Spirit” im Internet für einen sehr guten Preis erworben. Vom selben Händler stammen auch die größere
Scheibe Isua-Gneis aus Grönland, die ich im April 2025, sowie der geschliffene Kettenanhänger, den ich einen Monat zuvor erwarb. Auf dem
Kettenanhänger erkennt man sogar eine Schicht Bändereisenerz.

Der Isua-Gneis ist eine Gesteinsformation aus dem Archaikum im Kanadischen Schild nordöstlich von Nuuk am Rande des Grönländischen Eisschildes.
Die Gesteinsformation enthält den Isua-Grünsteingürtel, der Teil der Isukasia Terrane ist. In ihm finden sich etwa 3,8 Milliarden Jahre alte
Gesteine, die lange Zeit als die ältesten erhaltenen Gesteine der Erde galten. In ihnen finden sich Hinweise darauf, dass die geologischen Abläufe
schon damals, etwa 700 Millionen Jahre nach der Entstehung der Erde, den heutigen glichen. Die Existenz von Spuren organischer Prozesse in den
Isua-Gesteinen als Anzeichen frühen Lebens wurde anhand des enthaltenen, isotopisch leichten Kohlenstoffs nachgewiesen, der als Indiz für
Photosynthese gilt. Über die Milliarden Jahre wurde das mafische, vulkanische Sedimentgestein stark metamorphisiert. Die Uran-Blei-Datierung von
Zirkonen und Titanit ergab ein Alter von 3.761 bis 3.782 Millionen Jahren.

Im Gegensatz zu den magmatischen Gesteinen des 4,03 Milliarden Jahre alten Acasta-Gneis aus Nordkanada wurden die Isua-Gesteine an der Erdoberfläche
abgelagert. Sie beweisen, dass es vor 3,8 Milliarden Jahren bereits eine ausgebildete Hydrosphäre und plattentektonische Prozesse auf der Erde gab -
und das nur 30 bis 60 Millionen Jahre nach dem Ende des sogenannten „Late Heavy Bombardment”, der Zeit des großen Meteoritenbombardements. Ein
weiterer Hinweis darauf, dass es sich bei den Isua-Gesteinen um subduzierte Ozeankruste handelt, sind die in diesem Gebiet gefundenen Tonalite,
Kissenlaven und Bändereisenerze. Diese sind höchstwahrscheinlich an hydrothermalen Quellen entstanden.
Im Jahr 2016 wurden im Isua-Grünsteingürtel durch die Schneeschmelze 3,7 Milliarden Jahre alte Stromatolithen-Fossilien entdeckt, die nun als die
ältesten Fossilien ihrer Art gelten. Die bisher ältesten bekannten Stromatolithen stammen aus der Dresser-Formation in Westaustralien und sind 220
Millionen Jahre jünger. Diese Strukturen, die aus akkretierten Biofilm-Schichten bestehen, deuten darauf hin, dass sich das Leben bereits vor über
4 Milliarden Jahren auf der Erde entwickelt hat. Die 1 bis 4 cm hohen Fossilien, die wellig bis kuppelförmig erscheinen, wurden in eisen- und
magnesiumhaltigem Dolomitgestein gefunden. Die Stromatolithen bildeten sich in einer flachen Meeresumgebung und wurden im Gegensatz zu den anderen
Gesteinen des Grünsteingürtels kaum metamorphisch verändert. Hier liegt ursprüngliches Sedimentgestein vor, das die darin enthaltenen Fossilien
bis in die heutige Zeit bewahrte. Die Entdeckung solcher alter Fossilien legt die Vermutung nahe, dass sich das Leben auch auf anderen Planeten wie
dem Mars schon früh entwickelt haben könnte.
Acasta Gneiss
Typ: Tonalit Gneiss
Größe: 4 cm
Fundort: Acasta River, 300 km nördlich von Yellowknife, Northwest Territorium (Kanada)
Alter: Hadaikum/Archaikum, Acastum, ca. 4,031 Milliarden Jahre

Der Acasta-Gneis ist zwar selbst kein Fossil, zählt
aber zu den ältesten Zeugnissen aus der Entstehungsgeschichte unseres Planeten vor mehr als vier Milliarden Jahren, als es noch kein Leben auf der
Erde gab. Er entstand an der Grenze vom Hadaikum, dem ältesten Äon der Erdgeschichte, zum Archaikum. Größere Proben dieses Gesteins sind zwar
recht häufig bei diversen Mineralienhändlern erhältlich, allerdings zum Teil zu hohen Preisen. Der Grund dafür ist, dass nur wenige Kilogramm
Gestein von der Fundstelle ausgeführt werden dürfen. Dieses interessante Stück Erdgeschichte, das wohl zu den faszinierendsten zählt, kaufte ich
im März 2014 zu einem guten Preis im Internet.
Der Acasta-Gneis wurde nach dem nahe gelegenen Acasta River im Norden Kanadas benannt. Die magmatischen Gesteine des Acasta-Gneis-Komplexes gehören
geologisch gesehen zum westlichen Teil des Slave-Kratons. Dieser ist einer von vier alten Kontinentalkernen aus dem Archaikum im Kanadischen Schild.
Die ältesten Gesteine dieses Komplexes wurden auf ein Alter von 4,031 Milliarden Jahren datiert und sind somit im oberen Hadaikum, an der Grenze zum
Archaikum, entstanden. Nach der Entdeckung des Acasta-Gneises stand fest, dass es in dieser frühen Ära bereits einen Ozean und eine noch nicht
kratonisierte Festlandsinsel gab. Gegen Ende des Hadaikums, in dem auch der Acasta-Gneis entstand, fand das sogenannte „Große Bombardement”
(Late Heavy Bombardment) statt. In dieser Zeit (vor 4,1 bis 3,8 Milliarden Jahren) schlugen zahlreiche Meteoriten und Planetensimale auf der Erde und
dem Mond ein. Bis zum Jahr 2008 galt der Acasta-Gneis als das älteste erhaltene Krustengestein der Erde. Im Jahr 2008 ergaben jedoch
Altersdatierungen von Gesteinen aus dem Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel im Norden Quebecs ein Alter von 4,28 Milliarden Jahren. Allerdings ist das
tatsächliche Alter dieser Gesteine in der Fachwelt noch immer sehr umstritten. Noch deutlich älter sind nur 4,404 Milliarden Jahre alte Zirkone aus
den Narryer-Bergen in Westaustralien!
Hadaikum
4.567 bis 4.030 Millionen Jahre
Nuvvuagittuq Faux-Amphibolit
Typ: Garnet-rich "faux-amphibolite"
Größe: 1,9 cm
Fundort: Nuvvuagittuq Greenstone Belt, östliche Hudson Bay, Quebec (Kanada)
Alter: Hadaikum, Zirconium, ca. 4,28 Milliarden Jahre

Bis zum Jahr 2008 galt der Acasta-Gneis im Norden
Kanadas als das älteste Krustengestein der Erde. Radiometrische Untersuchungen von Gesteinen aus dem Nuvvuagittuq Greenstone Belt im nördlichen
Teil des archaischen Superior-Kratons ergaben ein Alter von bis zu 4,28 Milliarden Jahren. Somit gehört die vorliegende Scheibe zu den ältesten
Zeugnissen der frühen Erde. Die Altersdatierung ist jedoch in Fachkreisen umstritten und die Krustengesteine stammen je nach Datierung aus dem
Hadaikum bzw. Eoarchaikum. Ich habe mein Exemplar übrigens Mitte Juni 2014 bei WWMeteorites.com auf eBay zu einem sehr guten Preis erworben.
Amphibolite entstehen durch die metamorphe Umwandlung von Basalt unter hohem Druck (200–1200 MPa) und hoher Temperatur (550–700 °C). Alle
Gesteine des Nuvvuagittuq-Grünsteingürtels liegen noch in ihrem ursprünglichen stratigraphischen Verband und unterlagen einer maximalen
Metamorphose bis zur oberen Amphibolit-Fazies. Ähnlich wie bei den 3,8 Milliarden Jahre alten Gesteinen des Isua-Grünsteingürtels in Grönland
wurden die Gesteine des Nuvvuagittuq-Grünsteingürtels an der Erdoberfläche als Sedimentgestein abgelagert. Auch die Existenz von frühem Leben
wird im Zusammenhang mit diesen Gesteinen diskutiert. Insgesamt unterscheidet man fünf Typen dieses Gesteins, die zum Teil unterschiedliche
radiometrische Alterswerte aufweisen.
- Cummingtonit reiches "Faux-Amphibolit": 4,28 Mrd. Jahre
- Granat reiches "Faux-Amphibolit": 4,28 Mrd. Jahre
- Eisenreiches Amphibolit: 4,03 Mrd. Jahre
- Granat reiches Amphibolit: 4,03 Mrd. Jahre
- Nuvvuagittuq Bändereisenerz (BIF): 3,8 Mrd. Jahre
Das Hadaikum ist das älteste Äon der Erdgeschichte. Es begann mit der Entstehung der Protoerde vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Kurz nach deren
Entstehung, vor 30 bis 50 Millionen Jahren, kollidierte die Protoerde mit einem marsgroßen Planetesimal (Theia). Aus den gemeinsamen Überresten
entstand unser Mond. Lange Zeit war die Erde nur von ozeanischer Kruste bedeckt. Die Uratmosphäre der Erde wurde durch Vulkane gespeist. Aufgrund
einer noch schwachen Sonne war der frühe Ozean vermutlich global vereist. Schließlich entstanden die ersten kontinentalen Krustenblöcke (Kratone)
und vor rund 4,28 Milliarden Jahren der kanadische Amphibolit. In dieser Zeit begann auch das letzte große Bombardement, als die Erde von
zahlreichen übrig gebliebenen Planetensimalen aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems getroffen wurde. Gegen Ende des Hadaikums entstand
vermutlich in der Umgebung von Schwarzen Rauchern in der Tiefsee das erste primitive Leben.