Der Sternhimmel im aktuellen Monat





Das Homepagetool mit der aktuellen Mondphase u.v.m.
Ein Service von www.Der-Mond.de


Es ist fast unmöglich, über jedes astronomische Ereignis informiert zu sein und immer auf dem Laufenden zu bleiben. Dafür gibt es Jahrbücher, Software und spezielle Internetseiten, wo man sich seine persönliche Ephemeride für den eigenen Standort berechnen lassen kann. Deshalb hier nur ein kurzer Überblick über die wichtigsten astronomischen Ereignisse des laufenden Monats. Der Einfachheit halber gelten alle Daten für meinen Heimatort Lübben. Den Kometenbereich versuche ich so aktuell wie möglich zu halten. Da meist mehrere Dutzend Kometen gleichzeitig am Himmel stehen, beschränke ich mich auf die Objekte, die von Deutschland aus sichtbar sind und mit kleinen Teleskopen oder Ferngläsern beobachtet werden können. Falls die Grafiken des Vormonats angezeigt werden, sollte der Cache des Browsers gelöscht werden, damit der Browser bei der nächsten Aktualisierung die neuen Daten vom Server holen kann. Weitere Ephemeriden im PDF- und Textformat finden Sie auf der Download-Seite.




Planetensymbole Alle Daten gelten für Lübben / Deutschland
Breite +51°56'
Länge -13°53'
Höhe 56 m
Der monatliche Sternhimmel für:
Anfang Juni   02:00 MESZ
Mitte  Juni   01:00 MESZ
Anfang Juli   24:00 MESZ
Mitte  Juli   23:00 MESZ
Anfang August 22:00 MESZ
Mitte  August 21:00 MESZ



Ansicht des Sternenhimmels am 15. Juli um 23 Uhr (MESZ)



Monatskarte

(Grafik erstellt mit HomePlanet)

Astronomischer Kalender für den aktuellen Monat



NightCal


Erläuterung der Symbole

Der Sternhimmel im Juli



Horizontansicht für die Mitte des Monats um 23 Uhr (MESZ)
N E S W
NORD
OST SÜD WEST


(Grafik erstellt mit podPlanetarium von Donald Wienand)


Norden

Zu unserer Standardbeobachtungszeit sinkt das Sternbild Großer Bär mit der bekannten Figur des Großen Wagens langsam herab und befindet sich nun in mittlerer Höhe im Nordwesten. Verlängern wir die hinteren Kastensterne des Wagens um das Fünffache, stoßen wir auf den Polarstern, der genau die Nordrichtung anzeigt. Der Polarstern gehört zum Sternbild Kleiner Bär, dessen Wagenkasten die höchste Position über dem Nordhorizont gerade überschritten hat und im Laufe der Nacht wieder absinken wird. Oberhalb des Kleinen Bären hat der Drache seine höchste Position im Norden erreicht, die auch als obere Kulmination bezeichnet wird. Sein markanter und auffälliger Kopf befindet sich genau über uns im Zenit. Der restliche Körper des Fabelwesens windet sich um die Figur des Kleinen Wagens. Rechts vom Polarstern entdecken wir das Sternbild Kepheus, das in dieser Position die Form eines Hausdaches hat. Darunter erhebt sich langsam die Kassiopeia, die auch als „Himmels-W” bekannt ist. Bei guter Horizontsicht funkelt die gelblich leuchtende Capella im Sternbild Fuhrmann direkt über dem Nordhorizont und damit in ihrer unteren Kulmination. Unmittelbar oberhalb des Fuhrmanns sind die schwachen Sterne der Sternbilder Giraffe und Luchs selbst unter dunklem Landhimmel kaum auszumachen. Zwischen den Sternbildern Kassiopeia und Fuhrmann hat auch Perseus seine untere Kulmination gerade überschritten.

Osten

Blickt man nach Osten, fällt sofort das Sommerdreieck auf. Es besteht aus den hellen Sternen Deneb im Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler. Die helle Sommermilchstraße zieht sich durch diese drei auffälligen und einprägsamen Sternbilder in Richtung Südhorizont herab. Zwischen Adler und Schwan befinden sich die kleinen und eher unscheinbaren Sternbilder Füchschen und Pfeil. Das Sternbild Füchschen ist wegen seiner schwachen Sterne inmitten der Sommermilchstraße nicht leicht zu erkennen. Östlich des Schwans entdecken wir den Kepheus. Darunter befindet sich in mittlerer Höhe das eher unscheinbare Sternbild der Eidechse und weiter nördlich die Kassiopeia. Knapp über dem Horizont ist das Sternbild Pegasus im Osten bereits vollständig aufgegangen. Der linke obere Kastenstern gehört jedoch bereits zum Sternbild Andromeda, das sich weiter östlich und fast parallel zum Horizont erstreckt. Über dem Kopf des Pegasus sehen wir noch das kleine Sternbild Füllen und die charakteristische Figur des Delphins. Dicht über dem Ost- und Südosthorizont sind bereits die ersten Sterne der Herbststernbilder Wassermann und Steinbock aufgegangen.

Süden

Der Süden wird nun vollständig vom mächtigen Schlangenträger eingenommen, der sich in mittlerer Höhe über dem Horizont befindet. Darüber befindet sich das eher unscheinbare Sternbild Herkules, das gerade den Meridian überschritten hat. Östlich davon entdecken wir die Leier mit dem hellen Stern Wega. Südöstlich davon sind die Sternbilder Schwan, Füchschen, Pfeil und Adler zu sehen. Westlich vom Herkules sehen wir schließlich noch die Nördliche Krone. Darunter befinden sich Kopf und Hals des Sternbildes Schlange. Tief über dem Südhorizont hat der Skorpion mit seinem rötlichen Hauptstern Antares den Meridian längst überschritten. Bald wird er unter dem Südwesthorizont verschwinden. Westlich des Skorpions erkennen wir das Sternbild Waage. Der östlich des Skorpions gelegene Schütze wird in der nächsten Stunde ebenfalls den Meridian überschreiten. In diesem Sternbild, das uns wie eine Teekanne erscheint, befindet sich das Zentrum unserer eigenen Milchstraße. Dieser Teil des Himmels ist aus südlicheren Breiten als Mitteleuropa noch besser zu sehen und steht dort auch deutlich höher über dem Horizont. Oberhalb des Schützen ist das unscheinbare Sternbild Schild mit der hellen Schildwolke zu erkennen. Dabei handelt es sich um eine ausgedehnte und besonders auffällige Sternwolke inmitten der Sommermilchstraße. Direkt im Südosten ist gerade das Sternbild Steinbock aufgegangen.

Westen

Die beiden Sternbilder Großer Bär und Bärenhüter mit dem hell orange leuchtenden Hauptstern Arktur sind die auffälligsten Sternbilder dieser Region am Himmel. Sie befinden sich in mittlerer Höhe über dem Westhorizont und sinken im Laufe der Nacht weiter in Richtung Horizont hinab. Oberhalb dieser beiden Sternbilder befindet sich der Drache. Unterhalb der Deichsel des Großen Wagens entdecken wir das kleine, unscheinbare Sternbild der Jagdhunde und darunter das Haar der Berenike. Östlich des Bärenhüters sehen wir das markante Sternenrund der Nördlichen Krone und etwas höher den unscheinbaren Herkules. Etwas unterhalb des rechten oberen Kastensterns dieser Figur können aufmerksame Beobachter den Kugelsternhaufen M 13 ausmachen. Unter einem dunklen Landhimmel ist dieser bereits mit bloßem Auge erkennbar. Auch der Kugelsternhaufen M 5 im Kopf der Schlange, der sich unterhalb der Nördlichen Krone befindet, kann unter sehr guten Bedingungen mit bloßem Auge gefunden werden. Im Westen verlassen mit den Sternbildern Jungfrau und Löwe die letzten Frühlingssternbilder die Himmelsbühne. Die Vorderbeine des Löwen sind längst unter dem Nordwesthorizont verschwunden. Dort hält sich zurzeit auch der Abendstern Venus auf. Zu unserer Standardbeobachtungszeit befindet sie sich nur noch wenige Grad über dem Westhorizont. Auch die anderen Sterne des Löwen zusammen mit der Jungfrau werden bald folgen.


Mond

Am ersten Abend des Monats Juli sehen wir den abnehmenden Mond im Sternbild Steinbock. Er ist ein Objekt für die zweite Nachthälfte und wandert weiter in Richtung Osten durch die Sternbilder Wassermann und Fische. Am 7. Juli wird das letzte Viertel erreicht. Nur eine Nacht später können wir ihn 7 Grad nördlich von Saturn im Sternbild Fische aufspüren. Nach der Begegnung mit dem Ringplaneten wandert der Mond weiter durch das Sternbild Widder. Am Morgen des 11. Juli steht er im "Goldenen Tor der Ekliptik", nur ein Grad östlich des offenen Sternhaufens der Plejaden im Sternbild Stier und acht Grad nördlich unseres roten Nachbarn Mars. Am Morgen des 13. Juli können wir die sehr schmale, abnehmende Mondsichel zum letzten Mal in der Morgendämmerung im Sternbild Zwillinge entdecken. Am 14. Juli wird die Neumondphase durchlaufen. Aufgrund der flachen Ekliptiklage am Abendhimmel müssen wir uns bis zum 16. Juli gedulden, um die schmale, zunehmende Mondsichel in der Abenddämmerung über dem westlichen Horizont im Sternbild Löwe zu entdecken. Nur einen Abend später können wir die Mondsichel 3 ½ Grad südlich des Abendsterns Venus aufspüren. Am 19. Juli steht der zunehmende Mond unterhalb von Spica, dem Hauptstern im Sternbild Jungfrau. Am 21. Juli wird schließlich das erste Viertel erreicht. Nachdem der Erdtrabant das Sternbild Waage hinter sich gelassen hat, wandert er in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli südlich an Antares, dem Hauptstern des Skorpions, vorbei. Nach einem kurzen Abstecher in den südlichen Bereich des Sternbilds Schlangenträger, sehen wir ihn in den folgenden Nächten im Sternbild des Schützen. Am 29. Juli befindet sich der Mond als Vollmond im Sternbild Steinbock und am Monatsende abermals im Sternbild Wassermann.

Planeten

Am 13. Juli 2026 steht der flinke Planet Merkur in unterer Konjunktion zur Sonne. Nach seiner Konjunktion vergrößert er seinen westlichen Abstand zu unserem Zentralgestirn. Das reicht allerdings nicht für eine Morgensichtbarkeit des innersten Planeten unseres Sonnensystems. Er bleibt unsichtbar. Am 1. Juli passiert Merkur das Aphel seiner Bahn und befindet sich dann in einer Entfernung von 69,8 Millionen Kilometern zur Sonne.

Unser Schwesterplanet Venus ist derzeit als Abendstern im Sternbild Löwe zu sehen. Ihre scheinbare Helligkeit erreicht in diesem Monat -4,3 Größenklassen. Leider verkürzt sich ihre Sichtbarkeit im Laufe des Monats spürbar, noch bevor sie im Herbst ihre größte westliche Elongation erreicht: Geht die Venus am 1. Juli um 23:31 Uhr im Westen unter, so sinkt sie am 31. Juli bereits um 22:20 Uhr Sommerzeit unter den Horizont. Ihr Abstand zum westlichen Horizont sinkt von 12,5 auf 8 Grad. Im Teleskop ist zu erkennen, dass das Venusscheibchen an Größe gewinnt. Zum Monatsende beträgt der scheinbare Durchmesser bereits 21 Bogensekunden. Der Beleuchtungsgrad sinkt dagegen auf 56 %. Am 9. Juli zieht der Abendstern in einem Abstand von nur 1,1 Grad nördlich an Regulus vorbei. Am 17. Juli passiert die zunehmende Mondsichel den Abendstern in einem Abstand von nur drei Grad. Bis zum Monatsende nähert sie sich weiter der Grenze zum Sternbild Jungfrau.

Anfang Juli ist unser roter Nachbar Mars wieder am Morgenhimmel zu sehen. Er wandert rechtläufig durch das Sternbild Stier. Zu Beginn des Monats geht der 1,3 mag helle Rote Planet um 2:29 Uhr im Osten auf. Ende Juli erfolgt sein Aufgang bereits um 1:38 Uhr. Zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung erreicht er eine Höhe von 14 Grad über dem Osthorizont. Ende Juli sind es bereits 27 Grad. Aus diesem Grund benötigt man noch immer einen Feldstecher, um den Roten Planeten knapp 4,5 Grad nordwestlich der Plejaden zu entdecken. Im Laufe des Monats wandert Mars durch das „Goldene Tor der Ekliptik“ zwischen den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden hindurch. Im Teleskop beträgt der Durchmesser des Marsscheibchens nur 5 Bogensekunden, sodass noch keinerlei Einzelheiten auf dessen Oberfläche erkennbar sind. Zwischen dem 2. und 6. Juli wandert Mars mit einem südlichen Abstand von nur 6 Bogenminuten an Uranus vorbei. In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli passiert der abnehmende Mond unseren Nachbarplaneten.

Der Riesenplanet Jupiter wandert rechtläufig durch den Krebs und erreicht am 29. Juli 2026 die Konjunktion zur Sonne. Da er sich mit der Sonne am Taghimmel aufhält, ist er – abgesehen vom ersten Juliabend – nicht mehr am Abendhimmel sichtbar. Zum Zeitpunkt der Konjunktion steht Jupiter 943 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

In der zweiten Nachthälfte ist der Ringplanet Saturn im Sternbild Fische auffindbar. Am 27. Juli kommt er zum Stillstand und beginnt seine Oppositionsschleife. Im Laufe des Julis verlagert Saturn seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Während er zu Beginn des Monats um 1:03 Uhr im Osten aufgeht, erfolgt sein Aufgang Ende Juli bereits zwei Stunden früher. Zum Ende der Dämmerung erreicht er eine Höhe von 40 Grad über dem Horizont. Seine scheinbare Helligkeit nimmt in dieser Zeit von 0,8 auf 0,6 mag leicht zu. Auch sein scheinbarer Äquatordurchmesser wächst auf 18 Bogensekunden. Nach seiner Kantenstellung im letzten Jahr ist sein interessantes Ringsystem bereits wieder 9 Grad geöffnet. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli zieht der abnehmende Mond in einem Abstand von 7 Grad nördlich an Saturn vorbei.

Uranus ist ein Objekt für den Morgenhimmel und bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Stier. Anfang Juli geht der ferne Eisriese um 2:34 Uhr auf, Ende des Monats bereits zwei Stunden früher. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,8 mag ist Uranus theoretisch mit bloßem Auge erkennbar. Im Teleskop ist jedoch nicht mehr als ein 3,5 Bogensekunden großes, grünliches Scheibchen ohne weitere Details wahrnehmbar. Am 4. Juli zieht der Mars in einem Abstand von nur 0,1 Grad an Uranus vorbei. Dieses Ereignis kann mit Teleskopen verfolgt werden. Dabei ist zu erkennen, dass das Scheibchen von Uranus 1,5 Bogensekunden kleiner ist als das des Mars und sich auch farblich von dem rötlich-orange erscheinenden Mars unterscheidet.

Neptun, der äußere Planet unseres Sonnensystems, wird am 8. April im Sternbild Fische stationär und setzt zu seiner Oppositionsschleife an. Dabei verfrühen sich seine Aufgänge von 0:40 Uhr auf 22:38 Uhr Sommerzeit. Rund zwei Stunden nach seinem Aufgang kann man nach dem 7,8 mag hellen Planeten Ausschau halten. Zu Beginn des Monats erreicht Uranus bereits eine Höhe von 30 Grad über dem Horizont, wenn die bürgerliche Dämmerung beginnt. Im Teleskop ist allerdings nur ein 2,3 Bogensekunden großes, grün-blaues Scheibchen ohne weitere Details wahrnehmbar. Als Aufsuchhilfe für den fernen Eisriesen kann der Saturn dienen, der sich zehn Grad östlich von Neptun befindet.

Der Zwergplanet (134342) Pluto erreicht am 27. Juli 2026 im Sternbild Steinbock die Opposition zur Sonne. Dann ist der ferne Himmelskörper die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Aufgrund seiner scheinbaren Helligkeit von nur 14,4 Größenklassen ist er allerdings nur mit größeren Teleskopen zu sehen. Selbst bei sehr hoher Vergrößerung erscheint er lediglich als schwaches Sternchen inmitten des Sternenfeldes. Am Oppositionstag geht Pluto um 21:22 Uhr im Südosten auf, erreicht um 1:16 Uhr den Meridian und steht dabei 15 Grad hoch über dem Südhorizont. Sein Untergang erfolgt um 5:07 Uhr. Am 1. und 31. Juli steht er um 3:01 Uhr bzw. 1:00 Uhr Sommerzeit im Meridian. Am Oppositionstag ist Pluto 5,168 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Seine geringste Entfernung von der Erde erreicht er bereits am 24. Juli.


Helle Kometen und Planetoiden

Der kurzperiodische Komet 10P/Tempel wandert im Laufe des Monats vom Sternbild Wassermann in das Sternbild Steinbock. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 11 bis 12 Größenklassen kann er in mittleren Teleskopen sehr niedrig über dem Horizont aufgespürt werden.

Der kurzperiodische Komet 169P/NEAT zieht in diesem Monat vom Sternbild Adler in den Herkules und steht somit hoch an unserem Himmel. Zunächst ist der Schweifstern mit einer Helligkeit von 15 mag noch sehr lichtschwach, soll aber zum Monatsende hin die 12. Größenklasse überschreiten und damit in Reichweite von mittelgroßen Teleskopen kommen. Der Komet ist der Ursprungskörper des Meteorstroms der Alpha-Capriconiden, die ebenfalls im Juli beobachtbar sind.

Der Asteroid (2) Pallas wandert am 18. Juli vom Sternbild Fische in das Sternbild Walfisch. Zu Beginn des Monats ist er noch 9,9 mag hell und geht um 1:16 Uhr Sommerzeit im Osten auf. Bis zum Monatsende ist seine scheinbare Helligkeit bereits auf 9,5 mag angestiegen. An diesem Tag erfolgt der Aufgang um 23:49 Uhr. Interessant ist die Begegnung mit dem Asteroiden (4) Vesta Mitte des Monats. Pallas steht dann nur drei Grad westnordwestlich von diesem.

Der Asteroid mit der Nummer (3) Juno steht am 26. Juli im Sternbild Adler in Opposition zur Sonne und erreicht dabei eine Helligkeit von 9,1 mag. Bis zum Monatsende nimmt diese sogar noch um 0,1 Größenklassen zu. Zu Beginn des Monats beträgt die Helligkeit von Juno noch 9,6 Größenklassen. Am 1. Juli erreicht der Asteroid um 2:58 Uhr Sommerzeit seine größte Höhe im Süden. Bis zum 31. Juli verfrühen sich die Meridiandurchgänge auf 0:36 Uhr.

(4) Vesta ist ein Objekt für den Morgenhimmel und kann im Sternbild Walfisch an der Grenze zu den Fischen aufgespürt werden. Im Laufe des Monats steigt die scheinbare Helligkeit des Asteroiden stark an – von anfangs 8,1 auf 7,8 mag. Damit kann Vesta bereits sehr leicht in Ferngläsern beobachtet werden. Ihre Aufgangszeiten verfrühen sich dabei von 1:38 Uhr auf Mitternacht zum Monatsende.

Der Asteroid mit der Nummer (8) Flora steht am 9. Juli 2026 im Sternbild Schütze der Sonne genau gegenüber und erreicht eine maximale Helligkeit von 8,9 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die scheinbare Helligkeit noch 9,3 Größenklassen, Ende Juli bereits wieder 9,6 mag. Zu Beginn des Monats steht Flora um 1:54 Uhr im Süden. Bis zum Monatsende verfrühen sich ihre Merdiandurchgänge auf 23:19 Uhr Sommerzeit. Am 22. Juli kann der 6,2 mag helle Stern SAO 187584 als Aufsuchhilfe für den Asteroiden dienen. Der gegenseitige Abstand beträgt nur drei Bogenminuten. Am 27. Juli steht Flora in der Nähe von SAO 187468 (5,9 mag) bei einem Abstand von nur 7,5 Bogenminuten.

(14) Irene wird am 3. Juli wieder schwächer als 10 mag und ist im Sternbild Schlangenträger zu finden. Ihre Meridiandurchgänge verfrühen sich bis Ende Juli von 23:44 Uhr auf 21:32 Uhr. Interessant sind die Begegnungen des Asteroiden mit zwei Kugelsternhaufen am 2. Juli (NGC 6325, 10,2 mag) und am 27. des Monats (NGC 6284, 9,0 mag) in einem Abstand von 7,0 bzw. 4,5 Bogenminuten.

Auch der Asteroid (18) Melpomene steht am 8. Juli 2026 im Sternbild Adler in Opposition zur Sonne. Dabei erreicht der Himmelskörper eine Helligkeit von 8,9 mag. Anfang Juli beträgt die scheinbare Helligkeit des Asteroiden noch 9,1 Größenklassen. An diesem Tag steht Melpomene um 1:41 Uhr Sommerzeit in ihrer höchsten Stellung im Süden. Am 14. Juli überschreitet sie die Grenze zum Sternbild Schild. Zum Ende des Monats ist ihre Helligkeit wieder auf 9,2 mag zurückgegangen, wobei sie den Meridian bereits um 23:10 Uhr MESZ überschreiten wird.

(324) Bamberga wird ab dem 10. Juli wieder heller als 10 mag und kann an der Grenze zwischen den Sternbildern Mikroskop und Steinbock aufgespürt werden. Am 28. Juli 2026 steht sie im Sternbild Steinbock in Opposition zur Sonne und erreicht eine Helligkeit von 9,3 Größenklassen. Ihre Meridiandurchgänge verfrühen sich dabei von 3:31 Uhr am 1. Juli auf 1:07 Uhr am 31. Juli. Am 22. Juli steht sie nur 10 Bogenminuten südlich von SAO 189641 (6,5 mag), der als Aufsuchhilfe dienen kann.

Meteorströme

Die Alpha-Capricorniden sind zwischen dem 3. Juli und dem 15. August aktiv. Die mit 23 km/s vergleichsweise langsamen Meteore sind die ganze Nacht über beobachtbar und zeigen mitunter recht lange Bahnen. Somit unterscheiden sie sich deutlich von den zahlreichen anderen Meteorströmen, die im Juli sichtbar sind. Das Maximum wird am 31. Juli erreicht. Bei dunklem Himmel sind bis zu fünf Meteore pro Stunde erkennbar, darunter auch einige sehr helle Exemplare. Nach neuesten Forschungen ist der fast erloschene Komet 169P/NEAT (auch bekannt als Asteroid 2002 EX12) für den Teilchenschauer verantwortlich. Er wird in diesem Jahr sein Perihel erreichen. Vor allem von einem südlicheren Standort als Deutschland aus kann man diesen Meteorstrom gut beobachten, falls das helle Mondlicht es zulässt.

Die Juli-Pegasiden sind ein relativ unbekannter Strom. Sie sind vom 4. bis zum 14. Juli zu beobachten, das Maximum wird am 10. Juli erreicht. Die Beobachtung wird allerdings durch den abnehmenden Mond beeinträchtigt. Der Radiant befindet sich ca. vier Grad südlich vom Stern Markab an der Position RA 347° und DEC +11°. Zum Zeitpunkt des Maximums sind drei bis fünf Meteore pro Stunde sichtbar, die eine relativ hohe Eintrittsgeschwindigkeit von 63 Kilometern pro Sekunde aufweisen. Als Mutterkörper dieses Meteorstroms wird der Komet C/1979 Y1 (Bradfield) vermutet.

Die Piscis-Austriniden sind vom 15. Juli bis zum 10. August aktiv und erreichen ihr Maximum in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli. Aufgrund der weit südlichen Lage sind von Mitteleuropa aus nur wenige Meteore beobachtbar. Von südlicheren Standorten aus können bis zu fünf Meteore pro Stunde gesichtet werden, die mit 35 Kilometern pro Sekunde eine mittlere Eintrittsgeschwindigkeit zeigen.

Die recht unauffälligen Südlichen Delta-Aquariden sind zwischen dem 12. Juli und dem 19. August aktiv. Ihr Maximum erreichen sie am 31. Juli. Aufgrund der südlichen Deklination des Radianten sind von Mitteleuropa aus maximal fünf bis zehn Meteore pro Stunde sichtbar. Der Ausstrahlungspunkt des Meteorstroms befindet sich etwa 3° westlich von Delta Aquarii und erreicht bei uns nur eine Höhe von knapp 25° über dem Horizont. Von südlichen Standorten aus, beispielsweise in Namibia, wo der Radiant deutlich höher steht, sind etwa 20 bis 25 Sternschnuppen mit einer Helligkeit von 3 bis 5 mag sichtbar, die mit einer Geschwindigkeit von 41 km/s in die Erdatmosphäre eindringen. Somit unterscheiden sie sich deutlich von den langsameren Alpha-Capricorniden. Aufgrund des Vollmondes am 29. Juli kommt es zum Maximumszeitpunkt jedoch zu starken Einschränkungen durch helles Mondlicht.

Ein weiterer recht unbekannter Strom sind die Juli-Gamma-Draconiden, die vom 25. bis zum 31. Juli aktiv sind. Ihr Ausstrahlungspunkt befindet sich zirkumpolar an der Position RA 280° und Dec +51°. Das Maximum der Gamma-Draconiden mit einer Rate von nur 5 Meteoren pro Stunde wird am 28. Juli gegen 3 Uhr morgens erwartet. Mit 27 Kilometern pro Sekunde weisen sie eine sehr geringe Eintrittsgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre auf. In den Jahren von 2017 bis 2024 wurde keine erhöhte Aktivität dieses Meteorstroms festgestellt.

Gegen Ende des Monats sind auch schon die ersten Perseiden zu sehen, die jedoch erst im August ihr Maximum erreichen. Im Juli befindet sich ihr Radiant noch in der südlichen Kassiopeia und nicht, wie Mitte August, in der Nähe von Eta Persei. Erst zu Beginn des August wandert der Radiant in die nördlichen Bereiche des Perseus. Mit 59 Kilometern pro Sekunde sind die Perseiden sehr schnelle Teilchen, die sich deutlich von den zahlreichen Strömen im Juli unterscheiden.

Auch die Meteore der Anthelionquelle in der Ekliptikregion sind aktiv. Mit etwa 30 Kilometern pro Sekunde besitzen sie ähnliche Eintrittsgeschwindigkeiten wie die Südlichen Delta-Aquariden und Alpha-Capricorniden. Aus diesem Grund sind sie in diesem Monat von den anderen südlichen Meteorströmen schwierig zu unterscheiden. Im Laufe des Monats bewegt sich.

Datengrundlage: "Das Himmelsjahr 2026" & "Sterne und Weltraum" (7/2026)


Astronomische Ereignisse



Zeiten in UT (MEZ +1h / MESZ +2h)

 Juli

 d  h                                  d  h
 2  5  Pluto 2.0S vom Mond            14 12  Pollux 3.6N vom Mond
 4  6  Mars 0.1S von Uranus           15  3  Jupiter 1.9S vom Mond
 6 14  Erde im Aphel                  17  0  Regulus 0.4N vom Mond (Occn)
 6 23  Neptun 4.2S vom Mond           17 15  Venus 1.8N vom Mond
 7 17  Saturn 5.9S vom Mond           21  2  Spica 2.2N vom Mond
 7 19  LETZTES VIERTEL                21 11  ERSTES VIERTEL
 8  4  Neptun stationär               23 14  Merkur stationär
 9 21  Venus 1.0N von Regulus         24 21  Antares 0.6N vom Mond (Occn)
11  5  Uranus 5.3S vom Mond           25 17  Mond in Apogäum
11 13  Mars 5.2S vom Mond             26  3  Mond südlichste Dekl. (-28.1)
12 15  Mond nördlichste Dekl. (28.0)  27  6  Pluto in Opposition
13  1  Merkur untere Konjunktion      27 23  Saturn stationär
13  5  Mars 5.3N von Aldebaran        29 10  Pluto 2.0S vom Mond
13  7  Mond im Perigäum               29 12  Jupiter in Konjunktion
14  9  NEUMOND                        29 14  VOLLMOND

Scheinbarer Durchmesser der Planeten

Planet Scale

(Grafik erstellt mit Coelix Apex)


Physikalische Ephemeride des Mondes

Moongraph1

(Grafik erstellt mit Coelix Apex)


Himmelshelligkeit, Aufgang, Transit & Untergang des Mondes

Himmelshelligkeit

(Grafik erstellt mit Coelix Apex)


Konstellation des Monats

(Grafiken erstellt mit Astrarium & Stellarium)



4. Juli 2026, 3:00 Uhr MESZ - Mars bei Uranus

Konjunktion
Zwischen dem 2. und 7. Juli zieht der rote Planet Mars in nur 10 Bogenminuten südlich Abstand am Planeten Uranus vorbei. [Gesichtsfeld: 1°]



8. Juli 2026, 3:00 Uhr MESZ - Mond oberhalb von Saturn

260708
Am Morgen des 8. Juli steht der abnehmende Halbmond nur 7 Grad oberhalb des Ringplaneten Saturn im Sternbild Fische.



17. Juli 2026, 22:00 Uhr MESZ - Mond bei Venus

260717
Am Abend des 17. Juli können wir die zunehmende Mondsichel nur 4 Grad südlich des Abendstern Venus beobachten.



24. Juli 2026, 23:00 Uhr MESZ - Mond bei Antares

260724
In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli wandert der zunehmende Mond südlich an Antares, der Hauptstern im Sternbild Skorpion, vorbei.

Jupitermonde


Jupiter steht Ende Juli in Konjunktion zur Sonne und ist nicht beobachtbar!


Download: Tabelle mit Jupitermondereignisse für das Jahr 2026 als PDF-Datei (283 KB)

Saturnmonde

Saturnmonde

(Grafik erstellt mit Coelix Apex)


Download: Tabelle mit Saturnmondereignisse für das Jahr 2026 als PDF-Datei (635 KB)

Planetoiden

Bahn

(Grafik erstellt mit Easy Sky 4.0 - Sterne bis 11 mag)

Der Asteroid (3) Juno wurde am 1. September 1804 von Karl Ludwig Harding entdeckt und nach der römischen Göttin Juno benannt. Der 267 Kilometer große Asteroid kommt am 26. Juli 2026 im Sternbild Adler wieder in Opposition zur Sonne und erreicht eine Helligkeit von 8,9 mag. Juno umrundet die Sonne auf einer um 12,98 Grad gegen die Ekliptik geneigten und mit e = 0,26 relativ stark exzentrischen Bahn in 4,36 Jahren. Erst am 6. August erreicht der Asteroid seine geringste Entfernung zur Erde und befindet sich an diesem Tag 1,7873 AE oder 267,3 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Am Tag der Opposition geht der Asteroid um 19:20 Uhr im Osten auf und steht um 1:03 Uhr in seiner höchsten Stellung im Süden. Sein Untergang erfolgt um 6:41 Uhr Sommerzeit.


Ephemeride für (3) Juno

Datum        UT     Rekt.    Dekl.     delta   r      mag
---------------------------------------------------------
01.07.2026 00:00  20:28:52 -03°31'51"  1.957  2.863   9.6
06.07.2026 00:00  20:25:41 -03°39'44"  1.915  2.851   9.5
11.07.2026 00:00  20:22:05 -03°52'01"  1.879  2.839   9.4
16.07.2026 00:00  20:18:08 -04°08'44"  1.849  2.827   9.3
21.07.2026 00:00  20:13:56 -04°29'44"  1.825  2.814   9.2
26.07.2026 00:00  20:09:36 -04°54'41"  1.808  2.802   9.2
31.07.2026 00:00  20:05:13 -05°23'11"  1.797  2.789   9.1
05.08.2026 00:00  20:00:56 -05°54'44"  1.794  2.776   9.2
10.08.2026 00:00  19:56:50 -06°28'47"  1.797  2.763   9.2
15.08.2026 00:00  19:53:02 -07°04'42"  1.806  2.750   9.3
20.08.2026 00:00  19:49:40 -07°41'46"  1.822  2.737   9.4
25.08.2026 00:00  19:46:47 -08°19'20"  1.843  2.724   9.4
30.08.2026 00:00  19:44:29 -08°56'47"  1.870  2.711   9.5
04.09.2026 00:00  19:42:47 -09°33'36"  1.901  2.698   9.6
09.09.2026 00:00  19:41:44 -10°09'20"  1.937  2.684   9.7
14.09.2026 00:00  19:41:22 -10°43'31"  1.977  2.671   9.7
19.09.2026 00:00  19:41:40 -11°15'49"  2.020  2.657   9.8
24.09.2026 00:00  19:42:39 -11°45'56"  2.065  2.644   9.9
29.09.2026 00:00  19:44:17 -12°13'41"  2.113  2.630   9.9
04.10.2026 00:00  19:46:34 -12°38'53"  2.163  2.617  10.0

Download: Aufsuchkarte und Ephemeride für (3) Juno als PDF-Datei (198 KB)



Bahn

(Grafik erstellt mit Easy Sky 4.0 - Sterne bis 11 mag)

Der Asteroid (324) Bamberga wurde am 25. Februar 1892 von Johann Palisa in Wien entdeckt. Der Himmelskörper gehört zu den zehn größten Asteroiden des Asteroiden-Hauptgürtels und wurde nach der oberfränkischen Stadt Bamberg benannt. Am 28. Juli 2026 kommt Bamberga im Sternbild Steinbock wieder in Opposition zur Sonne und erreicht eine maximale Helligkeit von 9,3 mag. Der Asteroid bewegt sich auf einer um 11,1 Grad geneigten und mit e = 0,337 sehr exzentrischen Bahn in 4,4 Jahren einmal um die Sonne. Am 13. August steht Bamberga in Erdnähe und befindet sich an diesem Tag 1,0543 AE bzw. 157,7 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Der Himmelskörper geht am Oppositionstag um 21:56 Uhr im Osten auf und erreicht um 1:24 Uhr den Meridian. Sein Untergang erfolgt um 4:47 Uhr Sommerzeit.


Ephemeride für (324) Bamberga

Datum        UT     Rekt.    Dekl.     delta   r      mag
---------------------------------------------------------
01.07.2026 00:00  21:01:53 -27°35'31"  1.271  2.197  10.2
06.07.2026 00:00  20:59:14 -27°34'58"  1.225  2.178  10.1
11.07.2026 00:00  20:55:44 -27°33'38"  1.185  2.160   9.9
16.07.2026 00:00  20:51:27 -27°30'44"  1.150  2.142   9.7
21.07.2026 00:00  20:46:31 -27°25'25"  1.121  2.124   9.5
26.07.2026 00:00  20:41:04 -27°16'51"  1.097  2.106   9.4
31.07.2026 00:00  20:35:19 -27°04'24"  1.079  2.088   9.3
05.08.2026 00:00  20:29:27 -26°47'39"  1.068  2.071   9.4
10.08.2026 00:00  20:23:42 -26°26'23"  1.062  2.054   9.5
15.08.2026 00:00  20:18:17 -26°00'38"  1.062  2.037   9.5
20.08.2026 00:00  20:13:27 -25°30'38"  1.067  2.021   9.6
25.08.2026 00:00  20:09:21 -24°56'54"  1.078  2.005   9.7
30.08.2026 00:00  20:06:07 -24°20'00"  1.093  1.989   9.8
04.09.2026 00:00  20:03:51 -23°40'33"  1.112  1.973   9.9
09.09.2026 00:00  20:02:36 -22°59'06"  1.135  1.958  10.0
14.09.2026 00:00  20:02:22 -22°16'03"  1.162  1.943  10.1

Download: Aufsuchkarte und Ephemeride für (324) Bamberga als PDF-Datei (181 KB)