Objekt des Monats - August 2018

Messier 18 im Schützen



M18

Der offene Sternhaufen Messier 18 im Sternbild Schütze
© STScI Digitized Sky Survey (DSS)



Der Offene Sternhaufen Messier 18 (NGC 6613) im Sternbild Schütze wurde am 3. Juni 1764 von Charles Messier entdeckt, der ihn als Nummer 18 in seinen berühmten Katalog der kometenartigen Objekte aufnahm. Er beschrieb ihn als kleinen Sternhaufen, ein wenig unterhalb des Nebels mit der Nummer 17, umgeben von einer leichten Nebelfülle, wobei in guten Teleskopen einzelne Sterne zu erkennen seien.

Messier 18 ist ein relativ schwacher Sternhaufen und mit einer Helligkeit von 7,1 mag bereits in Ferngläsern erkennbar. Er besitzt eine Winkelausdehnung von 10 Bogenminuten am Himmel, was auf die Entfernung von 4.900 Lichtjahren gerechnet, eine wahre Ausdehnung von rund 17 Lichtjahren entspricht. Mit einem Alter von 32 Millionen Jahren, ist Messier 18 noch sehr jung und enthält viele helle blaue Riesensterne der Spektralklasse B3, die ihr Licht überwiegend im Ultravioletten emittieren. Der hellste von ihnen besitzt eine scheinbare Helligkeit von 8,3 mag. Aber auch gelbe und orange Sterne finden sich in M 18. Der Sternhaufen liegt genau zwischen zwei anderen berühmten Objekten des Messier-Katalogs, dem Omeganebel (M 17) im Norden und der kleinen Sagittarius Sternenwolken (M 24) im Süden. Einige Wissenschaftler vermutet, dass der Omeganebel zusammen mit M 18 entstanden ist und der dort eingebettet Sternhaufen in M 17, eine Art Doppelsternhaufen bilden. Insgesamt enthält der Sternhaufen rund 40 Einzelsterne, wobei die unmittelbare Nähe zur galaktischen Ebene es schwierig macht, einzelne Mitglieder zum Sternhaufen gehörend zu identifizieren.

Messier 18 erscheint im 7x50 bzw. 10x50 Feldstecher als heller Nebelfleck zwischen M 17 und M 24, die alle im selben Gesichtsfeld sichtbar sind. Bereits in kleinen Teleskopen von 2 ½? Zoll Öffnung und niedriger Vergrößerungen, sind über ein Dutzend heller blau-weißer Sterne sichtbar, die sich vor einem nebligen Hintergrund unaufgelöster Sterne des Sagittarius-Spiralarms unserer Galaxis konzentrieren. Alleine der Sky Catalog 2.000 listet 20 dieser Sterne auf. Mit 4 Zoll Öffnung und 40-facher Vergrößerung sind 15 bis 20 locker gruppierte Sterne sichtbar. Mit 4 bis 6 Zoll Teleskopöffnung, steigert sich ihre Anzahl auf 25 bis 30. Die Sterne sind in zwei annähernd parallele Sternenketten angeordnet, die am nördlichen Ende durch einen kleinen Bogen aus Sternen verbunden sind.

Der Sternhaufen befindet sich unweit des Teekannen Asterismus des Schützen, knapp 8 ½ Grad nordwestlich von Kaus Borealis (Lambda Sgr), dem oberen Stern der Teekanne und ca. 1 Grad südlich von Messier 17. Auch die kleine Sagittarius Sternenwolke kann als Orientierung dienen, wobei sich M 18 rund 2 Grad nördlich dieser großen und dichten Sternansammlung befindet.

Messier 18 ist am besten in den Sommermonaten zu beobachten, wenn der Schütze im Süden kulminiert. Mitte August steht M 18 gegen 22 Uhr Sommerzeit im Süden, in einer Höhe von rund 20 Grad über dem Horizont.



Map

Aufsuchkarte für Messier 18 im Schützen (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (211 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: M 18 / NGC 6613 / OCL 40
Objekttyp: Offener Sternhaufen (Open Cluster)
Sternbild: Schütze (Sagittarius, Sgr)
RA (J2000.0): 18h 19m 58.0s
Dec (J2000.0): -17° 06' 06"
V Helligkeit: 6.9
Flächenhelligkeit: 12.0
Größe: 7.0'
Klassifikation: II 3 pn
Anzahl der Sterne: 20
Hellster Stern: 8.6
Entfernung: 4900 Lj

Beschreibung: Cl,P,vlC
Notizen: 12 * mag 9-10; 1 deg S of M17

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