Der helle Emmissionsnebel Messier 17 (NGC 6618) im Sternbild Schütze, wurde im Jahr 1745 von Phillipe Loys de Chéseaux entdeckt und am 3. Juni 1764 von Charles Messier unabhängig beobachtet, der ihn als "lichtstreifen ohne Sterne" beschrieb. Messier nahm ihn dann als Nr. 17 in seinem berühmten Nebelkatalog auf. Wilhelm Herschel beobachtete M 17 am 31. Juli 1783 und beschrieb ihn als wundervollen Nebel. Sein Sohn John Herschel war wahrscheinlich der erste Beobachter, der den Nebel 1833 zeichnete und diese Zeichnung im Jahr 1836 veröffentlichte. Er war auch derjenige, der den Nebel seinen Namen gab, weil er ihn an den griechischen Buchstaben "Omega" erinnerte.
Messier 17 befindet sich inmitten der reichen Sternenfelder im nördlichen Teil des Sternbilds Schütze und wird auch als Omega-, Schwanen-
oder Hufeisennebel bezeichnet. Der Nebel besitzt eine Ausdehnung von 11 Bogenminuten am Himmel und eine Entfernung von 5.000 bis 6.000
Lichtjahren. Auf die Entfernung gerechnet, beträgt sein wahrer Durchmesser demnach mehr als 15 Lichtjahre. Die deutlich größere
Molekülwolke, in der der Nebel eingebettet ist, besitzt sogar eine Ausdehnung von rund 40 Lichtjahren und eine Masse von ca. 30.000
Sonnenmassen. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 6,0 mag, ist M 17 unter dem dunklen Himmel Namibias sogar mit bloßem Auge erkennbar.
Die Sternentstehungsregion wird durch die intensive UV-Strahlung von jungen Sternen in seinem Zentrum zum Leuchten angeregt. So befindet sich
in seinem Inneren ein junger Offener Sternhaufen mit 35 Mitgliedssternen, der sich hinter den dichten Staubmassen des Nebels versteckt und nur
im Infrarotlicht erkennbar ist. Die tatsächliche Anzahl der jungen Sternen des Haufebs ist aber deutlich höher und wird um 800 geschätzt.
Rund 100 Sterne besitzen den frühen Spektraltyp B9 und 9 Sterne den Spektraltyp O. Somit zählt dieser Sternhaufen, mit einem Alter von nur 1
Millionen Jahren, zu den jüngeren Exemplaren in unserer Galaxis. Die Masse der sichtbaren Nebelregion wird auf etwa 800 Sonnenmassen
geschätzt und ist demnach noch etwas größer als die des berühmten Orionnebels (Messier 42). Man vermutet, dass auch heute noch junge Sterne
in Messier 17 entstehen.
Die Nebelregion befindet sich im Sagittarius-Carina-Arm der Milchstraße, der sehr viele helle Nebel und junge Sternhaufen enthält. In seiner
unmittelbaren Nähe befindet sich auch der Adlernebel (Messier 16), der eine Entfernung von rund 7.000 Lichtjahren aufweist und demnach noch
etwas weiter entfernt ist. Vermutlich gehören beide Nebel zu einer gigantischen Sternentstehungsregion innerhalb unserer eigenen Milchstraße.
Nur 1 Grad südlich des Nebels befindet sich der 6,9 mag helle Offene Sternhaufen Messier 18.
Unter sehr guten Bedingungen ist Messier 17 bereits mit bloßem Auge als helle Stelle inmitten der Milchstraße erkennbar. Spätestens mit dem Fernglas oder Sucherfernrohr, erkennt man einen länglichen Nebel inmitten eines reichen Sternenfeldes. Mit einem 2,5 Zoll Refraktor und mittlerer Vergrößerungen, ist ein Lichtstreifen von 6 Bogenminuten Länge und 2 Bogenminuten Breite erkennbar, der keinerlei weitere Einzelheiten zeigt und am Ende von einem gebogenen Nebelarm flankiert wird. Mit 4 bis 6 Zoll Öffnung und einem Nebelfilter ergibt sich bei 100 bis 150-facher Vergrößerung ein herrlicher Anblick. Die hellste Struktur besitzt die Form eines auf dem Wasser schwimmenden Schwan. Der Hals wird von einer Dunkelwolke begrenzt. Spätestens jetzt weiß man, warum der Nebel auch als Schwanennebel bezeichnet wird. Die grobe Form des gesamten Nebelkomplexes erinnert an die Ziffer "2" oder an den griechischen Buchstaben "Omega". Mit 8 bis 10 Zoll Öffnung kommen noch mehr interessante Details zum Vorschein. Man erkennt zahlreiche Hell- und Dunkelstrukturen sowie Nebelbögen, Streifen und Flecken.
Der Omeganebel kann am Himmel relativ leicht aufgefunden werden. Zuerst geht man von Gamma Scuti aus, einem Stern mit einer Helligkeit von 4,7 mag, der sich auf der verlängerten Verbindungslinie zwischen Delta und Lambda Aquilae und Alpha Scuti befindet. M 17 befindet sich dann knapp 2 Grad südwestlich dieses Sterns.
Der Omeganebel ist am besten in den Sommermonaten beobachtbar, wenn die Bulge unserer Milchstraße im Süden kulminiert. Der Nebel steht Mitte August gegen 22 Uhr im Meridian und erreicht eine Höhe von rund 20 Grad über dem Horizont.