Objekt des Monats - Mai 2011

Messier 101 - Die Feuerrad-Galaxie



M101

Die Galaxie Messier 101 im Sternbild Großer Bär
© STScI Digitized Sky Survey (DSS)



Die Feuerrad-Galaxie (auch Pinwheel Galaxie genannt) Messier 101 (NGC 5457) im Sternbild Großer Bär wurde am 27. März 1781 von Pierre Méchain entdeckt und von Charles Messier als recht großer, schwacher Nebel ohne Sterne beschrieben. Er nahm das Objekt anschließend als letzten Originaleintrag in seinen berühmten Nebelkatalog auf. 1851 beschrieb William Parson, der 3. Earl of Rosse, als einer der ersten Beobachter die Spiralstruktur des "Nebels".

Messier 101 ist eine 28,8' x 26,9' große und 7,5 mag helle Spiralgalaxie vom Hubble-Typ SAB und ungefähr 25 Millionen Lichtjahren von der Erde entfernt. Sie ist das hellste Mitglied einer Gruppe aus 9 Galaxien, zu denen auch die beiden hellen Spiralgalaxien NGC 5474 und NGC 5585 gehören. Mit einem absoluten Durchmesser von 170.000 Lichtjahren ist sie knapp 70% größer als die Milchstraße und gehört demnach zu den größten bekannten Scheibengalaxien. Durch ihr äußeres Erscheinungsbild auf langbelichteten Aufnahmen ist sie außerdem ein typisches Mitglied der so genannten Grand Design Spiralgalaxien.
Wir blicken genau von oben auf die Scheibe der Galaxie (face-on). Visuell und auf kurz belichteten Aufnahmen erscheint M 101 recht symmetrisch. Auf länger belichteten Aufnahmen erkennt man aber, dass die Zentralregion der Galaxie sich deutlich außerhalb des Zentrums der Scheibe befindet. Ursache dafür sind vermutet gravitative Wechselwirkungen und Zusammenstöße mit Nachbargalaxien.
Die Spiralarme selber sind unter guten Bedingungen schon ab 4 Zoll Öffnung sichtbar. Insgesamt sind über 3.000 H-II Regionen bekannt, die besonders auf Fotografien hervortreten. In ihnen entstehen auch heute noch massereiche Sterne, die das Gas in der Umgebung zum Leuchten anregen. Einige helle Knoten und sternbildene Regionen haben sogar eigene NGC-Nummern erhalten. Des Weiteren wurden auch zahlreiche Cepheiden und, in den zurückliegenden Jahrzehnten, mit SN 1909A, SN 1951H und SN 1970G gleich drei Supernovae in M 101 entdeckt.

Die Sichtbarkeit von Messier 101 hängt besonders stark von der Transparenz und Dunkelheit des Himmels ab, da sich ihr Licht nahezu auf die scheinbare Fläche des Vollmondes verteilt. Mit einem 10x50 Fernglas erscheint M 101 als kleines Nebelwölkchen. Mit kleinen Teleskopen zwischen 2 und 3 Zoll und niedriger Vergrößerung ist nur die Zentralregion als verwaschener ovaler Lichtfleck ohne Strukturen zu erkennen. Ab 5 Zoll Öffnung ist das Zentrum gut sichtbar. Der Randbereich bleibt aber nach wie vor diffus. Unter exzellenten Bedingungen ist indirekt schon andeutungsweise die Spiralstruktur erkennnbar. Ab 8 bis 10 Zoll Öffnung tritt diese dann deutlicher in Erscheinung. Mit einem Schmalbandfilter und hoher Vergrößerung können nun auch einzelne H-II Regionen ausgemacht werden. Unmittelbar nördlich des Galaxienkerns steht ein Stern 12. Größenklasse, der nicht mit einer Supernova verwechselt werden darf. Mit 12 Zoll Öffnung sticht die Zentralregion deutlich hervor. Vor einem diffusen Halo sind nun auch indirekt die Spiralarme als fleckige Streifen sichtbar. Mit noch größerer Öffnung sollten nun auch zahlreiche Gasnebel und Sternwolken in den Spiralarmen hervorstechen.

Messier 101 steht über der Deichsel des Großen Wagens und liegt an der Grenze zum Sternbild Bootes. Sie bildet mit den Sternen Mizar und Alkor (Zeta UMa) sowie Alkaid (Eta UMa) ein gleichseitiges Dreieck. 1,3 Grad östlich der Verbindungslinie Mizar/Alkor verläuft eine rund 3 Grad lange Kette aus 5 bis 6 mag hellen Sternen in Richtung Osten. Nun stellen wir den östlichen dieser Sterne (86 UMa) in die Mitte des Sucherfernrohres ein. Rund 1,5 Grad nordöstlich dieses Sterns befindet sich Messier 101, nachdem wir einen weiteren Stern 7. Größenklasse, 0,5 Grad von 86 UMa entfernt, passiert haben.

Messier 101 ist besonders gut im Frühling sichtbar, wenn das Objekt zusammen mit dem Großen Wagen die Zenitregion überschreitet. Die Galaxie kulminiert demnach Mitte Mai rund eine halbe Stunde vor Mitternacht und erreicht eine Höhe von mehr als 80 Grad.



Map

Aufsuchkarte für Messier 101 im Großen Bären (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (59 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: M 101 / NGC 5457 / UGC 8981 / PGC 50063 / MCG 9-23-28
Eigenname: Feuerrad-Galaxie / Pinwheel Galaxy
Objekttyp: Galaxie (Galaxy)
Sternbild: Großer Bär (Ursa Major, UMa)
RA (J2000.0): 14h 03m 12.4s
Dec (J2000.0): +54° 20' 58"
B Helligkeit: 8.2
V Helligkeit: 7.5
Flächenhelligkeit: 14.9
Größe: 28.8' x 26.9'
Positionswinkel: 26°
Klassifikation: SBc
Entfernung: 25 Millionen Lj

Beschreibung: pB,vL,iR,g,vsmbM,BSN
Notizen: P w NGC 5474;SN 1909;spir galax w one heavy arm;B knot E

Millennium Star Atlas: Charts 569-570 (Vol II)
Sky Atlas 2000.0: Chart 2
Uranometria 2000: Chart 49, Vol 1
Uranometria 2000 (neu): Chart 23, Vol 1