
Homo sapiens bedeutet „vernunftbegabter Mensch“ auf Latein und wird biologisch zur Ordnung der Primaten und zur Familie der Menschenaffen gezählt. Der Mensch ist seit ca. 200.000 Jahren in Afrika fossil belegt und die einzige überlebende Art der Gattung Homo. Jüngere Fossilien der Art Homo sapiens wurden auch auf anderen Kontinenten außer der Antarktis gefunden. Als erster Naturforscher beschrieb Carl von Linné die Art im Jahr 1758. Früher wurde auch der Neandertaler, der vor rund 30.000 Jahren ausstarb, als Homo sapiens neanderthalensis bezeichnet. Diese Einteilung als Unterart des Menschen gilt allerdings heute als überholt. Laut der Out-of-Africa-Theorie breitete sich der Mensch während der letzten Kaltzeit im Jungpleistozän (vor ca. 115.000 bis ca. 12.500 Jahren) vom afrikanischen Kontinent aus weltweit aus. In dieser Zeit kam es zu einer deutlichen Abkühlung des Klimas, zu weiträumigen Vergletscherungen sowie zu einem Absinken des Meeresspiegels. Dadurch bildeten sich Landbrücken, die eine Ausbreitung des Homo sapiens auf andere Kontinente erst ermöglichten. Vor rund 17.000 bis 12.000 Jahren wurde der Mensch, der zuvor als Jäger und Sammler gelebt hatte, nach und nach sesshaft und betrieb Ackerbau und Viehzucht.
Diesen Abguss eines weiblichen Schädels aus einem tonähnlichen Material kaufte ich im Herbst 2014 bei eBay von einem tschechischen Händler. Obwohl der Schädel auf den ersten Blick sehr detailliert und realistisch erscheint – die Farbe, die einzelnen Schädelnähte sowie das Hinterhauptsloch sind sehr gut modelliert –, fehlen doch einige wichtige anatomische Merkmale, wie der äußere Gehörgang und einige Knöchelchen im unteren Schädelbereich. Modelle aus Kunststoff sind hier anatomisch deutlich detaillierter.
Der Name Archaeopteryx bedeutet „Alte Feder” und bezeichnet eine Gattung von Archosauriern, die als Übergangsform zwischen Reptilien und Vögeln gilt. Deren Fossilien werden in den Solnhofener Plattenkalken der Fränkischen Alb gefunden und die Gattung ist deshalb auch als Urvogel bekannt. Das erste Fossil dieses Urvogels, eine einzelne Feder, wurde im Jahr 1861 von Hermann von Meyer beschrieben. Die ersten Überreste des Skeletts wurden jedoch bereits im selben Jahr in seiner Veröffentlichung erwähnt. Sie befinden sich heute im Naturhistorischen Museum in London und gelten als Holotyp der Art Archaeopterix lithographica. Im Laufe der Zeit wurden elf weitere, mehr oder weniger vollständige Skelette des Archaeopteryx gefunden. Alle Fossilien stammen aus den oberen Weißjuraschichten der Steinbrüche in Eichstätt, Solnhofen, Langenaltheim und Jachenhausen in der Fränkischen Alb. Aufgrund seiner äußeren Merkmale war der Archaeopterix maßgeblich federführend für die Durchsetzung und Richtigkeit der Evolutionstheorie Darwins in der Wissenschaft.
Die Gattung Archaeopterix weist sowohl anatomische Merkmale urtümlicher Reptilien als auch moderner Vögel auf. Vor allem das Vorhandensein von Zähnen im Kiefer, Bauchrippen, unverschmolzenen Beckenwirbeln und Knochen der Gliedmaßen sowie die lange Schwanzwirbelsäule und das Fehlen eines Brustbeins sind Merkmale der Reptilien. Vogeltypische Merkmale sind die symmetrischen Schwungfedern, das Gabelbein und die rückwärts oder seitlich orientierte erste Zehe am Fuß. Aufgrund neuerer paläontologischer Erkenntnisse der letzten 20 Jahre stehen diese Merkmale allerdings nicht mehr als alleinige Merkmale für die Zugehörigkeit zu den Vögeln. Vor allem spätere Dinosaurierarten aus der Unterordnung der Theropoden besaßen ähnliche anatomische Besonderheiten, wie zum Beispiel Federn. So wurden in den Sedimentgesteinen der Unterkreide in Nordostchina ebenfalls zahlreiche vogelähnliche Dinosaurier entdeckt. Deshalb nimmt man heute eher an, dass das Archaeopteryx eine Folge der Entwicklung der Dinosaurier war, die den Vögeln immer ähnlicher wurden. Darüber hinaus hat Archaeopteryx mehr Merkmale mit Deinonychosauriern gemein als mit Vögeln. Aus diesem Grund wird das Verwandtschaftsverhältnis zu den heutigen Vögeln von einigen Wissenschaftlern mittlerweile stark angezweifelt. Die Federn des Archaeopterix dienten wahrscheinlich nicht in erster Linie zum Fliegen oder Gleiten, sondern eher dazu, das Tier warm zu halten, die Balance beim schnellen Laufen zu halten und es zu tarnen oder zu schmücken.
Das hier vorliegende Exemplar, das in meinem Wohnzimmer begutachtet werden kann, ist ein Originalabguss des berühmten "Berliner Exemplars" und Holotyp für die Art Archaeopteryx siemensii. Es wird seit 2007 dauerhaft im Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin ausgestellt. Es wurde in den Jahren 1874 bis 1876 auf dem Blumenberg bei Eichstätt gefunden und gilt mit seinen Federabdrücken und seinem gut erhaltenen Schädel als das schönste und vollständigste Exemplar des Urvogels. Im Herbst 2013 kaufte ich es für 220 Euro vom Rheinischen Mineralien-Kontor KRANTZ.
Diese Gattung von Ichthyosauriern lebte vom frühen bis mittleren Jura, also vor 182 bis 170 Millionen Jahren, in Westeuropa. Vor allem der 180 Millionen Jahre alte Holzmadener Posidonienschiefer in Baden-Württemberg ist reich an sehr gut erhaltenen Fossilien dieser Meeresechsen. In diesem schwarzen Gestein haben sich häufig komplette Skelette erhalten, bei denen man sogar noch die Körperumrisse der Tiere erkennen kann. Bei einigen dieser Fossilien sind sogar Embryonen im Körper oder gerade geborene Jungtiere erkennbar. Stenopterygius wird in die Gruppe der Thunnosauria eingeordnet. Diese weisen einen spindelförmigen, versteiften Körper auf. Sie bewegten sich mit Schwanzflossenschlägen sehr schnell durch das Wasser, ähnlich wie heute lebende Thunfische. Ihre Lebensweise ähnelte der von heutigen Delfinen. Sie verbrachten den Großteil ihres Lebens im offenen Meer, wo sie Fische, Kopffüßer und andere Tiere jagten.
Ausgewachsene Exemplare von Stenopterygius wurden drei bis vier Meter lang und hatten mittellange Bauch- und Brustflossen. An der Brustflosse zeigten sie fünf Finger, wobei ein Finger deutlich kürzer ausgebildet war. Die Bauchflosse hatte drei Finger, von denen einer reduziert war. Die Rückenflosse war dreiecksförmig und Hai ähnlich. Die Schwanzflosse hingegen war sichelförmig. Der Schädel war sehr kurz und das Schläfenfenster sehr groß. Der Oberkiefer, das Gaumenbein und das Quadratojugale waren ebenfalls kurz, wie ein Schnabel geformt und zeigten eine große Anzahl von Zähnen. Die Wirbelsäule umfasste 44 bis 46 Wirbel. In dem Gebiet, in dem die Fischsaurier gefunden wurden, erstreckte sich vor mehr als 180 Millionen Jahren das Jurameer als Nebenmeer der großen Tethys. Es entstand im unteren Toarcium, als sich Amerika von Europa und Afrika trennte. Durch diese Trennung sanken große Bereiche von Mittel- und Westeuropa ab, wodurch sich ein flaches, brackiges Nebenmeer bildete. Diese Gewässer bestanden aus mehreren Inseln, dem europäischen Archipel. Das Klima war subtropisch und durch Sommermonsune sowie trockene Winter geprägt. Da der Sauerstoffgehalt im Meer stark schwankte, zersetzte sich totes Gewebe nur sehr langsam. Die angeschwemmten Tone und Kalke überdeckten das tote Gewebe jedoch sehr bald, sodass sich die Überreste hervorragend fossil erhalten konnten. Neben Fischsauriern findet man auch sehr gut erhaltene Überreste von Seelilien, Ammoniten und Fischen.
Das eindrucksvolle und detaillierte Replikat eines Stenopterygius quadricissus ziert derzeit mein Wohnzimmer und zieht regelmäßig die Aufmerksamkeit meiner Besucher auf sich. Ich kaufte es im Spätsommer 2013 beim Rheinischen Mineralien-Kontor KRANTZ für 440 Euro. Bei diesem Händler gibt es übrigens noch weitere Abgüsse von berühmten Fossilien in sehr hoher Qualität. Auch auf dem Titelbild dieser Seite ist ein Stenopterygius-Schädel abgebildet. Dieser Abguss auf einem echten Stück Schiefer wurde Mitte Januar 2014 für nur 15 Euro von Vielfossil im Internet erworben.
Mesosaurier waren aquatisch lebende Reptilien, die in der Zeit des frühen Perms vor 290 bis 279 Millionen Jahren in Seen- und Binnenmeeren im heutigen südlichen Afrika und im östlichen Teil Südamerikas lebten. Für Alfred Wegener, den Begründer der Plattentektonik, waren die Fossilienfunde ein Hinweis darauf, dass beide Kontinente vor rund 300 Millionen Jahren im Urkontinent Gondwana verbunden waren. Nach heutigem Kenntnisstand sind Mesosauria die ersten Landwirbeltiere, die zu einer rein aquatischen Lebensweise zurückgekehrt sind. Der Begriff für die Art wurde aus dem Altgriechischen entlehnt und bedeutet übersetzt „mittlere Echse”. Der französische Naturforscher Paul Gervais konnte im 19. Jahrhundert nachweisen, dass das Skelett Merkmale von heute lebenden Reptilien und ausgestorbenen Arten aufwies, weshalb die Gattung eine Art Zwischenstellung einnimmt. Der Holotyp von Mesosaurus wurde allerdings schon in den 1840er Jahren in der Nordkap-Provinz Südafrikas gefunden und diente Einheimischen als Deckel für einen Kochtopf.
Mesosaurier waren relativ kleine und schlanke Reptilien, die eine Länge von bis zu einem Meter erreichten. Sie besaßen schmale, verlängerte Kiefer mit zahlreichen nadelförmigen Zähnen, die schräg im Kiefer standen. Ihr Hals war verlängert und besaß zwölf Wirbel. Der Schwanz war zum Schwimmen abgeplattet und die Gliedmaßen, die über leicht reduzierte Knochen verfügten, waren paddelartig ausgebildet. Die Knochen waren relativ dick und schwer, sodass das Tier im Wasser einen besseren Auftrieb besaß. Aufgrund ihres Körperbaus nimmt man an, dass sie geschickte Jäger waren, die ihre Beute im Wasser jagten. Auf ihrem Speiseplan standen krillähnliche Krebstiere und kleinere Fische. Wahrscheinlich legten Mesosaurier ihre Eier an Land ab und betrieben Brutpflege. Einige Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass sie lebendgebärend waren, da die gefundenen Embryos der Art bereits weiterentwickelt waren. Die genaue Einordnung ist auch heute noch umstritten. Zunächst wurden Mesosaurier entweder als Diapside und Verwandte der Dinosaurier und der heute meist lebenden Reptilien oder als Synapside und entferntere Verwandte der Säugetiere betrachtet.
Ein Streitpunkt ist die Frage, ob der Schädel ein Schläfenfenster aufweist. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass der Mesosaurus mit den heute ausgestorbenen bzw. lebenden aquatischen Reptilien, wie zum Beispiel den Krokodilen, verwandt ist. Die Fossilien des Mesosaurus kommen teilweise massenhaft in den unterpermischen Schichten der Whitehill-Formation in Südafrika sowie in Brasilien und Uruguay in der Irati- bzw. Mangrullo-Formation vor. Meist werden ganze oder unvollständig flachgedrückte Skelette gefunden. Bei den Ton- und Kalksteinen dieser Formationen handelt es sich um Ablagerungen flacher und tiefer Gewässer eines ausgedehnten Seesmeeres. Das oben abgebildete Replikat des Mesosaurus brasiliensis hängt derzeit in meinem Korridor und begrüßt Gäste, die mich besuchen. Ich habe es im Sommer 2013 bei eBay ersteigert.
Trilobiten sind eine Klasse ausgestorbener Gliederfüßer (Arthropoden), die vom unteren Kambrium vor 521 Millionen Jahren bis zum Ende des Perms vor 251 Millionen Jahren weltweit in den Meeren des Erdaltertums lebten. Sie starben zum Ende des Perms in der Zeit des größten Massensterbens der Erdgeschichte aus. Aufgrund ihres calcitischen Exoskeletts sind sie weltweit in großer Zahl als Fossilien erhalten geblieben und zählen zu den wichtigsten Leitfossilien des Paläozoikums. Die Klasse der Trilobita umfasste 150 Familien mit über 5.000 Gattungen und mehr als 15.000 Arten. Hydrocephalus bedeutet übersetzt „Wasserkopf”. Hydrocephalus ist eine ausgestorbene Gattung von Redlichiiden-Trilobiten, die im mittleren Kambrium Eurasiens und Nordamerikas vor 508 bis 497 Millionen Jahren sehr verbreitet war. Sie lebten auf dem Meeresgrund oder gruben sich im Schlamm ein. Man vermutet, dass sie keine guten Schwimmer waren. Im Prager Becken Tschechiens werden viele Trilobiten dieser Gattung auch heute noch zahlreich gefunden.
Hydrocephalus konnte eine Länge von bis zu 20 cm erreichen. Er ist anatomisch etwas breiter gebaut als andere Trilobiten seiner Zeit. Im Vergleich zu anderen Arten dieser Familie wirkt die Glabella geschwollen, daher auch der Name. Leider fehlen bei den meisten Belegexemplaren die Freiwangen. Das Vorhandensein der Freiwangen am Cephalon ist daher eine Ausnahme. Hydrocephalus ähnelt stark Paradoxides, die oft zusammen in derselben Schichtfolge angetroffen werden. Unser Trilobit besitzt dagegen einen breiteren Körper mit 17 bis 18 Segmenten. Die birnenförmige Glabella hat vier Paar Glabellarfurchen. Das Hypostoma ist mit dem Rostrum verschmolzen. Das Pygidium ist kurz.
Das Replik habe ich Anfang 2016 im britischen Onlineshop (GeoED.co.uk) gekauft. Dort werden recht preiswerte Repliken (oft deren Holotypen) aus verschiedenen Zeitaltern angeboten. Echte Fossilien der Art Hydrocephalus minor werden ab und zu von tschechischen Fossilienhändlern auf eBay angeboten. Je nach Zustand und Größe liegen die Preise zwischen 30 und 200 Euro.
Dickinsonia ist eine Gattung ausgestorbener Lebewesen aus dem späten Ediacarium vor mehr als 555 Millionen Jahren. Wie die meisten Gattungen aus dieser Zeit sind sie nur schwer mit heutigen Lebewesen zu vergleichen, da eine systematische Einordnung dieser Metazoen ins Tierreich aufgrund ihrer einzigartigen äußeren Merkmale meist nicht gelingt. Dickinsonia wurde bereits als Qualle, Koralle, polychaeterer Wurm, Strudelwurm, xenophyophorer Protist, Seeanemone, Flechte oder enger Vorfahr der Chordaten interpretiert. Auch eine Einordnung ins Reich der Pilze sowie zu den sogenannten Vendobionten, einem ausgestorbenen Tierreich, und somit zu den Protozoen, wird diskutiert. Ein Hinweis für diese Einordnung ist die große Ähnlichkeit im Aufbau der Dickinsoniamorpha mit Charnia und anderen Rangeamorpha, die meist zum Ende des Ediacariums wieder von der Bildfläche des Lebens verschwanden.
Der deutsche Paläontologe Adolf Seilacher ging davon aus, dass Dickinsonia ein besonders einfach aufgebautes Lebewesen war, das eher einem großen Einzeller glich. Er beschrieb das Tier als eine Art mit Flüssigkeit gefüllte „abgesteppte Luftmatratze”. Andere Wissenschaftler nehmen hingegen an, dass es sich um deutlich komplexer aufgebaute Lebewesen handelt, wobei die Zentralfurche als eine Art Darm und die einzelnen Segmente als Muskelfasern interpretiert werden. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Arten von Dickinsonia beschrieben. Diese Tiere erreichten Größen zwischen 4 mm und 1,4 m. Im Gegenzug belief sich ihre Dicke auf nur wenige Millimeter.
Charakteristisch für sie ist ihr Relief, das von einer zentralen Furche ausgeht und bei dem weitere, zum breiteren Ende hin geneigte, rippenartige Segmente abgehen. Die verschiedenen Dickinsonia-Arten unterscheiden sich vor allem in ihrer Körperform und Größe. Allen Arten gemein ist die Bilateral- bzw. Gleitspiegelsymmetrie ihres Körpers. Über die Lebensweise von Dickinsonia ist nur wenig bekannt. Fossile Abdrücke dieser Lebewesen werden in der Regel als symmetrisch segmentierte, runde oder ovale Negativabdrücke an der Basis von Sandsteinschichten gefunden. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sich das Lebewesen von Mikrobenmatten auf dem Meeresboden ernährte und dabei einen Mechanismus nutzte, der heute noch von den Placozoa verwendet wird.
Aufgrund der Fossilienfunde gibt es keinen Hinweis auf eine aktive Fortbewegung. Wahrscheinlich bewegten sich die Tiere mithilfe der Meeresströmung fort und konnten sich auch direkt auf dem Meeresboden verankern. Der Paläontologe Greg Retallack hat sogar die Hypothese aufgestellt, dass einige Ediacara-Fossilien, wie Dickinsonia, Flechten waren und auf dem Land gelebt haben könnten. Der Geologe Reginald Claude Sprigg, der die Ediacara-Fauna entdeckte, fand Dickinsonia in den Ediacara-Hügeln Südaustraliens und beschrieb das Lebewesen im Jahr 1947. Er benannte es nach Ben Dickinson, dem damaligen Direktor der Minen Südaustraliens. Heute werden viele Exemplare von Dickinsonia in der Gegend des Weißen Meeres in Russland und der Ukraine gefunden.
Das obere Replikat von Dickinsonia costata kaufte ich im Spätsommer 2014 für weniger als 10 Euro bei einem britischen Fossilienhändler auf eBay. Die nachfolgenden Repliken von Dickinsonia stammen von einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk), der recht preiswerte Repliken (oft deren Holotypen) aus verschiedenen Zeitaltern anbietet. Echte Fossilien dieser Gattung werden ab und zu bei eBay für 100 Euro und mehr angeboten.
Cyclomedusa ist wahrscheinlich das häufigste Fossil, das weltweit in Schichten aus dem späten Präkambrium gefunden wird. Früher wurden sie als ausgestorbene, planktonische Schirmqualle ungewisser systematischer Stellung aus den Schichten des Ediacariums angesehen. Sie besitzen zumeist einen kreisförmigen Schirm ohne Einbuchtungen und Tentakeln, der konzentrische Gruben und Rippen sowie feine radiale Streifen aufweist. In der Mitte befindet sich in der Regel eine kreisförmige Erhebung, die von bis zu fünf konzentrischen Wuchskammern umgeben ist. Da diese Fossilien von Sand bedeckt wurden, wurde vermutet, dass es sich bei Cyclomedusa eventuell um benthisch lebende, seeanemonenähnliche Organismen handeln könnte, die am Meeresboden verankert waren. Denn bei einigen Exemplaren konnten Bewegungsspuren im Sediment nachgewiesen werden. Auch Mikrobenkolonien und Pseudofossilien (Gasblasen) wurden diskutiert. Nach neueren Erkenntnissen handelt es sich bei der Gattung wahrscheinlich zum größten Teil um den Verankerungsmechanismus verschiedener wedelartiger Organismen, wie beispielsweise Charnia oder Charniodiskus.
Sie ragten im Meerwasser auf und brachen vor der Einbettung ihrer Haftscheibe ins Sediment ab. Die zentrale Erhebung des Fossils sind somit Stilreste des Organismus. Neben diversen Formentaxa, wie beispielsweise Aspidella, sind von Cyclomedusa vier Arten bekannt: C. plana, C. radiata, C. gigantea und C. davidi, die Größen von wenigen Millimetern bis zu einem Meter erreichen können. Sie kommen weltweit in den jungpräkambrischen Schichten Südaustraliens, des Weißen Meeres in Russland sowie Englands, Norwegens, Russlands, Kanadas, Mexikos und Chinas vor. Cyclomedusa bzw. Aspidella finden sich überwiegend in Schichten, die auf ein Alter von 610 bis 555 Millionen Jahre datiert werden. Die Exemplare aus der Mistaken-Point-Formation in Neufundland sind 565 (± 3) Millionen Jahre alt. Einige umstrittene Funde wurden aber auch in Kasachstan gemacht. Mit einem Alter von 770 Millionen Jahren sind diese noch deutlich älter und stammen aus dem Rodinium. Am häufigsten treten diese Fossilien in Sedimenten des Tiefwasserbereichs massenhaft mit mehreren tausend Exemplaren auf. Es wurden aber auch Exemplare gefunden, die in Gemeinschaften oberhalb der Sturmbasis angesiedelt waren. Das Replik, das mir hier vorliegt, kaufte ich Anfang 2016 in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk).
Ediacaria ist eine Gattung aus dem Zeitalter des Ediacariums, das vor 635 bis 541 Millionen Jahren stattfand. Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten des Ediacariums, die zu Beginn des Kambriums vollständig verschwanden, wurden Ediacaria-Fossilien bis ins obere Kambrium hinein überliefert. Die Fossilien bestehen zumeist aus konzentrischen Kreisen, radialen Linien zwischen den Kreisen und einer zentralen Kuppel mit einem Durchmesser von typischerweise 1 bis 70 cm. Die frühesten Formen stammen sogar noch aus dem Cryogenium vor 650 Millionen Jahren und damit aus der Zeit der globalen Vereisung der Erde. Ediacaria wurde 1947 von dem australischen Geologen und Paläontologen Reginald Sprigg erstmals beschrieben. Er erforschte die Ediacara Hills in Südaustralien und entdeckte dort zahlreiche Makrofossilien aus dem späten Präkambrium. Diese stammen aus einer Zeit vor der sogenannten kambrischen Explosion vor 541 Millionen Jahren.
Es sind zwei Arten von Ediacaria bekannt. E. flindersi wurde von Sprigg beschrieben und stammt aus dem Pound-Quarzit der Ediacara-Hills. E. booleyi wurde 1995 entdeckt und in einer spätkambrischen Lagerstätte in Booley Bay in Irland gefunden. Ein mögliches Synonym für Ediacaria ist Aspidella terranovica, das bereits 1872 von Elkanah Billings beschrieben wurde. Ein weiteres Synonym für die Gattung ist Cyclomedusa. Ediacaria wurde häufig als Qualle interpretiert und der Klasse der Scyphozoa zugeordnet. Andere Paläontologen interpretierten die Gattung hingegen als mikrobielle Kolonie. Heute geht man jedoch davon aus, dass es sich bei Ediacaria um Abdrücke von Haftscheiben stationärer Organismen handelt, die am Meeresboden verankert waren, während sich ihr Hauptkörper ins offene Wasser erstreckte - ähnlich wie bei den heutigen Seeanemonen oder Seefedern. Das Replik kaufte ich Anfang 2016 zusammen mit anderen Repliken in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk).
Mawsonites spriggi wurde nach den Geologen und Paläontologen Douglas Mawson und Reginald Sprigg benannt. Es stammt aus den Ediacara Hills der Flinderskette in Südaustralien. Die Fossilien bestehen zumeist aus einer abgerundeten, zusammengedrückten und normalerweise kuppelförmigen Diamantenform, die sich aus überlappenden Falten zusammensetzt und von einem glattwandigen, konischen zentralen Teil ausgeht. Von diesem zentralen Kreis laufen zum Teil abgeschnittene und gebogene Strahlen zum äußeren Rand hin ab. Es ist umstritten, ob Mawsonites ein biologisches Fossil aus dem Ediacarium ist.
Oft wurde vermutet, dass es sich dabei um einen Schlammvulkan oder eine andere Sedimentstruktur handeln könnte. Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Strukturen zu komplex sind, um eine nicht biologische, natürliche Entstehung zu erklären. Aus diesem Grund wurde auch der Abdruck einer primitiven Qualle in Betracht gezogen, was allerdings als sehr unwahrscheinlich angesehen wird. Es könnte sich auch um die Haftscheibe eines wedelartigen Organismus, eine mikrobielle Kolonie oder den mit Sediment aufgefüllten Grabgang eines unbekannten Organismus handeln. Ebenso ist es möglich, dass die Strukturen von wirbellosen Tieren stammen. In diesem Fall wäre Mawsonites spriggeri ein typisches Spurenfossil. Das Replik kaufte ich Anfang 2016 zusammen mit anderen Repliken in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk).
Parvancorina minchami ist eine Gattung schildförmiger, bilateral symmetrischer Tiere, die vor 558 bis 555 Millionen Jahren im Ediacarium lebte. Ihre Fossilien wurden erstmals in den Ediacara-Hügeln des Rawnsley-Quarzits der Flinders-Ranges in Südaustralien gefunden. Ein weiterer Fundort dieser Fossilien ist das Ufer des Weißen Meeres in der Region Archangelsk in Russland. Die Tiere besaßen einen erhöhten, reliefartigen Kamm entlang ihrer Symmetrieachse. Am Kopfende befanden sich zwei viertelkreisförmige Bögen. Ihre äußere Form ist blatt- bis tropfenförmig, sie sind 1 cm breit und lang. Allerdings wurden auch Fossilien mit einer Länge von 2 cm gefunden. Die phylogene Zuordnung dieser Tiere ist umstritten. Meist werden sie mit frühen, trilobitenähnlichen Arthropoden aus dem frühen Kambrium des Burgess Shale und aus Chengjiang verglichen. Da sie wahrscheinlich sessil am Meeresgrund lebten, ist ihre Zugehörigkeit zu den Arthropoden unwahrscheinlich.
Parvancorina ist wahrscheinlich auch mit den Mollusken verwandt, da die Ähnlichkeiten zu Kimberella - einem weiteren Tier der Ediacara-Fauna - nicht von der Hand zu weisen sind. Jüngste Analysen haben einen Zusammenhang zwischen der Körperform und der Strömung am Meeresboden hergestellt. Parvancorina richtete sich wahrscheinlich nach der Meeresströmung aus. Diese Studie legt nahe, dass es sich bei dem Lebewesen um einen komplexen Organismus handelte und sein Wachstum stark mit der umgebenden benthischen Umwelt zusammenhing. Das Replik habe ich Anfang 2016 zusammen mit anderen Repliken in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk) gekauft.
Die Gattung Sprigginia floundersi wurde nach dem australischen Geologen Reginald Sprigg benannt. Dieser wurde 1946 von der australischen Regierung in die Ediacara-Hügel der Flinders Ranges in Südaustralien entsandt, um die stillgelegten Minen zu untersuchen. Dort fand er fossile Abdrücke sehr alter Lebewesen aus dem Präkambrium, die sogenannte Ediacara-Fauna. Sprigginia ist eine Gattung bilateraler Tiere, die vor mehr als 550 Millionen Jahren im Ediacarium lebte. Sie gilt als möglicher Vorfahre der Trilobiten. Eine Zuordnung zu den Ringelwürmern oder zu den ausgestorbenen Vertretern der Vendobionten, die zu Beginn des Kambriums vollständig von der Erde verschwunden sind, ohne Nachfahren zu hinterlassen, wird ebenfalls diskutiert. Die meisten Paläontologen ordnen Sprigginia der Stammgruppe der Gliederfüßer (Arthropoden) zu. Allerdings fehlen bekannte Merkmale wie segmentierte Beine oder Gliedmaßen. Aus diesem Grund wird die Gattung auch als rangemorphähnlicher Wedel interpretiert und als Variante von Charniodiscus angesehen.
Die 3 bis 5 cm langen Fossilien von Sprigginia zeigen einen segmentierten Körper mit 20 bis 40 Segmenten. Die vorderen, hufeisenförmigen Segmente werden als Kopf interpretiert. Die anderen, zum Teil gekrümmten Segmente werden als Gliederpaare betrachtet, die von überlappenden Nagelhautplatten überdeckt werden. Beine sind nicht überliefert. Am Kopf befinden sich Vertiefungen, die als Augen gedeutet werden. Auch eine Art Mund sowie Antennen sind vorhanden. Der Körper war zwar fest, aber er kalzifizierte nicht. Aus diesem Grund sind Abdrücke dieser Lebewesen nur in Sandsteinbetten vorhanden. Sprigginia lebte wahrscheinlich räuberisch und ist ein gutes Beispiel für konvergente Evolution – sofern sie nicht mit den Trilobiten verwandt ist. Sprigginia floundersi ist das offizielle fossile Wahrzeichen Südaustraliens, da die Gattung nur dort im Ediacarium gefunden wurde. Das Replik, das ich besitze, kaufte ich Anfang 2016 in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk), der zahlreiche hochwertige und zum Teil recht preiswerte Repliken von berühmten Fossilien anbietet.
Tribrachidium war ein Vertreter des ausgestorbenen Stammes der Trilobozoa und lebte vor 558 bis 555 Millionen Jahren am Ende des Ediacariums. Das Fossil weist eine dreifach radial symmetrische Form auf und wurde in Gesteinsschichten des Ediacariums in Südaustralien, Russland und der Ukraine gefunden. Die Bezeichnung „Tribrachidium” bedeutet „kleiner Dreiarmer”. Es wurde erstmals in den Ediacara-Hügeln der Flinderskette in Südaustralien entdeckt und 1966 von dem australischen Geologen und Paläontologen Martin Glaessner beschrieben. Tribrachidium ist aufgrund seines weichen Körpers zumeist als Negativabdruck auf der Unterseite von Sandsteinbetten erhalten, seltener als Positivabdruck.
Das nahezu kreisförmige Fossil besitzt einen Durchmesser von 3 bis 50 mm und eine dreilappige Gestalt. Seine spiralförmigen Arme sind um 90° im Uhrzeigersinn zurückgedreht und miteinander verhaket. Diese stellen vermutlich Hohlräume im Körperinneren des Tieres dar. Die Ränder können gerade oder kleeblattartig sein. Auf der Oberfläche des Tieres sind zahlreiche Radialfurchen vorhanden. Eine kleine, Y-förmige Rille in der Mitte stellt vermutlich den Mund des Lebewesens dar. An der Außenseite der Arme und an den Spitzen befinden sich Tentakeln. Aufgrund seiner äußeren Form wurde eine Verwandtschaft mit Stachelhäutern, Schwämmen oder Nesseltieren nahegelegt.
Aufgrund weiterer Funde von verwandten Arten, wie Albumares aus der Region des Weißen Meeres in Russland, die deutlich besser erhalten sind, wurde jedoch ein neues Taxon der Trilobozoa innerhalb des Stamms der Coelenterata eingeführt. Dieses weist Ähnlichkeiten mit den Hohltieren auf. Mittlerweile gelten die Trilobozoa aber als eigener, ausgestorbener Stamm. Die Fortbewegungsart des benthisch lebenden Tieres ist unbekannt. Tribachidium lagerte sich an die mikrobiellen Matten seines Lebensraums an und wurde isoliert oder in Gruppen gefunden. Das Replik habe ich Anfang 2016 zusammen mit anderen Repliken in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk) gekauft.
Früher wurde Pseudovendia charnwoodensis den Vendiamorpha aus dem Stamm der Proarticulata zugerechnet. Diese lebten im Ediacarium vor 558 Millionen Jahren. Die Vendia waren vermutlich benthisch lebende, bilateral symmetrische Tiere, deren Körper vollständig in sogenannte Isomere untergliedert war, die entlang der Körperachse in zwei gegeneinander versetzten Reihen angeordnet waren. Pseudovendia ähnelt in gewisser Weise Vendia sokolovi und wurde ursprünglich als Arthropode gedeutet. Aufgrund ihrer äußeren Form mit einem runden Abschluss an einem Ende, drei Paaren von Vorsprüngen auf jeder Seite und einem zackigen Abschluss am anderen Ende kann die Form auch als Thorax und Schwanz eines frühen Arthropoden gedeutet werden. Später wurde die Art den Proarticulata zugeordnet und schließlich als frondomorpher Organismus aus der Gruppe der Rangeomorpha angesehen.
Neuere Untersuchungen legen die Vermutung nahe, dass es sich bei Pseudovendia um ein jüngeres Exemplar der Gattung Charnia handeln könnte. Charnia ist ein am Meeresboden verankerter Wedel, der seine Nahrung durch Osmose direkt aus dem Meerwasser aufnahm. Andere Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass es sich bei dem eher schlecht erhaltenen Holotyp um ein Pseudofossil handeln könnte. Pseudovendia charnwoodensis wurde im Charnwood Forest bei Leicester gefunden. Diese Fundstätte ist berühmt für ihre Makrofossilien aus dem Präkambrium. Das Replik kaufte ich Anfang 2016 zusammen mit anderen Repliken in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk).
Im Charnwood Forest in Leicester (England) wurde zunächst nur eine rundliche Platte von Charniodiscus gefunden, die aus einem doppelten konzentrischen Kreis bestand. Später wurde ein weiteres Fossil entdeckt. Man stellte fest, dass die rundliche Struktur ursprünglich ein runder, bauchiger Haltekörper war. An diesem waren Wedel und ein flexibler Stil angeschlossen, der den heutigen Seefedern ähnelt. Diese waren im sandigen Sediment verankert. Die Wedel waren segmentiert und spitz zulaufend. Dieser gehörte jedoch zum eng verwandten Taxon Charnia masoni, das sich im Verzweigungsmuster der Wedel unterscheidet. Es gab zwei Wuchsformen: eine mit kurzem Stil und breitem Wedel sowie eine mit langem Stil und kleineren Wedel. Letztere erhoben sich 50 cm über der Verankerungsscheibe. Somit können Charniodiscus-Fossilien als eigene Gattung angesehen werden. Die Wedel ernährten sich von organischen Partikeln, die sie direkt aus dem Meerwasser filterten.
Exemplare von Charniodiscus wurden weltweit vor allem im Charnwood Forest in England, in den Ediacara-Hügeln in Südaustralien, an der russischen Weißmeerküste, in Mistaken Point in Neufundland sowie in den Wernecke Mountains in Kanada gefunden. Sie stammen aus der Zeit vor etwa 575 bis 555 Millionen Jahren. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich vor allem durch die Anzahl ihrer Segmente, das Vorhandensein oder Fehlen distaler Stacheln sowie ihre Formverhältnisse. Studien an Charniodiscus in Verbindung mit sedimentologischen Untersuchungen in der Mistaken-Point-Formation zeigen, dass die Gattung im Tiefwasserbereich unterhalb der Sturmwellenbasis angesiedelt war. Das vorliegende Replik habe ich Anfang 2016 in einem britischen Onlineshop (GeoED.co.uk) gekauft.
Charnia ist eine Gattung ausgestorbener Lebewesen aus dem Neoproterozoikum, genauer gesagt aus dem Ediacarium. Sie gehört zu den frühesten Vertretern der sogenannten Ediacara-Fauna, die nach den Ediacara-Hügeln in Südaustralien benannt wurde. Die Gattung zählt zu den ältesten Makrofossilien überhaupt. Es ist das erste Fossil, das in zweifelsfrei präkambrischen Gesteinen gefunden wurde. Zuvor ging man davon aus, dass es vor dem Kambrium keine Lebewesen gab, die aufgrund ihres nicht vorhandenen festen Exoskeletts hätten fossilisieren können. Die systematische Einordnung von Charnia wird jedoch nach wie vor kontrovers diskutiert, da zwar Ähnlichkeiten mit rezenten Seefedern bestehen, eine direkte Verwandtschaft zu dieser Ordnung jedoch vermutlich nicht gegeben ist. Eine alternative Hypothese besagt, dass Charnia zum ausgestorbenen Stamm der Vendobionten gehört, die als gigantische einzellige Organismen interpretiert werden.
Das erste Exemplar von Charnia wurde 1956 im Charnwood Forest in Leicestershire (England) von der damals 15-jährigen Schülerin Tina Negus
gefunden. Allerdings erfuhr diese Entdeckung zunächst keinerlei Beachtung. Als eigentlicher Entdecker gilt deshalb der 16-jährige Schüler Roger
Mason, der nur ein Jahr später die Überreste dieses Lebewesens beim Bergsteigen im Charnwood Forest fand. Charnia, das früher von der
Wissenschaft als eine Art Algengattung interpretiert wurde, war vermutlich ein Tier ohne innere Verdauungsorgane. Es war fest im Meeresboden
verankert und filterte die Nährstoffe direkt aus dem Meerwasser. Besonders auffällig ist der fraktale Aufbau des Tieres in Form von
Zickzack-Segmenten, die von einer zentralen Achse ausgehen. Charnia ist das einzige Fossil aus dem Ediacarium, das an den unterschiedlichsten Orten
der Welt in präkambrischem Gestein gefunden wurde. Bisher sind drei Arten bekannt, die zur Gattung Charnia gehören: Charnia masoni, Charnia wardi
und Charnia antecedens.
Das Ediacarium ist die jüngste Periode des Proterozoikums. Es begann vor
635 Millionen Jahren mit dem Ende des
Cryogeniums und endete vor ca. 541 Millionen Jahren mit dem Beginn des Kambriums. Es ist vor allem durch die Fossilien der Ediacara-Fauna aus den
Ediacara-Hügeln in den Flinders Ranges des Bundesstaates South Australia bekannt. Der Geologe Reginald Claude Sprigg entdeckte dort im Jahr 1946
Abdrücke von Weichtierorganismen, die sich vor allem auf der Unterseite von Quarzit- und Sandsteinplatten erhalten hatten. Weitere Fundstätten
befinden sich in England, Namibia, in der Region des Weißen Meeres in Russland, in der Ukraine, in Neufundland, im kanadischen
Nordwest-Territorium, im Südwesten Nordamerikas und in China. Die Ediacara-Fauna erschien kurz nach dem Ende der globalen Vereisungen der Erde
(„Schneeball-Erde-Hypothese”). Mit der Erwärmung ging auch ein erhöhter Sauerstoffgehalt der Atmosphäre einher, der die Entwicklung höherer
Lebewesen förderte. Die Ediacara-Fauna repräsentierte vermutlich die ersten Gewebetiere (Eumetazoa) und besaß zunächst weder mineralisierte
Hartteile noch einen Verdauungstrakt. Sie ernährten sich vermutlich durch osmotische Diffusion oder durch Bakterien, mit denen sie in Symbiose
lebten.
Das oben rechts abgebildete Charnia-Replikat habe ich im Januar 2014 online im Prehistoric Planet Store für 27 $ gekauft. Dort werden weitere interessante Repliken aus allen Erdzeitaltern sowie echte Fossilien angeboten. Die beiden anderen Stücke (Charnia als Positiv- und Negativabdruck) erwarb ich Anfang 2016 von dem britischen Onlineshop GeoED.co.uk. Dies ist ein britischer Onlineshop, der über 2.000 Repliken (oft Holotypen bekannter Fossilien) zu einem vergleichsweise günstigen Preis anbietet. Eine weitere gute Quelle für Repliken und vor allem geologische Ausrüstungen ist das Rheinische Mineralien-Kontor von Dr. F. Krantz. Exklusiv gibt es dort eine Sammlung von Repliken aus dem Ediacarium. Im Set für 285 Euro werden Abgüsse der berühmtesten präkambrischen Fossilien aus Südaustralien angeboten, darunter Charnia masoni, Dickinsonia costata, Tribrachidium heraldicum, Mawsonites spriggi, Spriggina floundersi und Cyclomedusa. Der italienische Onlineshop Scientificmodels bietet detaillierte Modelle der Ediacara-Fauna an, darunter auch Charnia masoni in drei verschiedenen Größen und Preisklassen.