Objekt des Monats - September 2011

NGC 7009 - Der Saturnnebel im Wassermann



N7009

Der Saturnnebel im Sternbild Wassermann © STScI Digitized Sky Survey (DSS)
Inset: Aufnahme von Carsten Dosche während des 11. HTT im September 2010



NGC 7009 im Sternbild Wassermann gehört zu den hellsten Planetarischen Nebeln am Himmel und ist aufgrund seines Erscheinungsbildes, das an den Planeten Saturn erinnert, auch als Saturnnebel bekannt. Entdeckt wurde das Objekt am 7. September 1782 von Wilhelm Herschel. Seinen Eigennamen erhielt der Nebel schließlich 1840 von Lord Rosse.

Der Saturnnebel ist rund 2.400 Lichtjahre entfernt, besitzt einen scheinbaren Durchmesser von 0,5 x 0,4 Bogenminuten und eine Helligkeit von 8,3 mag. Der mit einer Temperatur von 55.000 K sehr heiße Zentralstern, hat eine scheinbare Helligkeit von 11,5 mag. Es ist ein Weißer Zwerg, der mit seiner UV-Strahlung den Nebel zum Leuchten anregt. Besonders auf länger belichteten Fotos erkennt man seitlich aus dem Nebel heraustretenden Jets, die den Nebel seinen Namen gaben. Diese erinnern entfernt an ein unscharfes Abbild des Saturnrings. Am Ende der Jets schließen sich kleinere, annähernd punktförmige Fortsätze an, die ungefähr 50 Bogensekunden voneinander entfernt stehen. Dabei handelt es sich um Gaswolken, die kinematisch jünger sind und deutlich schneller expandieren als der Rest der Nebelhülle. Auch sonst ist die Hülle in der Struktur äußerst komplex. Neben den beiden Jets, besitzt NGC 7009 einen 100 Bogensekunden großen äußeren Halo, mehrere Schalen sowie zahlreiche kleinere Filamente und Knoten.

Der Saturnnebel ist bereits mit einem 10x50 Fernglas als blaugrüner Stern im Feld und ab 2 Zoll Öffnung und mittlerer Vergrößerung als ovales Scheibchen zu erkennen. Mit 4 Zoll Öffnung ist immer noch eine kleine grünlich leuchtenden ovale Nebelhülle sichtbar, die keine Einzelheiten zeigt. Mit einem noch größeren Teleskop zwischen 6 und 10 Zoll Öffnung ist NGC 7009 ein sehr auffälliges Objekt. Strukturen, und vor allem die beiden Jets, sind aber nur äußerst schwer auszumachen und nur unter den besten Bedingungen zu erkennen. Besonders bei ruhiger Luft empfiehlt es sich, die Vergrößerung bis zur vollen Millimeterzahl der Teleskopöffnung zu steigern. Ab 12 Zoll Öffnung erscheint der Nebel leicht türkisfarbend. Bei sehr hoher Vergrößerung und gutem Seeing ist dann eventuell auch schon der bläulichweiße Zentralstern erkennbar.

Um NGC 7009 aufzufinden, geht man vom 2,9 mag hellen Stern Beta Aquarii aus. Nun schwenkt man das Teleskop in Richtung Südwesten, in Richtung auf das Sternbild Steinbock zu, bis man den 4,5 mag hellen Stern Ny Aquarii erreicht und ihn anschließend im Sucher zentriert. Danach schwenkt man weitere 1,3 Grad nach Westen, bis ein annähernd unscharfes Sternchen 8. Größenklasse im Sucherfeld auftaucht.

Am besten beobachtet man den Saturnnebel in der Zeit, wenn das Sternbild Wassermann seinen höchsten Punkt im Süden erreicht. NGC 7009 erreicht Anfang September gegen 23 Uhr Sommerzeit den Meridian und befindet sich dabei zwischen 25° bis 30° hoch über dem Südhorizont.



Map

Aufsuchkarte für NGC 7009 im Wassermann (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (74 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: NGC 7009 / PK 37-34.1 / PN G037.7-34.5 / ARO 16 / VV 259
Eigenname: Saturn Nebula / Saturnnebel
Objekttyp: Planetarischer Nebel (Planetary nebula)
Sternbild: Wassermann (Aquarius, Aqr)
RA (J2000.0): 21h 04m 10.8s
Dec (J2000.0): -11° 21' 47"
B Helligkeit: 8.3
V Helligkeit: 8.0
Flächenhelligkeit: 6.2
Größe: 28.0" x 23.0"
Klassifikation: PN, 4(6)
Helligkeit des Zentralsterns: 11.5
Expansionsgeschwindigkeit (OIII): 21 km/s
Entfernung: 6500 Lj

Beschreibung: !!! vB,S,elliptic
Notizen: H IV 1;Saturn Nebula;H IV 1;bright blue-green disk

Entdecker: HERSCHEL 1782

Millennium Star Atlas: Charts 1335-1336 (Vol III)
Sky Atlas 2000.0: Chart 17
Uranometria 2000: Chart 300, Vol 2
Uranometria 2000 (neu): Chart 123, Vol 1