
Die Galaxie NGC 3184, im nördlichen Sternbild Großer Bär (Ursa Major), wurde am 18. März 1787 von dem deutsch-britischen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel mithilfe seines 18,7-Zoll-Spiegelteleskops entdeckt. Er beschrieb sie als hell, rund und mit einer allmählich heller werdenden Mitte. Das Objekt ist auch unter seinem Eigennamen "Kleine Feuerradgalaxie" (Little Pinwheel Galaxy) bekannt.
NGC 3184 ist eine Galaxie, auf die wir genau von oben blicken (Face-on). Sie hat einen scheinbaren Durchmesser von 7,4 x 6,9 Bogenminuten und eine scheinbare Helligkeit von 9,6 mag. Damit ist die Galaxie bereits in einem kleinen Teleskop erkennbar. Bei NGC 3184 handelt es sich um eine Balkenspiralgalaxie vom Hubble-Typ SABc, die sich schätzungsweise 27,4 Millionen Lichtjahre entfernt befindet. Mit einem Durchmesser von 67.500 Lichtjahren ist sie etwa halb so groß wie unser eigenes Milchstraßensystem. Sie hat einen kleinen, sehr hellen Kern und zwei markante, symmetrische Spiralarme, die durch eine große Anzahl heißer, junger Sterne und OB-Assoziationen deutlich blau gefärbt sind und zahlreiche HII-Regionen enthalten. Die im NGC-Katalog katalogisierten Objekte NGC 3180 und NGC 3181 sind Sternentstehungsgebiete innerhalb des westlichen Spiralarms der Galaxie. Herschel beschrieb diese Objekte als "Sterne". Ferner enthält NGC 3184 eine hohe Konzentration schwerer Elemente. Die blaue Farbe der Spiralarme stammt hauptsächlich von relativ wenigen, aber hellen, jungen blauen Sternen. Diese hellen Sterne, welche die Arme hervorheben, sind in riesigen Dichtewellen entstanden, die das Zentrum umkreisen. Im Laufe der Zeit wurden zudem vier Supernovae in der Galaxie entdeckt: SN 1921B (Typ II, 13,5 mag), SN 1921C (Typ I, 11 mag), SN 1937F (Typ IIP, 13,5 mag) und SN 1999gi (Typ IIP). In der unmittelbaren Umgebung von NGC 3184 sind viele Hintergrundgalaxien erkennbar, darunter der 1,2 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxienhaufen Abell 971. Die hellste von ihnen ist NGC 3179 mit einem Durchmesser von 175.000 Lichtjahren. Sie ist deutlich größer als NGC 3184 und befindet sich in einer Entfernung von mehr als 325 Millionen Lichtjahren. Sie befindet sich nur 19 Bogenminuten südlich von NGC 3184.
Aufgrund ihrer Helligkeit ist NGC 3184 bereits in kleinen Teleskopen mit 3 bis 4-Zoll Öffnung sichtbar. Bei geringer Vergrößerung erscheint sie nur als kreisrunder Lichtfleck in der Nähe von My Ursae Majoris, die von zwei Sternen begrenzt wird. Höhere Vergrößerungen bewirken, dass die Galaxie undeutlicher erscheint. Mit 23-facher Vergrößerung ist vor allem ihr heller Kern auffällig. Durch indirektes Sehen erscheint die Scheibe größer. Bei Öffnungen von 6 bis 8-Zoll erscheint die Galaxienscheibe etwas heller mit einem helleren Zentrum und einem sternartigen Kern. My UMa überstrahlt die Galaxie regelrecht, sodass man eine höhere Vergrößerung benutzen sollte, um den Stern aus dem Gesichtsfeld des Teleskops zu verbannen. Mit höherer Vergrößerung entpuppt sich der sternartige Kern nämlich als Einzelstern der 11. Größenklasse im Vordergrund. Der eigentliche Kern von NGC 3184 erscheint hier deutlich lichtschwächer. Erst in deutlich größeren Teleskopen ist ihre Spiralstruktur andeutungsweise erkennbar.
Die Galaxie ist im Sternbild Ursa Major sehr einfach aufzufinden, denn sie befindet sich nur 45 Bogenminuten westlich des 3,1 mag hellen Sterns Tania Australis (My UMa) nahe der Grenze zum Sternbild Leo Minor.
Die Galaxie ist am besten in den Frühlingsmonaten beobachtbar, wenn das Sternbild Großer Bär bei uns hoch am Himmel steht. Mitte März kulminiert NGC 3184 gegen 23 Uhr in einer Höhe von 79 Grad über dem Horizont.
