
Der offene Sternhaufen NGC 2420 im Sternbild Zwillinge (Gemini) wurde am 19. November 1783 vom deutsch-britischen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel mit seinem 18,7-Zoll-Reflektor entdeckt. Er beschrieb ihn als „schönen Haufen aus vielen hellen und verdichteten kleinen Sternen”. Sein Sohn John schätzte die Anzahl der Mitgliedssterne des Haufens auf 50 bis 100.
NGC 2420 besitzt eine scheinbare Helligkeit von 8,3 mag sowie einen scheinbaren Durchmesser von 10 Bogenminuten. Damit ist der offene Sternhaufen bereits mit einem Feldstecher erkennbar. Seine Trumpler-Klassifizierung wird mit I1r angegeben. Dies weist auf einen losgelösten, reichen Sternhaufen mit einer zentralen Konzentration aus Sternen ähnlicher scheinbarer Helligkeit hin. Mit einem geschätzten Alter von 2 bis 4 Milliarden Jahren ist NGC 2420 einer der ältesten offenen Sternhaufen der Milchstraße. Er steht 8.300 Lichtjahre von der Erde entfernt und man schätzt, dass er 685 Sterne enthält und einen wahren Durchmesser von rund 39 Lichtjahren besitzt. Die Gesamtzahl seiner Mitglieder wird auf etwa 1.000 innerhalb eines Durchmessers von 30 Lichtjahren geschätzt. Es wird angenommen, dass etwa 41 % der Sterne des Sternhaufens Doppelsterne sind.
Der Sternhaufen befindet sich rund 19 Grad oder 3.000 Lichtjahre oberhalb der galaktischen Scheibe und ist etwa 35 Prozent weiter vom galaktischen Zentrum entfernt als die Sonne. Während seines gesamten Umlaufs um das galaktische Zentrum bewegt er sich durch die weniger dichten Außenbereiche der Milchstraße. Aus diesem Grund hat er sich noch nicht aufgelöst und konnte sein hohes Alter erreichen. Normalerweise werden offene Sternhaufen durch die Gezeitenkräfte in der Galaxienscheibe bereits nach viel kürzerer Zeit auseinandergerissen. Auf der Sichtlinie des Haufens befindet sich wenig interstellarer Staub, sodass das Sternenlicht kaum abgeschwächt wird. Zusammen mit Messier 35 gilt er als der schönste Sternhaufen des Sternbilds Zwillinge.
Mit einem 10x50 Feldstecher erscheint NGC 2420 bei dunklem Landhimmel als kleiner, stark verdichteter Nebelfleck zwischen zwei Sternen der 9. Größenklasse. Er ähnelt einem kleinen Kometen. Bei niedriger Vergrößerung und einer Öffnung von 3 bis 4-Zoll lässt sich lediglich ein runder Nebelfleck mit einem etwas helleren Zentrum erkennen. Tatsächlich erscheint er wie ein schweifloser Komet im Okular. Er ist von einem gekrümmten Y aus Sternen der 9. und 10. Größe eingerahmt. Bei einer hohen Vergrößerung von 60-fach sind bereits gut ein Dutzend Einzelsterne der 11. bis 12. Größenklasse indirekt aufgelöst. Der Hintergrund bleibt diffus. Mit einem 5 bis 6-Zoll Teleskop erkennt man 30 bis 40 Einzelsterne bis zur 13. Größenklasse auf einem Gebiet von etwa 6 Bogenminuten Ausdehnung. Die Sterne sind keilförmig und recht konzentriert angeordnet. Das hellste Haufenmitglied steht am westlichen Rand des Sternhaufens. Bei höherer Vergrößerung entpuppt er sich als hübscher Doppelstern. Eine Sternenkette von fünf Bogenminuten Ausdehnung zeigt in Richtung Westen. Bei Öffnungen von 8 bis 10-Zoll und hoher Vergrößerung geht die Dreiecksform des Haufens verloren. Es erscheinen einige wenige Ausläufer mit einem konzentrierten Zentrum. Bei Vergrößerungen um das 160-fache sind im nebligen Hintergrund auch einige Einzelsterne erkennbar. Nur 2 ½ Grad südwestlich des Haufens befindet sich der planetarische Nebel NGC 2392, der auch als Eskimonebel bekannt ist.
Der Sternhaufen steht etwas abseits der winterlichen Milchstraße, nur 6 ½ Grad südöstlich von Pollux (Beta Geminorum, 1,2 mag) und etwas mehr als 3,2 Grad südwestlich von Kappa Geminorum (3,6 mag). Er bildet mit Kappa und Delta Geminorum (3,5 mag) ein rechtwinkliges Dreieck.
NGC 2420 ist am besten in den Wintermonaten zu beobachten, wenn das Sternbild Zwillinge hoch am Himmel steht. Mitte Februar erreicht der Sternhaufen um 22 Uhr mit einer Höhe von 59 Grad über dem Horizont seinen höchsten Punkt im Süden.
