Objekt des Monats - April 2011

Messier 94 in den Jagdhunden



M94

Die Galaxie Messier 94 im Sternbild Jagdhunde
© STScI Digitized Sky Survey (DSS)



Die Spiralgalaxie Messier 94 (NGC 4736) im Sternbild Jagdhunde wurde am 22. März 1781 vom französischen Astronomen Pierre Mechain entdeckt. Charles Messier beschrieb die Galaxie zwei Tage später als diffusen Nebel ohne Sterne mit einem leuchtenden Zentrum, das Ähnlichkeiten mit M 79 im Sternbild Hase aufweist. Messier nahm das Objekt schließlich als Nummer 94 in seinen berühmten Nebelkatalog auf.

Die 8,1 mag helle Spiralgalaxie (Hubble-Typ Sab) steht ungefähr 16 Millionen Lichtjahren von der Erde entfernt und befindet sich als helles Mitglied der Canes-I-Galaxiengruppe - zu der neben M 64 noch acht weitere Galaxien gehören - noch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lokalen Gruppe. Am Himmel besitzt M 94 eine Ausdehnung von 11,2' x 9,1', was einer wahren Größe von ungefähr 51.000 Lichtjahren entspricht. Damit ist sie nur halb so groß wie unser eigenes Milchstraßensystem.
Messier 94 gehört zur Gruppe der LINER Galaxien und besitzt einen aktiven und extrem hellen Kern, der schwach ionisiertes Gas enthält. Das Kerngebiet ist von einer kreisförmigen hellen Scheibe umgeben, die auf Fotos bläulich erscheint und aus jungen, neu entstandenen Sternhaufen besteht. Dieser Ring ist ein Ort hoher Sternentstehung, so dass M 94 auch zu den Starburstgalaxien gezählt wird. Die hohe Sternbildungsrate wird durch Ausstoß heißen Gases aus dem Zentrum der Galaxie hervorgerufen. Die Galaxienscheibe besitzt noch einen deutlich größeren äußeren Ring aus gelblichen Sternen älterer Population. Auf langbelichten Fotos erscheint ein weiterer und deutlich schwächerer Ring, der einen Durchmesser von ungefähr 15 Bogenminuten aufweist.

Schon in einem 7x50 Fernglas ist die flächenhelle Galaxie als 8 mag helles Pünktchen sichtbar. In einem 10x50 Feldstecher besitzt sie deutlich Ähnlichkeiten mit einem Planetarischen Nebel. Im 3 Zoll Refraktor und 50 bis 80facher Vergrößerung erscheint M 94 als runder Nebel mit einem flächigen Zentrum. Mit 5 Zoll Öffnung kann man schon auf 100fach vergrößern. Man erkennt dann einen 30 Bogensekunden großen hellen Kern, der von einer 1 Bogenminuten großen und nahezu kreisrunden Scheibe umgeben ist. Mit 8 Zoll Öffnung sind die Spiralarme schon andeutungsweise als schwacher Ring um das helle Zentrum sichtbar. Der äußere Halo erscheint nun leicht elliptisch und nicht scharf begrenzt. Ab 12 Zoll Öffnung erscheint die Zentralregion scheibenförmig und leicht oval. Der äußere Halo geht dabei diffus in den Hintergrund über.

Die Galaxie liegt südlich des Großen Wagens im Sternbild Jagdhunde. Um Messier 94 aufzusuchen, geht man von den beiden hellen Hauptsternen Alpha und Beta Canum Venaticorum aus. Die Galaxie steht ungefähr 2 Grad nordöstlich der Verbindungslinie der beiden Sterne und ist im Sucherfernrohr schon sehr leicht zu erkennen.

Messier 94 steht in den Frühlingsmonaten hoch an unserem Himmel und kulminiert am 15. April 75 Grad hoch rund eine halbe Stunde nach Mitternacht.



Map

Aufsuchkarte für Messier 94 in den Jagdhunden (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (52 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: M 94 / NGC 4736 / UGC 7996 / PGC 43495 / MCG 7-26-58
Objekttyp: Galaxie (Galaxy)
Sternbild: Jagdhunde (Canes Venatici, CVn)
RA (J2000.0): 12h 50m 53.1s
Dec (J2000.0): +41° 07' 17"
B Helligkeit: 8.9
V Helligkeit: 8.1
Flächenhelligkeit: 13.1
Größe: 14.4'x12.1'
Positionswinkel: 117°
Klassifikation: Sab
Entfernung: 16 Millionen Lj

Beschreibung: vB,L,iR,vsvmbM,BN,r
Notizen: Sb Ring

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