Objekt des Monats - Dezember 2014

Messier 79 im Hasen



M79

Der Kugelsternhaufen Messier 79 im Sternbild Hase
© STScI Digitized Sky Survey (DSS)



Der Kugelsternhaufen Messier 79 (NGC 1904) im Sternbild Hase wurde im am 26. Oktober 1780 von Pierre Méchain entdeckt und wahrscheinlich schon von Hodierna vor dem Jahr 1654 aufgefunden. Charles Messier beschrieb den Kugelhaufen als wunderschönen Nebel ohne Sterne im Hasen mit leuchtendem Zentrum und diffuser Nebulosität. Er beobachtete ihn am 17. Dezember 1780 und nahm ihn anschließend als 79. Objekt in seinen berühmten Nebelkatalog auf. Wilhelm Herschel, der den Sternhaufen am 13. Januar 1806 beobachtete, war wahrscheinlich der erste Beobachter, der den Sternhaufen in Einzelsterne auflösen konnte.

Messier 79 ist einer der wenigen Kugelsternhaufen des winterlichen Nordhimmels und befindet sich nahezu in entgegengesetzter Richtung zum galaktischen Zentrum. Der schöne Kugelsternhaufen ist mit einer Helligkeit von 7,7 mag und mit einem scheinbaren Durchmesser von 9,6 Bogenminuten unter einem dunklen Himmel schon im Fernglas sichtbar. Auf die Entfernung von 45.000 Lichtjahren gerechnet, beträgt sein wahrer Durchmesser rund 118 Lichtjahre.Damit gehört M 79 zu den entfernteren Kugelhaufen des Messier-Katalogs. Der Kugelsternhaufen besitzt eine Masse von 400.000 Sonnenmassen und ein Alter von 11,7 Milliarden Jahren. Die Form von M 79 ist leicht elliptisch und er ist zum Zentrum hin nur mittelmäßig konzentriert. Die hellsten Sterne in M 79 besitzen Helligkeiten von rund 13 mag. Im Laufe der Zeit wurden 12 bis 13 veränderliche Sterne gefunden, von denen 10 Sterne zum Typ RR Lyrae gehören, die wichtige Entfernungsindikatoren sind. Die meisten Sterne in M 79 sind aber rote Riesen. Im Jahr 1992 wurden im ultravioletten Licht auch über 100 blaue Sterne gefunden, so genannte Blue Stragglers (Blaue Nachzügler). Blue Straggler entstehen, wenn zwei masseärmere Sterne miteinander verschmelzen. Des Weiteren wird vermutet, dass M 79 einen Kernkollaps, ähnlich wie die Kugelsternhaufen M 15, M 30 und M 70, erfahren hat.
Aufgrund seiner Position am Himmel und die Entfernung von 60.000 Lichtjahren zum Zentrum unseres Milchstraßensystems wird vermutet, dass der Kugelhaufen, zusammen mit den Kugelsternhaufen NGC 1851, NGC 2298 und NGC 2808, ein Mitglied der erst im Jahr 2003 entdeckten Canis-Major-Zwerggalaxie ist. Diese Zwerggalaxie ist unsere nächste Nachbargalaxie und wird zurzeit von unserer eigenen Galaxis zerrissen und vereinnahmt.

Messier 79 ist schon in jedem Fernglas als diffuser Lichtball erkennbar. Im 2,5 bis 3 Zoll Refraktor und mit rund 40-facher Vergrößerung ähnelt M 79 einem kleinen Kometen mit hellem Kern und diffusen Randbereichen. Der Kugelhaufen befindet sich in der Mitte zweier Sterne 9. Größenklasse, die in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet und jeweils 20 Bogenminuten vom Kugelsternhaufen entfernt sind. Im 4 Zoll Refraktor und mittleren Vergrößerungen wirkt M 79 schon leicht körnig. Außerdem fällt bei dieser Öffnung schon seine leichte elliptische Form auf. Bei höherer Vergrößerung und vor allem mit 6 Zoll Öffnung sind einzelne Sterne in den körnig erscheinenden Randbereichen des Haufens erkennbar. Sein Zentrum wirkt dabei sehr klein, dicht und stark konzentriert. Nördlich und südlich wird der Haufen von zwei Sternen 9. Größenklasse flankiert. Bei 8 bis 10 Öffnung gelingt es, den Sternhaufen bis fast ins Zentrum hinein in Einzelsterne aufzulösen. Der Zentralbereich erscheint stellar. Der Hintergrund des Haufens bleibt aber trotzdem nahezu diffus. Ab 12 Zoll Öffnung ist der Kugelhaufen schließlich fast vollständig in Einzelsterne aufzulösen.

Messier 79 ist relativ einfach aufzufinden. Unterhalb der markanten Figur des Sternbildes Orion befindet sich die relativ auffällige Figur des Hasen. 4 Sterne davon bilden ein etwas verschobenes Rechteck. Wir stellen Beta Lep in die Suchermitte ein, der untere rechte Stern dieses Rechtecks ist. 0,7 Grad südlich dieses Sterns steht ein weiterer Stern 6. Größenklasse. Nun schwenken wir das Teleskop, entlang der Verbindungslinie beider Sterne, ungefähr 4 Grad in Richtung Süden. Im Sucher taucht nun ein markanter Doppelstern der 5. Größenklasse mit der Bezeichnung ADS 3954 auf. M 79 befindet sich rund ein halbes Grad nordöstlich dieses Sterns und sollte schon im Sucher als diffuser runder Fleck zu erkennen sein.

Aufgrund seiner südlichen Deklination, erreicht M 79 in den Wintermonaten nur geringe Höhen über dem Horizont und steht Mitte Dezember gegen Mitternacht nur 13 Grad hoch im Süden.



Map

Aufsuchkarte für Messier 79 im Hasen (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (70 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: M 79 / NGC 1904  / ESO 487-SC7 / GCL 10
Objekttyp: Kugelsternhaufen (Globular Cluster)
Sternbild: Hase (Lepus, Lep)
RA (J2000.0): 05h 24m 10.6s
Dec (J2000.0): -24° 31' 25"
V Helligkeit: 7.7
Flächenhelligkeit: 12.0
Größe: 9.6'
Klassifikation: V
Entfernung: 55.400 Lj

Beschreibung: pL,eRi,eC,rrr
Notizen: Stars vF

Millennium Star Atlas: Charts 349-350 (Vol I)
Sky Atlas 2000.0: Chart 19
Uranometria 2000: Chart 315, Vol 2
Uranometria 2000 (neu): Chart 155, Vol 2