Objekt des Monats - Juli 2009

Messier 13 - Der Herkuleshaufen



M13

Der Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules
© STScI Digitized Sky Survey (DSS)



Messier 13 Der berühmte Kugelsternhaufen im Herkules, Messier 13, wurde 1714 vom englischen Astronomen Edmund Halley entdeckt. Charles Messier katalogisierte ihn im Jahre 1764 und beschrieb ihn als 6 Bogenminuten großen, runden leuchtenden Nebel ohne Sterne mit hellerem Zentrum.

Messier 13 ist sicherlich der bekannteste und beeindruckendste Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels. Er liegt in einer Entfernung von 22.800 Lichtjahren von der Sonne und enthält rund 300.000 bis zu einer Million Sterne. Sein Durchmesser beträgt knapp 160 Lichtjahre. Die Sternendichte im Zentrum beträgt das 500fache der Sonnenumgebung. Im Jahr 1974 wurde mit Hilfe des Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico eine 210 Byte große und binär codierte Botschaft zu M 13 gesendet, die Informationen über die Biologie und Anatomie des Menschen, die menschliche Population und die Herkunft des Signals enthielt. Mit einer möglichen Antwort von Außerirdischen können wir aber erst in 46.000 Jahren rechnen.

Unter einem dunklen Landhimmel ist das Objekt schon mit bloßem Auge als kleiner blasser Nebelfleck sichtbar. Aber auch sonst gilt M 13 als Indikator für eine gute Beobachtungsnacht. Grundsätzlich hängt das Aussehen des Haufens von der Teleskopöffnung ab. Aber auch die Dunkelheit und Transparenz des Himmels ist ausschlaggebend. Mit Hilfe eines Fernglases erkennt man einen runden Lichtball, eingerahmt von zwei gleich hellen Sternen, die zusammen mit dem Kugelsternhaufen ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Mit einem Fernrohr von 2 ½ Zoll Öffnung kann man Messiers Beschreibung gut nachvollziehen. Bei hoher Vergrößerung (80fach) erscheint der Kugelsternhaufen schon leicht körnig. Unter optimalen Bedingungen und noch höherer Vergrößerung (140fach) kann das Randgebiet schon in einzelne Sterne aufgelöst werden. Ab 80 mm bis 100 mm Teleskopöffnung erscheinen auch immer mehr Einzelsterne 12er Größe in den Randgebieten des Haufens. Ab 4 bis 6 Zoll sieht M 13 schon sehr beeindruckend aus. Dann erscheinen schon einige hundert Sterne im Gesichtsfeld, die zum Teil interessante Sternketten bilden. Ab 6 Zoll ist auch der Zentralbereich vollständig in Sterne aufgelöst und im Gegenzug zu manch anderem Kugelsternhaufen, erscheint dieser nicht sehr konzentriert.

Bei mittlerer Vergrößerung und ab einer Teleskopöffnung von 4 Zoll, erkennt man rund 40 Bogenminuten nordöstlich von M 13 auch die ziemlich flächenhelle Spiralgalaxie NGC 6207, mit einer Helligkeit von 11,4 mag. Mit 43 Mio. Jahren liegt diese aber weit im Hintergrund.

Betrachtet man das Sternbild Herkules, fällt zuerst das markante trapezförmige Viereck auf, das durch die Sterne Epsilon, Zeta, Eta und Pi Herculis gebildet wird. Etwa auf zwei Dritteln des Weges zwischen Eta und Zeta Herculis befindet sich der Kugelsternhaufen. In einem Fernglas oder kleinem Sucher erkennt man an dieser Stelle ein rundes Nebelchen, das von zwei helleren Sternen 7. Größe nordöstlich und südwestlich flankiert wird.

Die Sommermonate sind die beste Zeit, um den Herkuleshaufen zu beobachten. Mitte Juni steht er dann um Mitternacht genau im Meridian, in einer Höhe von 75° über dem Horizont.



Map

Aufsuchkarte für Messier 13 im Herkules (Sterne bis 11 mag)

Download: Telrad- und Aufsuchkarte PDF-Datei (46 KB)
OBJEKT-INFORMATION

Name: M 13 / NGC 6205 / GCL 45
Eigenname: Herkuleshaufen / Hercules Cluster
Objekttyp: Kugelsternhaufen (Globular Cluster)
Sternbild: Herkules (Hercules, Her)
RA (J2000.0): 16h 41m 41.5s
Dec (J2000.0): +36° 27' 39"
V Helligkeit: 5.8
Flächenhelligkeit: 12.0
Größe: 20.0'
Klassifikation: V
Entfernung: 22.800 Lj

Beschreibung: !!eB,vRi,vgeCM,*11...
Notizen: Hercules cluster;Messier said round nebula contains no star

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